Benzin im Blut

Project Cars 2 Im Test für PlayStation 4

Benzin im Blut: Project Cars 2 Im Test für PlayStation 4 Benzin im Blut: Project Cars 2 Im Test für PlayStation 4 Foto: Bandai Namco Entertainment
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Rennsportfreunde aufgepasst: Der Nachfolger der beliebten Rennsimulation Project Cars ist erhältlich. Ein brillantes Fahrgefühl, viele Einstellungsmöglichkeiten und spielerische Tiefe haben den Titel ausgezeichnet. Setzt das britische Entwicklerstudio Slightly Mad in Teil 2 noch einen drauf? Das verraten wir im Test!

Die Boliden laufen auf Hochtouren, die Fahrer sind bereit für das grüne Licht. Wie eine spontane Leistungsexplosion rasen wir an der Konkurrenzvorbei und auf die erste Kurve zu. Ein kleiner Verbremser zwingt uns dazu, die Führung wieder abzugeben. Im Rückspiegel sehen wir Kollisionen und Autoteile durch die Luft fliegen. Jetzt muss angegriffen werden! Mit der richtigen Reifentemperatur hängen wir jeden Gegner ab und können uns am Ende des Tages über einen hart erkämpften Sieg freuen.

Man muss schon sagen, dass die Rennen in Project Cars 2 an die Substanz gehen. Viele Runden erfordern höchste Konzentration und viel Arbeit am Force-Feedback-Lenkrad. Doch es lohnt sich: Selten hat sich ein Rennspiel so realitätsnah angefühlt.

Spüre das Cockpit

Das liegt natürlich allen voran an der super Fahrphysik, den vielen Einstellungsmöglichkeiten und der merklich unterschiedlichen Fahrbarkeiten. Angefangen von kalten Reifen, über dichten Nebel oder strömenden Regen gibt es viele Faktoren, die eure Arbeit auf der Strecke erschweren möchten. Doch nicht nur dies sorgt dafür, dass ihr euch in Project Cars 2 wirklich wie am Steuer eines stark motorisierten Boliden fühlt. Die Übertragung von Unebenheiten auf der Strecke, den Curbs oder Berührungen mit gegnerischen Fahrern werden unheimlich gut auf das Force-Feedback und auch auf die Vibration des Controllers übertragen.

Doch trotzdem solltet ihr schauen, dass ihr besonders euren Gegner nicht zu nahekommt. Dann macht ihr mit Sicherheit Bekanntschaft mit dem sehr ausgeprägten und detailreichen Schadensmodell. Sowohl optisch als auch unter der Motorhaube leidet euer Fahrzeug mit. Das geht sogar so weit, dass ihr als Fahrer aufgrund einer gesplitterten Windschutzscheibe eingeschränkte Sicht habt und zusätzlich das Getriebe Probleme macht.

Mein Tipp: Defense wins Championships! Im Vergleich zu anderen Rennspielen wie Dirt oder F1 gibt es in Project Cars 2 zudem keine Rückspulfunktion. Das verlangt doppelte Vorsicht!

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Biedere Karriere

Project Cars 2 steht für Action auf der Piste. Aber leider auch nur auf der Piste. Rennspielfans müssen auch im zweiten Teil der Serie auf einen inszenierten Karrieremodus verzichten. Ihr habt nach wie vor die Möglichkeit, euch einen Namen zu machen und die Klassen aufzusteigen um irgendwann einmal in einem Formel-Fahrzeug zu sitzen. Videos, Siegerehrungen oder Pläusche mit eurem Agenten sind aber leider Fehlanzeige.

Dafür bietet euch das Spiel unendliche Möglichkeiten eigene Rennen zu veranstalten. Neu dabei sind die Rallycross-Rennen, ansonsten gibt es allerhand Einstellungsmöglichkeiten. Viele Wetteroptionen, Gegnerstärken, Rennlängen und Fahrassistenzen können bis ins kleinste Detail angepasst werden. Sogar ein eigenes 24 Stunden Rennen (in Echtzeit) auf dem Nürburgring ist möglich.

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Schraub, schraub!

Besonders Rennsport-Freaks werden Project Cars 2 lieben. Die Möglichkeiten sein Auto bis aufs kleinste Detail zu individualisieren und Einstellungen vorzunehmen ist unerreicht. Ebenso können Fahrhilfen sehr genau angepasst werden. Das geht über das einfache ABS über Ideallinien bis hin zu manuellen Boxenstopps - letztere sind schwieriger, als es klingt. All das könnt ihr einzeln für euren perfekten Fahrstil definieren.

Persönlich rate ich jedem Käufer des Spiels wärmsten dazu, das Spiel mit einem entsprechenden Lenkrad und Setup zu spielen. Der Mehrwert den das Spiel hiermit bringt ist einfach überragend und kommt, auch wenn es gut umgesetzt ist, nicht an das Fahrgefühl mit einem Controller heran.

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Es glänzt!

Nicht nur die Boliden haben in Project Cars 2 einiges unter der Haube. Auch das Spiel selbst überzeugt mit hervorragender Technik und kann audiovisuell durchaus überzeugen. Die Autos sehen einfach fantastisch aus und stehen ihre realen Vorbilder nahezu in nichts nach. Jede Kleinigkeit der heißen Schlitten ist bis aufs Detail in das Spiel integriert.

Ebenfalls ein Highlight: Der Motorensound. Insbesondere in der Cockpitperspektive röhren die Motoren über das heimische Boxensystem, dass es eine Freude ist. Wer Benzin im Blut hat, dem kann ich die eine oder andere Gänsehaut garantieren!

Fazit

Project Cars 2 macht da weiter wo der Vorgänger angefangen hat. Der Realismus ist nach wie vor enorm hoch und die Einstellungsmöglichkeiten suchen seinesgleichen. Einziger Wehrmutstropfen ist die doch etwas biedere Karriere und die schmucklose Präsentation abseits der Piste. Doch den Fans der Serie kommt es wohl vorrangig auf das Geschehen auf der Rennstrecke an. Und das ist einfach super und extrem authentisch. Project Cars Spieler und Rennspielfans sollten auf jeden Fall zugreifen.

Project Cars 2 bekommt von uns 9 von 10 Start-Ziel-Siegen, 87 Grad Reifentemperatur und 5 von 5 Meisterschaftstitel.

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