Imagine Dragons, DJ Khaled und Baby Driver Soundtrack

Reingehört: Neue Alben vom 23. Juni 2017

Imagine Dragons, DJ Khaled und Baby Driver Soundtrack: Reingehört: Neue Alben vom 23. Juni 2017 Imagine Dragons, DJ Khaled und Baby Driver Soundtrack: Reingehört: Neue Alben vom 23. Juni 2017 Foto: Cover

Neue Alben braucht das Land: Wir haben für euch querbeet reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

Nach zweiwöchiger Urlaubspause geht's wieder zurück unter den Kopfhörer! Da es heute recht "ruhig" da draußen ist, nutzen wir die Zeit um euch den famosen Soundtrack zum Film "Baby Driver" vorzustellen und handeln noch fix einige der wichtigsten Releases der letzten beiden Wochen ab. Ohren auf und ab damit!

Die letzten Ausgaben von "Reingehört" findet ihr hier:

Reingehört: Neue Alben vom 2. Juni 2017, u.a. mit Kraftklub und Major Lazer
Reingehört: Neue Alben vom 26. Mai 2017
, u.a. mit Marteria und Shakira
Reingehört: Neue Alben vom 19. Mai 2017
, u.a. mit Linkin Park und Snoop Dogg
Reingehört: Neue Alben vom 12. Mai 2017
, u.a. mit Harry Styles und Paramore
Reingehört: Neue Alben vom 5. Mai 2017, u.a. mit Die Toten Hosen und Apecrime

Die Crème de la Crème für das Trommelfell Die besten Alben 2017 36 Fotos

Imagine Dragons - Evolve

Mit 80er Synthies starten Imagine Dragons in ihr neues Album "Evolve": "I Don't Know Why" eröffnet das 11 Tracks umfassende, mal charmante, mal langweilige Sammelsorium mit dem bekannten, alles-verzehrendem Geschrei von Sänger Dan Reynolds, um kurz danach einen poppigen Beat nachzuschieben.

Da bekommt man durchaus Lust auf mehr - wird aber leider größtenteils enttäuscht. Die Highlights "Believer" und das kreative, sowie höchst rhythmische "Thunder" kennt man bereits zur Genüge aus den Charts. "Whatever It Takes" ist furzlangweiliger Hymnen-Rock, "Walking the Wire" entspannt und nachdenklich, "Rise up" lässt uns Schulterzuckend zurück ins Sofa sinken und das furchtbare Finale namens "Dancing In The Dark" (verzerrte Stimmen olé olé!) sollte man am besten schnell im großen Komposthaufen zwischen Trommelfell und Ohrenpopeln versenken.

Da auch der Rest kaum Highlights bietet, reicht das letztendlich gerademal für eine schwache "3 von 5 Sterne"-Wertung - immerhin! Die Verkaufszahlen wird unsere Wertung eh nicht beeinflussen: Imagine Dragons gehen weiterhin steil durch die Decke und sind mittlerweile so weit im Mainstream angekommen, dass es weh tut. 

DJ Khaled - Grateful

DJ Khaled hier, DJ Khaled da: Kaum ein anderer Produzent ist aktuell so angesagt, wie der aus Miami stammende Khaled Mohamed Khaled (doppelt hält besser!). Im Radio hört ihr seine Songs beinahe täglich und auch auf YouTube gehen seine Videos steil wie Everest: "I'm the One" zum Beispiel tickt zur Zeit dieser Zeilen bei stolzen 363 Millionen Views und gilt als einer DER Sommer-Hits 2017.

Kein Wunder also, dass DJ Khaled für sein neues, und bereits zehntes Album "Grateful" einen ganzen Hofstaat an musikalischer Prominenz zusammenscheuchen konnte. Darunter finden sich viele vertraute Acts wie Future, Rick Ross und Gucci Mane, und noch weit mehr neue Features wie Beyoncé, Rihanna, Alicia Keys und Justin Bieber. Selbst Calvin Harris lässt sich diesen Gig nicht entgehen und liefert mit "Don't Quit" zusammen mit Travis Scott und Jeremih einen der clubbigsten Tracks des Albums.

Hatten wir erwähnt, dass sich auf Grateful stolze 22 Tracks (minus Interlude und Outro) befinden? Und da kommen wir auch gleich zum großen Schwachpunkt der Geschichte: Auf Dauer kann man die ewig gleich rappenden, meist verzerrten Stimmen der Rapper kaum mehr auseinanderhalten - alles verschwimmt in einer Soße, die wohl dosiert lecker ist, aber bei stundenlangem Verzehr irgendwann jeden Pepp verliert.

Deswegen skipped ihr am besten fix zu den Highlights, ohne euch den Rap-Club-Overkill in einem Stück geben zu müssen: "Shining" (feat. Beyoncé und JAY Z) und "Good Man" (feat. Pusha T und Jadakiss) beispielsweise, oder das famose "Nobody" (feat. Alicia Keys und Nicki Minaj). 4 von 5 Sterne!

Vince Staples - Big Fish Theory

Nach dem ersten durchhören von "Big Fish Theory" müssen wir uns erstmal wieder sammeln und unser Trommelfell von der Wand kratzen: Vincent Jamal "Vince" Staples verzahnt brutale Electro-Rave-Parts mit noch brutaleren Beats, kreativen Synthies und Soundeffekten wie im Videospiel. Obendrauf kommen dann noch astreine Rap-Lyrics, und fertig ist die "Big Fish Theory".

Er selbst nennt seinen Stil "Afrofuturism" - und wir müssen spontan an den Klassiker "Afro Ride" von Leftfield denken. Nicht ganz so schnell, aber die ähnliche Richtung. Trotz aller Sperrigkeit in den Kompositionen bleibt das Teil dabei erstaunlich leicht zugänglich - ob ihr die Tracks nun im Club hört, oder daheim auf der Couch, ist vollkommen wumpe. Es passt einfach!

Unsere Lieblinge beim ersten Durchhören: "Love Can Be...", "Homage" und der famose Opener "Crabs In A Bucket". 5 von 5 Sterne! In Beats und Synths gegossener Wahnsinn!

Baby Driver (Music from the Motion Picture)

Am 27. Juli startet der neue Film von Edgar Wright im Kino, bereits jetzt ist der Soundtrack draußen. Edgar Wright ist verantwortlich für solche Meisterwerke wie "Attack The Block", "Hot Fuzz", "Shaun of the Dead" und "Ant-Man" - man darf also durchaus gespannt sein, was er mit "Baby Driver" abliefert.

Wir wollen hier aber nicht über den Film plaudern, sondern uns den Soundtrack reinziehen: Immerhin hört der Protagonist des Films "Baby" - gespielt von Ansel Elgort - genau diese Playlist auf seinen zahlreichen Verfolgungsjagden. Und wir können euch bereits verraten: Eine bessere Zusammenstellung cooler und zeitloser Oldies werdet ihr in diesem Jahr wohl nicht mehr finden!

Auf dem dreißig Songs umfassenden Soundtrack zum Film, der beim Danger Mouse-Label 30th Century Records erscheint, finden sich Stücke aus nahezu allen musikalischen Genres, darunter "Harlem Shuffle" von Bob & Earl, "Easy" von den Commodores und "Radar Love" von Golden Earring. Auch einige echte Geheimtipps sind am Start, beispielsweise "Hocus Pocus" von Focus, oder das famose Instrumtal-Stück "Egyptian Reggae" - herrlicher Stoff!

Extra für den Film produziert wurde der Song "Chase Me" von Danger Mouse, der ein Sample des Jon Spencer Blues Explosion-Songs "Bellbottoms" enthält und in Zusammenarbeit mit Run The Jewels und Big Boi entstand. Sowohl Killer Mike von Run the Jewels als auch Ex-OutKast-Mitglied Big Boi sind übrigens in "Baby Driver" in kleinen Rollen zu sehen.

5 von 5 Sterne für eine der coolsten Compilations des Jahres. Grandios!

Katy Perry - Witness

Die neue Königin des Pop futtert sich gerade mit "Bon Appetit" durch die Charts. Das dazugehörige Album "Witness" bringt es auf stolze 15 Tracks und eine Laufzeit von 57 Minuten, inklusive Features von Nicki Minaj, Skip Marley und Migos.

Überraschung: Das Teil geizt nicht mit Highlights und lässt selbst Anti-Pop-Hörer die Lauscher aufstellen - insbesondere wenn solche derben Beats wie bei "Swish Swish" durch die Boxen hallen. "Déjà Vu" hat einen geilen 80er Jahre Beat, und das süße "Miss You More" lässt uns eine kleine Träne verdrücken.

"Pendulum" pendelt hervorragend über einen tollen Klavierpart sowie einen eindrucksvollen Chorus, und das bereits bekannte "Chained To The Rythm" lässt uns mit einem Cocktail zur Strandbar shakern um episch bemuskelte Boys in kurzen Shorts aufzureißen. "Power" dagegen ist so druckvoll produziert, dass man kurz Kopfschmerzen bekommt - aber Ausreißer nach unten seien der Dame verziehen. Letztendlich servieren wir gerne 4 von 5 Sterne auf dem silbernen Tablett. Bon Appetit Baby!

Chuck Berry - Chuck

Mit dem Tod von Charles Edward Anderson Berry ist am 18. März 2017 eine weitere Musiklegende von uns gegangen. Doch zum großen Finale serviert uns der König des Rock'n'roll und das Mastermind hinter solchen Klassikern wie "Maybellene", "Roll Over Beethoven" und "Johnny B. Goode" noch ein letztes Album.

"Chuck" ist dabei sein erstes, neues Album seit "Rock It" - und das kam anno 1979 heraus! Mit am Start sind seine beiden Kinder Berry Jr. und Ingrid (Gitarre und Mundharmonika), die Songs selbst sind seiner geliebten Frau Toddy gewidmet. Unterstützt wurde Chuck von seinen musikalischen Nachfahren. Und so schwer es uns auch fällt: Tom Morello, Nathaniel Rateliff und Gary Clark, Jr. sind gerade dabei ihren Meister in allen Belangen zu toppen.

Bei so einer Legende verbietet es sich beinahe Kritik irgendeiner Form zu üben - und das müssen wir auch nicht, denn die 10 Tracks sind eine astreine Reise zurück in die Zeit, in der Musik noch Liebe atmete und nicht von Pop und Kommerz angefressen war. "Wonderful Woman" ist gleich ein grandioser Opener, der uns die Latschen an die Decke knallen lässt, "Big Boys" charmanter Rock'n'roll und "Jamaica Moon" ein fabulöser Reggae-Ausreißer.

Das reicht insgesamt nicht für so ein "legendäres" Album, wie er es sich gewünscht hätte, wohl aber für eine Scheibe, die man gehört haben sollte. 4 von 5 Sterne mit kleinem Minus dahinter.

Royal Blood - How Did We Get So Dark?

Das Debüt-Album von Royal Blood gehörte für uns zu den coolsten und besten Rock-Alben des Jahres 2014 - drei Jahre später schneit nun "How Did We Get So Dark?" ins Haus und brettert wieder mit Vollgas voraus. 10 Songs und eine Laufzeit von 34 Minuten mögen nicht die Welt sein - aber sie reichen aus die Wohnung zu verwüsten, den Büstenhalter der Freundin zu zerreißen und zusammen auf der Couch Rodeo zu reiten.

Stilistisch erinnert die Zwei-Mann-Band weiterhin an Queens of the Stone Age, aber auch Einflüsse von Led Zeppelin und den Black Keys sind irgendwo mit drin im Riff-Gewitter, über welches weiterhin die grandiose Stimme von Sänger und Bassist Mike Kerr hinweg donnert.

Egal ob perfekte Bass-Soli ("Don't Tell"), euch die Kimme warm groovende Keyboard-Parts ("Hole In Your Heart") oder perfekte Vorlagen für epische Live-Auftritte ("Lights Out") - Royal Blood geizen nicht mit Highlights. 4 von 5 Sterne!

Rise Against - Wolves

Alter Falter, bereits 8 Alben hat die Punk-Band aus Nashville auf ihrem Konto - dabei erscheint es uns, als wäre es gestern gewesen, dass Titel wie "Prayer of the Refugee" und "Satellite" durch die Boxen hallten.

Da ist es doch gut zu wissen, dass sich die 4 Jungs beständig weigern von ihrem einstudiertem Stil und Style abzuweichen: Auf "Wolves" geht's ebenso schnell und schönungslos zu, wie wir es von der Band gewöhnt sind. Wer nach Evolution und Veränderung schreit, ist hier definitiv falsch am Platz.

Unsere Highlights: "House On Fire" und "The Violence" haben beide astreine Sangesparts, welche über die schnellen Riffs zu einem Wirbelsturm guter Laune mutieren. "Welcome To The Breakdown" fühlt sich fast wie ein Song aus dem alten Repertoire von Bad Religion an - und "Bullshit" ist astreiner Stoff zum Mitgröhlen auf Festivals. 4 von 5 Sterne für den Wolf, der den Schafspelz längst zerrissen hat.

Bushido - Black Friday

Yippie Kay Yeah, Bushido pöbelt wieder! Mal sein öffentlich eher negativ geprägtes Ego zur Seite gestellt, haben wir ein Ohr auf die 14 Tracks von "Black Friday" geworfen - und das kam mit einem dicken Grinsen zu uns zurück geflogen. Kein Wunder: "Black Friday" darf man durchaus als das am hochwertigsten produzierten Alben des Mannes aus Berlin bezeichnen. Ob's an den Moneten oder der Beteiligung des Schweizer Produzenten OZ liegt, kann uns dabei zum Glück herzlich egal sein.

Unsere Highlights: Das tiefenentspannte und erstaunlich knuffige "Papa", das ebenso ungewöhnliche "Oma Lise", sowie die Anlehnung an alte Tage "Sodom und Gomorrha" (Achtung: Derbe!). Da darf man durchaus mal den Hut davor ziehen, wie ehrlich sich Bushido mittlerweile auch lyrisch präsentiert. 4 von 5 Sterne!

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