Tipp für's Wochenende

Ein Tagestrip nach Aachen

Tipp für's Wochenende: Ein Tagestrip nach Aachen Tipp für's Wochenende: Ein Tagestrip nach Aachen Foto: Leah Hautermans

Lust auf einen Tagestrip? Warum nicht nach Aachen, der westlichsten Großstadt Deutschlands, Studenten-Hochburg und Heimat des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz? Wir haben ein paar Tipps, wie ihr euren Ausflug gestalten könnt.

Aachen liegt gerade mal 88 Kilometer von Düsseldorf entfernt. Mit dem Auto braucht ihr etwa eine Stunde, mit dem Zug eine Stunde und 20 Minuten. Für einen Tagestrip also absolut geeignet. Wenn ihr mit dem Zug fahrt, könnt ihr auch schon eine Station vor dem Hauptbahnhof aussteigen, an der "Schanz". Von dort aus seid ihr schneller im historischen Zentrum der Stadt.

Die Stadt hat knapp 246.000 Einwohner, ein Großteil davon sind Studenten. Das merkt man auch auf den Straßen. Wenn ihr den Eindruck habt, dass hier überdurchschnittlich viele Männer unterwegs sind, liegt ihr vollkommen richtig: Aachen ist für seinen Männerüberschuss wohl berühmt-berüchtigt, auf 100 Männer zwischen 20 und 25 Jahren kommen nur 74 Frauen (Stand 2015).

Das liegt an der RWTH, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule. Die Vorzeige-Studiengänge sind Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik, Frauen findet man im Vorlesungssaal eher selten. Böse Zungen nennen Aachen daher die Hochburg der einsamen Nerds.

Für Studenten heißt aber auch: Es gibt viele tolle studentische Kneipen, Restaurants mit günstigem, leckerem Essen und viele Fahrräder auf den Straßen. Die Kneipendichte soll hier übrigens so hoch wie kaum in einer anderen deutschen Stadt sein. Wenn ihr also eine Kneipentour vorhabt, müsst ihr viel Zeit mitbringen ;)

Aachen ist eine Stadt mit viel Geschichte: Schon in der Jungsteinzeit war das Gebiet bewohnt, etwa 3000 Jahre später errichteten die Römer Bäder an den warmen Quellen und mit den Franken bekam Aachen die ersten Grundzüge des heutigen Stadtbildes. Karl der Große ließ seine Kaiserpfalz mit Palast und Pfalzkapelle bauen, heute steht an Stelle des Palastes das Rathaus (der Bau begann 1330), die Pfalzkapelle wurde zum Aachener Dom.

Der Dom ist übrigens das Wahrzeichen der Stadt und gehört zum Weltkulturerbe. Ein guter Start also für eure Tagestour durch Aachen. Das karolingische Oktogon (der zentrale Bau mit dem achteckigen Grundriss) stammt aus dem Ende des achten Jahrhunderts. An der Decke des Oktogons und des Sechzehnecks befindet sich aufwändiges Mosaik, das allerdings erst Anfang des 20. Jahrhunderts angebracht wurde. Dieses Mosaik wurde vor kurzem renoviert und allein dessen Muster und Farben sind schon Grund genug für einen Besuch.

 

Ein von Jenni (@jenbadnav) gepostetes Foto am 21. Dez 2016 um 6:07 Uhr

Seid ihr am Dom, seid ihr auch in Aachens Altstadt. Ein Spaziergang durch die umliegenden Straßen bietet euch schöne Fassaden, süße Cafés und immer wieder Einblicke in die umfangreiche und lange Historie der Stadt. Für einen Kaffee zwischendurch könnt ihr gut im Café Egmont einkehren (Tipp: Milchkaffee XXL), keine 50 Meter vom Markt entfernt.

Abends bietet sich ein Besuch im Domkeller an, unterhalb des Rathauses am Hof gelegen. In dieser alteingesessenen und urigen Kneipe bekommt ihr Bier für jeden Geschmack, euch wird eine breite Auswahl inklusive belgischer und niederländischer Sorten geboten.

Apropos: Aachen profitiert von der Nähe zur Grenze. Die Städteregion ist nicht nur Nachbar der Niederlande, sondern auch von Belgien. Die Übergänge in die beiden Länder sind fließend, mit dem Bus fährt man gerade mal 10 Minuten von Aachens Zentrum bis ins niederländische Vaals. Dort kann man Holland im Kleinformat genießen, sich mit leckeren Spezialitäten im Albert Heijn eindecken, eine Pommes Spezial essen und zum Dreiländereck hochwandern. Genau, der Name sagt es: Hier könnt ihr mit nur drei Schritten von Land zu Land wechseln.

Die Leute sprechen übrigens alle deutsch – aber ein paar niederländische Worte sollte man aus Höflichkeit trotzdem drauf haben. "Hoi", "bedankt" und "tot ziens"/"dag" sind ja auch leicht zu merken und zeigen euren guten Willen.

Wenn euch nach ein bisschen Kultur ist, lohnt sich ein Besuch im Ludwig Forum, das auf der Sammlung Ludwig gründet. Hier findet ihr internationale moderne Kunst. Lasst euch nicht vom überdimensionalen, gruseligen Ballerina-Clown (Werk von Jonathan Borowsky) abschrecken, der wankt nur im Wind und tut euch nichts ;)

Zum Abschluss könnt ihr noch einen Abstecher in die Absinth-Bar Grotesque machen. Die Bar wurde liebevoll im Stil der 20er Jahre eingerichtet und bietet eine große Auswahl an Absinth und anderen Getränken. Vor eurer Absinth-Bestellung werdet ihr ausführlich beraten, sodass eine geschmackliche Fehlbestellung eigentlich unmöglich ist.

Neugierig geworden? Dann auf nach Aachen!

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