Brustwarzen und Frostbeulen bei Germany’s Next Topmodel

Die kleine Kim und der Nippel des Grauens

Brustwarzen und Frostbeulen bei Germany’s Next Topmodel: Die kleine Kim und der Nippel des Grauens Brustwarzen und Frostbeulen bei Germany’s Next Topmodel: Die kleine Kim und der Nippel des Grauens Foto: Pablo Garcia Saldaña

Schon letzte Woche gab es bei Germany’s Next Topmodel einiges an nackten Tatsachen zu sehen. Doch in der neusten Folge nahm das Nackedei-Drama dann völlig neue Ausmaße an. Wie gut, dass Mami Heidi stets zur Stelle ist und ihre Mädchen mit einer bunten Auswahl an dummbrotigen Model-Aufgaben gekonnt abzulenken weiß.

Die Sache mit dem Nippel

Hätte man zu der aktuellen Folge von Germany’s Next Topmodel auch nur einen Augenblick zu spät eingeschaltet, zum Beispiel um sich schnell einen kalorienarmen Reiswaffelsnack bereitzustellen oder noch kurz Pipi zu machen, man hätte die Welt nicht mehr verstanden. Junge Mädchen, die sich mit fassungslosen Mienen in den Armen liegen. Geschockte Traumatisierte, die Sachen sagen wie "Es hätte genauso gut jemand anderen treffen können" oder "Man muss jetzt trotzdem irgendwie weiter machen". Und Kandidatin Kim, die hysterisch schluchzend zu Boden sackt, das Gesicht zu einer grotesken Grimasse der unendlichen Qual verzogen.

Nackt-Shooting bei "Germany’s Next Topmodel": Die Mär vom Model mit der eigenen Meinung Nackt-Shooting bei "Germany’s Next Topmodel" Die Mär vom Model mit der eigenen Meinung Zum Artikel »

Na sowas, denkt man sich da, während man verdutzt an seiner Reiswaffel knabbert, hat man sich etwa im Sender geirrt? Ist das vielleicht der neue Sat1-Dreiteiler über das große Elbe-Hochwasser von 2002? Ist Kim gar nicht Kim, sondern Veronica Ferres? Gab es eine Bombendrohung bei GNTM? Schon wieder? Alles falsch, wie man nach ein paar Minuten des aufmerksamen Zuschauens langsam begreift. Die Wahrheit ist noch viel dramatischer.

In einem Telefonat, das eigentlich ganz wunderbar romantisch beginnt ("Wie geht’s dir?" - "Gut geht’s mir!" - "Sehr geil") wird Kim von ihrem Pupsi-Schatz "Honey" darauf hingewiesen, dass sie und ihre dank verrutschtem Kleid entblößte Brust zur Zeit die Startseite von Bild.de zieren. Honey scheint das eigentlich nicht besonders schlimm zu finden (ist halt 'ne sehr geile Brust), für Kim aber bedeutet so ein BILD-Nippel das Ende der Welt. Und auch ihre Mitstreiterinnen stimmen mit so großer Vehemenz in die Kim‘schen Klagelieder ein, dass man sich fragt, was wohl los ist, wenn wirklich mal irgendwas passiert.

Abgestorbene Finger beim Kühlraum-Shooting

"Germany’s Next Topmodel" geht in Runde 6: Von crackenden Knochen und müffelnden Male-Models "Germany’s Next Topmodel" geht in Runde 6 Von crackenden Knochen und müffelnden Male-Models Zum Artikel » Zum Beispiel, wenn sie sich in einem Kühl-LKW bei eisigen Minus-Graden halb nackt auf Sofa-artig drapierten Eisblöcken räkeln müssen, um dann mit abgestorbenen Fingern und leichten Erfrierungen wieder in die rettende australische Sonne getragen zu werden. Doch so lange diese Albernheiten Heidi-approved sind, scheint die Empörung auszubleiben. Man ist zwar fast erfroren und wird sich von der vermutlich folgenden Jahrhundertblasenentzündung wohl nie wieder erholen, aber wenigstens gibt es dafür ein schönes Foto. Und Hauptsache, man hat keinen Nippel gesehen!!!

Auch die ProSieben-Postproduktion hat sich von der allgemeinen Nippel-Hysterie scheinbar ein wenig anstecken lassen und verpixelt bei der nachfolgenden Beach-Outfit-Challenge vorsorglich alles, was unter Kleidern und T-Shirts schemenhaft als Brust zu erahnen ist. Und auch beim Entscheidungswalk, der in der letzten Woche der Tatort des Nippel-Paparazzos gewesen war, wird dieses Mal nichts dem Zufall überlassen. Statt in fließenden Kleidern mit gewagten Ausschnitten dürfen die Grazien in futuristischen Panzern aus Alufolie über den Laufsteg kreuchen, die zwar aussehen wie das Abschlussprojekt des Kunst-LKs einer Duisburger Gesamtschule, aber immerhin jedem noch so widerspenstigen Nippel Einhalt gebieten können.

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Camilla wird keine High Fashion Space Goddess mehr

Kandidatin Camilla kann mit dem unförmigen Gebilde auf ihren Schultern allerdings gar nicht gut umgehen und erhält sogleich einen Tadel von Mama Klum. Ob sie denn nicht zugehört habe, als Heidi die Aufgabe erklärt hat. Denn sie hatte doch ausdrücklich einen "High Fashion Space Goddess"-Walk verlangt, wo war der denn bitte? Na Camilla? Wieder nicht aufgepasst, was? So ein eklatantes Fehlverhalten kann die Jury natürlich nicht gutheißen (I mean, come on. Wer nicht mal einen "High Fashion Space Goddess"-Walk auf die Reihe kriegt, der hat in der Modebranche nun wirklich nichts verloren) und wirft Camilla aus dem Wettbewerb.

Die kann jetzt also wieder nach eigenem Gutdünken und völlig unbehelligt von Paparazzi und BILD-Reportern ihre Brüste in der Gegend rumbaumeln lassen, anstatt in Strapsen über Laufstege zu stöckeln oder nackt in irgendwelchen Eiscontainern rumzuhängen. Herzlichen Glückwunsch, Camilla! Und #FreeTheNipple!

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