Von Adele bis Xavier Naidoo

15 Pop-Phänomene des Jahres 2015

Von Adele bis Xavier Naidoo: 15 Pop-Phänomene des Jahres 2015 Von Adele bis Xavier Naidoo: 15 Pop-Phänomene des Jahres 2015 Foto: ap
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Kein Jahresrückblick ohne Aufreger. Einer hatte mit dem Songcontest zu tun, ein anderer mit einem 20 Jahre alten Punksong. Und ein Nachbarland setzte Ausrufezeichen. Dazu: Die Jahresbestenlisten unserer Mitarbeiter.

Adele Es war abzusehen, dass das neue Adele-Album "25" auf Interesse stoßen würde. Aber ein derartiger Erfolg kam schon überraschend. In der ersten Woche hat Adele mal eben doppelt so viele Platten verkauft wie die Zweitplatzierte im gesamten Jahr. Dazu wurde das Video zur ersten Single "Hello" eine halbe Milliarde Mal geklickt. Das Gute daran: Die musikalische Klasse rechtfertigte die weltweite Begeisterung.

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Österreich Wenn jemand fragt, wohin du gehst, dann sag: Österreich. Denn dort brodelte es 2015 musikalisch gewaltig. Für die lederjackentragende Rockfraktion sangen Wanda von Bussis und Beisls, Bilderbuch lieferten stylebewussten Hedonisten den Soundtrack des Jahres.

Xavier Naidoo Ohne Vorentscheid mit lästigem Zuschauervoting sollte der Mannheimer zum Eurovision Song Contest nach Stockholm fahren. Daraufhin gab es einen Aufschrei wegen Naidoos vorsichtig formuliert ungewöhnlichen Ansichten zu Homosexualität und Deutschlands Rechtsstatus. Die Empörung führte zum sofortigen Rückzug vom Song Contest. Das wiederum sorgte für Empörung über die Empörung, die befeuert wurde von Til Schweiger, Herbert Grönemeyer und einer großen Konzertagentur. Am Ende gab es nur Verlierer.

Sarah Connor Und noch einmal Xavier Naidoo: In seiner TV-Sendung "Tauschkonzert" sang Sarah Connor in deutscher Sprache. Später folgte das treffend betitelte Album "Muttersprache". Connor erfand sich neu, was viele ziemlich schön fanden.

"Muttersprache": Sarah Connor singt sich ganz nach oben "Muttersprache" Sarah Connor singt sich ganz nach oben Zum Artikel »

Felix Jaehn Der 21-jährige DJ aus Klützer Winkel schaffte mit dem Remix von Omis "Cheerleader" den ersten Nummer-1-Hit eines deutschen Künstlers in den USA seit Milli Vanilli. Dazu war seine Version von Chaka Khans "Ain't Nobody" der Sommerhit des Jahres.

Petitionen Die 90er kehrten zurück: Flüchtlingsheime brannten, einige Politiker bemühten wieder die "Das Boot ist voll"-Sprüche. Warum also nicht auch den 90er-Jahre-Ärzte-Song "Schrei nach Liebe" zurückholen? Das dachte sich ein Lehrer aus Niedersachsen und startete eine Aktion: Downloadkauf gegen Nazis. Kurz darauf war der Punkklassiker deutsche Nummer Eins.

Klub-27-Dokus Im Klub 27 sind alle diejenigen Musikerinnen versammelt, die mit 27 Jahren starben. Über zwei dieser Legenden, Kurt Cobain und Amy Winehouse, erschienen in diesem Jahr Dokumentarfilme, die auf beeindruckende Weise von deren Leben und Tod erzählten. Letzterer hat viel mit der Frage zu tun, wie man sich im Licht der Öffentlichkeit ein Stück Privatheit bewahren kann.

Deep House Die deutschen Single-Charts waren gespickt mit Deephouse/Electrostücken, oftmals als gefällige Remixe bekannter Lieder. Einer der erfolgreichsten Akteure war Robin Schulz, der gleich mit mehreren Hits dort auftauchte.

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Kendrick Lamar Amerikanischer Rap verließ in diesem Jahr ausgetretene Pfade. Kendrick Lamar experimentierte auf "To Pimp a Butterfly" mit Funk, Free-Jazz und Spoken-Word und legte so eines der wichtigen Alben des Jahres vor.

Britrock-Comebacks Gitarrenmusik geht gerade eher durch ein dunkles Tal. Erfreulich, dass zwei Bands aus erfolgreicheren Dekaden Comebacks gelangen: The Libertines nahmen in Originalbesetzung ein anständiges Album auf, während Blur die auf ihrer Reunion-Welttour entstandenen Improvisationen zu einer kongenialen Platte machten.

Jan Böhmermann Erst rappte sich der "Neo-Magazin"-Moderator mit Dendemann durch 25 Jahre deutsche Rapgeschichte, dann lobpreiste er Laugengebäck und schaffte Ende 2015 mit "Ich hab Polizei" das Kunststück, Gangsterrap-Stereotypen treffsicher zu persiflieren und Polizeigewalt zu thematisieren.

Politik Die englische Sängerin M.I.A. ließ in ihrem Video "Borders" Flüchtlinge über Zäune klettern, deutsche Rapper wie K.I.Z. oder Zugezogen Maskulin legten punktgenau Finger in gesellschaftliche Wunden und eines der erfolgreichsten Lieder des Jahres, "Astronaut" von Sido und Andreas Bourani, drehte sich um die existenzielle Frage, wie wir eigentlich leben wollen.

Miley, Grimes und Madonna Miley Cyrus überraschte mit einem Doppelalbum, das wie ein psychedelischer Trip in ihre bonbonfarbene Kunstwelt wirkte. Carly Rae Jepsen bewies, dass sie mehr als einen Hit hatte. Die Kanadierin Grimes machte mit Art Angels eine der innovativsten Platten des Jahres. Allein Madonna kam nicht zurück in die Spur und wurde deshalb für "Rebel Hearts" weitestgehend ignoriert.

Gruppenarbeit Mark Ronson mit Bruno Mars, Rihanna mit Paul McCartney und Kanye West, Calvin Harris mit Ellie Goulding, Die Toten Hosen mit dem Sinfonieorchester der Robert-Schumann-Hochschule - gemeinsam ging es besser und vor allem hoch in die Charts.

Helene Fischer Laut Statistik besitzt mittlerweile jeder deutsche Haushalt drei Exemplare von Farbenspiel. Dennoch war das 2013 erschienene Album von Helene Fischer eine der erfolgreichsten Platten von 2015. Warum, blieb eines der großen Rätsel des Musikjahrs.

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Quelle: RP