Overwatch - Alle Infos zum Start und erstes Fazit

Die Erdnussbutter unter den Shootern

Overwatch - Alle Infos zum Start und erstes Fazit: Die Erdnussbutter unter den Shootern Overwatch - Alle Infos zum Start und erstes Fazit: Die Erdnussbutter unter den Shootern Foto: Blizzard

Ooops, Blizzard Did It Again: Mit Overwatch liefert das populäre Entwicklerteam rund um Design-Legende Jeff Kaplan einen auf Hochglanz polierten Edel-Shooter ab, der bereits in der Open Beta über 9,7 Millionen Spieler für sich verbuchen konnte.

Wir mutmaßen bereits jetzt: Overwatch steht auf einem Fundament aus purem Platin und könnte damit selbst altgedienten Hits wie Counter Strike und Team Fortress 2 die Team-Shooter-Krone aus ihren pixeligen Händen entreißen. Ganz im Ernst: Was Blizzard hier abliefert ist pures, in Bits & Bytes gegossenes Spiele-Gold und mehr als dazu bereit in den kommenden Jahren zum Szene-Liebling zu mutieren.

Dabei verwirrt der quer durch die PR getragene MOBA-Begriff mehr, als er hilft: Im Kern ist Overwatch ein Team-Shooter, aus dem MOBA-Bereich entliehen ist einzig die Vielzahl unterschiedlicher Helden. Aus 21 Figuren wählt ihr nicht nur euren Liebling, sondern könnt auch während des laufenden Spiels beliebig wechseln – entweder beim Ableben, oder bei der Rückkehr in die heimische Safe-Zone.

Der Wechsel verleiht dem Spiel eine zusätzliche, strategische Würze, welche vielen verwandten Titeln abgeht: Eine harte Verteidigung umgeht ihr mit schnellen Charakteren ebenso, wie ihr schnelle und wendige Charaktere mit nur einem einzigen Sniper-Schuss von der Karte radiert, oder im Nahkampf betäubt und anschließend ausschaltet.

Blizzards nächster Coup Overwatch - Screenshots 54 Fotos

Die Ausgewogenheit der Klassen suchte bereits in der Beta seinesgleichen: Selbst für alle von der Community als "imba" empfundene Charaktere (beispielsweise den wandelnden Geschützturm Bastion, oder den scheinbar unkaputtbaren Reinhard) finden sich die entsprechenden Konter-Möglichkeiten.

Entsprechend schnell dreht sich das Charakter-Karussel in den ersten Profi-Runden: Nur wer die Aufstellung des gegnerischen Teams im Auge behalten kann, gewinnt durch schnelle Konter. Dabei ist die Rücksicht auf die vier vorhandenen Klassen von Vorteil, aber nicht zwingend: Harmonisch abgestimmte Teams holen neben den klassischen Schadensausteilern mindestens auch einen Tank (hält viel aus) und einen Supporter (unterstützt mit Heilung und diversen Boni) ins Boot.

I like to move it

Abseits von den meist sofort ersichtlichen Eigenschaften, Waffen und Fertigkeiten der Heldenriege von Overwatch, unterscheiden sich die Jungs, Mädels und Gorillas auch ganz wesentlich in ihrer Form sich fortzubewegen: Lucio beispielsweise ist auf zwei Rollerskatern unterwegs, mit denen er nicht nur ordentlich Gas gibt, sondern auch entspannt Wände entlang skaten kann – Jet Set Radio lässt grüßen!

Zenyatta hingegen schwebt über dem Boden: Ein Vorteil den selbst viele Zenyatta-Fans noch nicht wirklich realisiert haben ist, dass der Roboter damit komplett geräuschlos über die Karte wandert. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn viele dicke Brocken hört ihr bereits aus weiter Entfernung auf euch zu stampfen.

Pharah ballert sich mit ihrem Raketenrucksack weit in die Lüfte und schwebt dort für längere Zeit um die Gegner von weit oben mit Raketen unter Beschuss zu nehmen – mit ihr eröffnen sich vollkommen neue Wege durch die Level.

Sniper-Königin Widowmaker zieht sich mit einem Greifhaken auf Vorsprünge und Balkone, Hanzo und Genji klettern Wände empor, Soldier 76 ist der einzige Held mit einer Sprint-Fertigkeit, Tracer portet sich im Sekundentakt von einer Stelle zur nächsten und der fiese Reaper teleportiert sich über weite Strecken in den Rücken der Gegner – perfekt für eine Überraschung mit der doppelten Schrotflinte.

Ihr merkt schon: Wirklich jeder Recke hat von Blizzard ein eigenes Bewegungsmuster verpasst bekommen, was den Spielverlauf ganz erheblich mitbestimmt und die fabulöse Action-Choreographie selbst mit einem Haufen Anfängern zum spaßigen Hollywood-Film verwandelt.

"Nerf this!": Overwatch Guide: 25 goldene Tipps und Tricks "Nerf this!" Overwatch Guide: 25 goldene Tipps und Tricks Zum Artikel »

Epische Handlung bleibt im Hintergrund

Dass sich die Geschichte der Overwatch-Helden über mehrere Jahrzehnte erstreckt und detailliert ausgearbeitet wurde, merkt ihr in den ersten Spielminuten nur aufgrund des ungeheuren Charmes der Helden und dem hohen Detailgrad der Umgebungen. Ohne zu wissen worum es da gerade eigentlich geht, nehmt ihr selbst als noch ungeübter Spieler sofort war, dass hinter jedem Gebäude und jedem Gesicht eine lange Geschichte steckt.

Doch ebenso wie in den Spielen von From Software (Dark Souls, Bloodborne) drückt euch Blizzard die Geschichte nicht mitten ins Gesicht, sondern lässt sie euch alleine erforschen, nach eurem eigenen Gusto, nach eurer eigenen Geschwindigkeit und nach eurem eigenen Willen, sich überhaupt mit ihr zu befassen.

Die Erzählung der Handlung geschieht dabei entweder durch Gespräche zwischen den Charakteren, oder noch unauffälliger durch in die Level eingebundene Laptops, Karten und diversen Schriften an den Wänden, die man im Action-Alltag auch gerne mal komplett übersehen kann.

Last but not least wären da die fabulösen Render-Filme, welche Oberwatch seit der Closed Beta begleiten und Einblicke in die verschiedenen Helden und ihre Hintergründe gewähren. Wer die Filme bislang noch nicht gesehen haben sollte: Popcorn holen und ab damit!

Quick Match, Training und Weekly Brawl

Gespielt wird Overwatch bislang in zwei verschiedenen Spielmodi, welche im Quick Match zufällig miteinander gemischt werden: Einmal müsst ihr einen Transporter von Ort A nach Ort B begleiten, wobei sich die Fracht nur dann fortbewegt wenn mindestens ein Team-Mitglied am Transporter steht und dieser nicht von Gegnern geblockt wird.

Modus Numero Zwo heißt "Kontrolle": Erobert einen Punkt und haltet diesen solange, bis die 100 Prozent erreicht sind. In der nächsten Runde geht der Spaß auf einem anderen Teil der Karte weiter. Wer zwei Runden für sein Team entscheiden kann, gewinnt.

Als "Quatsch"-Modus stellt Blizzard den Weekly-Brawl zur Verfügung: Hearthstone-Spieler kennen die Grundidee bereits aus dem Tavern Brawl, wo die bekannten Regeln des Spiels ebenfalls auf den Kopf gestellt werden, um etwas Abwechslung ins tägliche Kartenlegen zu bekommen.

Bei Overwatch funktioniert es ebenso gut: Mal dürft ihr nur zu Support-Charakteren greifen, mal zählen nur Headshots, ein anderes Mal erhaltet ihr beim Ableben immer wieder einen zufälligen Helden zugewiesen – mit den neuen Regelwerken hält Blizzard das tägliche Shooter-Treiben ohne Rücksicht auf Balancing frisch. Wie der Name bereits sagt wird der Weekly-Brawl einmal pro Woche ausgetauscht.

"And now my Overwatch begins": Conan, Peter Dinklage und Lena Headey zocken Overwatch "And now my Overwatch begins" Conan, Peter Dinklage und Lena Headey zocken Overwatch Zum Artikel »

Last but not least könnt ihr alle Helden im Trainingsmodus auf einem gesonderten Trainingsgelände ausprobieren und euch deren Fertigkeiten zu eigen machen. Anfänger ziehen alternativ noch gegen Bots in die ersten Kämpfe, um die Karten besser kennenzulernen.

Echtgeld dürft ihr (erstmal) stecken lassen

Einige Diskussionen gab es zum Vertriebsmodell von Overwatch: Blizzard stellt den Titel ganz klassisch als Disc-Version in den Handel und bietet das Spiel erstmals seit Diablo 3 auch zeitgleich für PlayStation 4 und Xbox One an. Alternativ gibt es den Titel natürlich auch per Download über das Battlenet.

Dass sich Blizzard gegen das Free-to-play Modell entschieden hat, bietet euch einen nicht zu verachtenden Vorteil: Alle Helden und Karten sind von Beginn an startklar, selbst visuelle Modifikationen wie Skins, Siegesanimationen und neue Sprays werden durch Level-ups im Spiel freigeschaltet. Kurz: Bislang müsst ihr keinen weiteren Cent für Overwatch ausgeben, um an die gewünschten Inhalte zu kommen.

Und auch bei zukünftigen Helden und neuen Karten denken wir kaum, dass Blizzard zum einen dafür Geld verlangen, zum anderen damit unweigerlich die Community aufsplitten wird. Ein Fehler, den viele andere Mehrspieler-Titel gerne dank zwingend benötigter Season-Pässe begehen.

Vielmehr rechnen wir beim Erfolg von Overwatch mit weiteren, Blizzard-typischen Add-ons als Vollpreistitel, vergleichbar mit den Modellen in World of Warcraft und Starcraft.

Overwatch - image/jpeg

Tipps & Tricks für Anfänger

  • Startet den Trainingsmodus und spielt JEDEN Charakter mindestens einmal an. So erhaltet ihr einen ersten Überblick darüber, was euch im Online-Spiel erwartet.
  • Bleibt immer in der Nähe eurer Team-Mitglieder!
  • Es geht um die Objectives, Kills und Tode solltet ihr dabei komplett ausklammern und einzig als "Weg zum Ziel" mitnehmen.
  • Wenn ihr töten wollt, dann tötet den Support! Charaktere wie Mercy und Lucio sollten stets ein dickes, rotes Fadenkreuz vor eurem inneren Augen darstellen.
  • Mit der Hilfe von Symmetra (Teleporter!) und dem Geschwindigkeitsboost von Lucio seid ihr fix wieder am Objective und könnt Druck machen!
  • Mercy kann mehr als nur einen Helden wiederbeleben! Timed den Ultimate richtig, um euer gesamtes Team wieder zurück ins Spiel zu bringen!
  • Auf dem Payload-Transporter findet nicht nur ihr selbst Platz, sondern auch platzierbare Objekte wie Torbjörns Geschütztürme, Winstons Schild, Bastion und Symmetras kleine Laser-Turrets.
  • Der Sniper-Schuss von Widowmaker muss erst aufgeladen werden, um seine volle Wirkung zu entfalten! Wartet ein bis zwei Sekunden, bevor ihr abdrückt!
  • Dicke Schilder können von den Waffen von Symmetra, Reinhardt, Winston und Zarya penetriert werden!

In Japan hat sich die Welt der Videospiele weitergedreht : Tokyo für Gamer: Von Akihabara bis nach Nakano In Japan hat sich die Welt der Videospiele weitergedreht Tokyo für Gamer: Von Akihabara bis nach Nakano Zum Artikel »

Helden-Counter im Detail

Bei einigen Kämpfen verzweifelt ihr regelmäßig: Wie sollt ihr dieser Heldenkombo nur heil beikommen? Hier einige Beispiele für die passenden Konter.

Offensive

Genji ist schwach gegen: Mei, Winston, Pharah, Reinhardt
McCree ist schwach gegen: Bastion, Genji, Widowmaker
Pharah ist schwach gegen: Soldier 76, Widowmaker, Roadhog, D.Va
Reaper ist schwach gegen: McCree, Pharah, Tracer
Soldier: 76 ist schwach gegen: Reinhardt, Genji, Bastion, Mei
Tracer ist schwach gegen: McCree, Mei, Roadhog, Winston

Defense

Bastion ist schwach gegen: Genji, Widowmaker, Junkrat
Hanzo ist schwach gegen: Genji, Tracer, Widowmaker, Reaper
Junkrat ist schwach gegen: Pharah, Soldier 76, McCree, Widowmaker
Mei ist schwach gegen: Pharah, Reaper, Junkrat
Torbjörn ist schwach gegen: Reaper, Widowmaker, D.Va, Genji
Widowmaker ist schwach gegen: D.Va, Genji, Winston, Tracer

Tank

D.Va ist schwach gegen: Mei, Zenyatta, Genji, McCree
Reinhardt ist schwach gegen: Tracer, Mei, Bastion, Pharah
Roadhog ist schwach gegen: Reaper, Reinhardt, D.Va
Winston ist schwach gegen: Bastion, Reaper, McCree
Zarya ist schwach gegen: Reinhard, Tracer, Pharah, Bastion

Support

Lúcio ist schwach gegen: Mei, Pharah, Tracer
Mercy ist schwach gegen: Tracer, Soldier 76, McCree, Reaper
Symmetra ist schwach gegen: Roadhog, Pharah, Junkrat, Hanzo
Zenyatta ist schwach gegen: Tracer, Genji, Widowmaker

"Never accept the World as it appears to be.": Blizzards neuer Kurzfilm zu "Overwatch" hat Pixar-Qualität "Never accept the World as it appears to be." Blizzards neuer Kurzfilm zu "Overwatch" hat Pixar-Qualität Zum Artikel »

Zukunftspläne

Bereits in den ersten Monaten nach der Veröffentlichung von Overwatch am 24. Mai soll ein Ranked-Match die bislang auf Quick-Match und Weekly-Brawl begrenzte Auswahl an Spielmodi erweitern und die Profi- sowie E-Sport-Szene glücklich stellen.

Wann und wie oft neue Helden und Karten ihren Weg ins Spiel finden, steht noch auf einem anderen Blatt Papier. Fest steht nur: Sie sollen kostenlos bleiben! Findige Reddit-Forenuser haben bereits eine kleine Liste an neuen Gesichtern zusammengestellt, die aus den letzten Trailern zusammengeschnibbelt wurden.

Mit diesen Games macht ihr Papa zum Vatertag glücklich!: Harte Spiele für harte Männer Mit diesen Games macht ihr Papa zum Vatertag glücklich! Harte Spiele für harte Männer Zum Artikel »

Fazit zum Start

Overwatch schmeckt wie Erdnussbutter auf Marmelade: Extrem süß anzuschauen, appetitlich für Anfänger, kross genug für Hardcore-Zocker und definitiv gehaltvoll genug, um euch für mehrere Monate satt zu machen. Dabei folgt der Titel abermals dem Blizzard-Credo „Easy to learn, hard to master“ in Richtung Shooter-Thron.

Um es kurz zu machen: Was hier in weit über 10 Jahren aus den Überbleibseln des Ex-WoW-Nachfolgers „Titan“ entwickelt wurde, trägt den Geiste des ehemaligen Namens in jedem Bit und Byte. Ein Titan von einem Spiel!

Overwatch erhält von uns 10 von 10 Time-Warps, 5 von 5 Drachenschwertern und 92 Prozent pures Shooter-Titanium. Pflichtkauf!

Overwatch ist ab dem 24. Mai für PlayStation 4, Xbox One und PC erhältlich.

Die besten Steam Games 2016 : Daddeln im Dampf Die besten Steam Games 2016 Daddeln im Dampf Zum Artikel »

VR, neue Konsolen und ein Haufen Videospiele: Das Daddel-Wort zum Frühling VR, neue Konsolen und ein Haufen Videospiele Das Daddel-Wort zum Frühling Zum Artikel » Warten auf die Revolution: "Homefront: The Revolution" im Test für PlayStation 4 Warten auf die Revolution "Homefront: The Revolution" im Test für PlayStation 4 Zum Artikel » Hölle, Hölle, Hölle: Doom im Test für PlayStation 4 Hölle, Hölle, Hölle Doom im Test für PlayStation 4 Zum Artikel »