"Lara Croft and the Temple of Osiris" im Test | PlayStation 4

Knackiger Koop in königlichen Krypten

"Lara Croft and the Temple of Osiris" im Test | PlayStation 4: Knackiger Koop in königlichen Krypten "Lara Croft and the Temple of Osiris" im Test | PlayStation 4: Knackiger Koop in königlichen Krypten
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"Lara Croft and the Temple of Osiris" im Test | PlayStation 4 Knackiger Koop in königlichen Krypten 7 Fotos

Lara Croft steht für Frauen-Power und spannende Third-Person-Action. Doch 2010 konnte Entwickler Crystal Dynamics mit dem Top-Down-Adventure "Lara Croft and the Guardian of Light" einen Überraschungshit feiern. Das auf Koop-Spaß ausgelegte Spiel begeisterte Spieler und Kritiker gleichermaßen. Ob der Nachfolger "Lara Croft and the Temple of Osiris an den Erfolg des Vorgängers anknüpft, verraten wir im Test.

Sehnlichst habe ich vier Jahre auf den Nachfolger des ersten Top-Down-Adventures von Lara Croft gewartet. Besonders mit einem Mitspieler auf der heimischen Couch wurde der Titel zu einem meiner persönlichen Favoriten im Jahr 2010.

Im Nachfolger setzen die Entwickler nun auf Altbewährtes: coole, actionreiche Gefechte, kleine, teils ziemlich anspruchsvolle Rätsel und die Jagd nach Highscores. Aber auch einige neue Features haben die Entwickler in das Spiel implementiert. Eine der herausragenden Neuerungen in "Lara Croft and the Temple of Osiris": Ab sofort darf Lara mit drei Mitstreitern gleichzeitig alte Grabstätten leerplündern.

Ready, „Set“, go!

Crystal Dynamics entführt uns in ihrem neuen Werk ins alte Ägypten. An der Seite von Horus, Sohn des Osiris und Isis, der Gemahlin Osiris, liegt es an uns den verbannten Gott Set von seiner Rücker aus der Welt der Toten abzuhalten. Der vierte Charakter im Bunde ist Laras Schatzjäger-Konkurrent Carter Bell.

Inszeniert wird die recht simple Geschichte durch regelmäßige Zwischensequenzen und Kommentaren von Lara und ihren Begleitern. Dabei schwankt die deutsche Synchronisation zwischen sehr stimmigen und markanten Sprüchen und schwächeren Abschnitten, die weniger authentisch wirken. Dennoch ist das Spiel in sich sehr stimmig, auch wenn die Handlung hier und da etwas mehr Pep hätte vertragen können.

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Technisch kommt das Spiel zumindest auf Konsole ordentlich daher: Zwar gibt es im Online-Multiplayer vereinzelt leichte Ruckler und Lag, offline läuft das Spiel aber einwandfrei. Besonders die Soundkulisse und die musikalische Untermalung des Abenteuers können sich hören lassen.

Sehen lassen kann sich "Lara Croft and the Temple of Osiris" auch: Hervorragendes Art-Design, abwechslungsreiche Grafik-Effekte und Kulissen, sowie kreative Dungeongestaltung sind dabei ausschlaggebend.

Vier Freunde für ein Halleluja

Mit bis zu vier Freunden gibt es nun alte Grabkammern zu erkunden, Riesenskarabäen zu besiegen und Schätze zu bergen. Im Duo funktioniert das genauso gut wie bereits im Vorgänger. Laras Greifhaken zeigt sich dabei ebenso praktisch, wie die Fähigkeiten von Horus und Isis, die es uns erlauben, selbst gut versteckte Boni problemlos einzusammeln.

Während Ihr Euch bei einer lokalen Partie einfach mit Euren Mitstreitern absprechen könnt, sodass jeder ungefähr die gleiche Menge an Schätzen aus einem Level mitnehmen kann, herrscht im öffentlichen Spiel über das Internet der nackte Konkurrenzkampf und Anarchie pur: Gegenseitiges in die Luft sprengen gehört zum Alltag jeder Dungeonhatz.

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Doch auch der lokale Multiplayer weist ein paar kleine Probleme auf: Bei vier Mitspielern an einer Konsole leidet nicht selten der Überblick. Besonders, da sich die Kamera weiter vom Geschehen entfernt, wenn die Spieler unterschiedliche Routen wählen. Um einer chaotischen Spielerfahrung vorzubeugen, empfehlen wir daher das klassische, lokale und kooperative Spiel mit zwei Personen.

Challenge accepted

Besonders motivierend sind die Herausforderungen: Egal ob Speedrun, High-Score oder Geschicklichkeitsprüfungen – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das Spannende: Die clever gestalteten Level und die teils anspruchsvollen Aufgaben motivieren für weitere Besuche in den verschiedenen Spielabschnitten.

Ein sehr befriedigendes Gefühl versprechen dabei die speziellen Herausforderungs-Levels: Dort warten meist ziemlich knifflige Rätsel, die den Spieler und seine Freunde stets mit neuen Waffen und neuer Ausrüstung belohnen. Ein zufriedenes High-Five mit dem Mitspieler nach der erfolgreichen Beendigung einer solchen Kammer ist dabei das i-Tüpfelchen.

Neben neuen Waffen können Lara und ihre Mitstreiter auch Ringe und Amulette ausrüsten, die verschiedene Boni versprechen. Wie bereits im Vorgänger bieten diese nicht nur Vorteile, wie zum Beispiel eine erhöhte Feuerrate, sondern haben gleichzeitig auch Nachteile, wie einen Munitions-Malus. Hier gilt es Vor- und Nachteile von Level zu Level richtig abzuwägen.

Eine weitere interessante neue Spielmechanik sind die am Ende jedes Levels zugänglichen Schatzkammern. Dort stehen Schatzkisten unterschiedlicher Größe, mit Inhalten unterschiedlicher Qualität. Zum Öffnen dieser Truhen muss der Spieler ausreichend Credits gesammelt haben. Beim Einlösen gibt es zwei Möglichkeiten: Öffne ich zwei bis drei etwas günstigere Truhen, oder spare ich doch lieber auf die große, goldene Schatzkiste?Dieses Feature steigert merklich die Lust darauf, wirklich jeden Winkel eines Levels genau zu untersuchen.

Fazit

"Lara Croft and the Temple of Osiris" macht da weiter, wo der Vorgänger "Guardian of Light" aufgehört hat. Spaßiges Koop-Gameplay mit knackigen Rätseln und actionreiche Ballereien zeichnen das Spiel von Crystal Dynamics aus.

Die Erweiterung auf die Möglichkeit mit bis zu vier Spielern gemeinsam zu spielen erfordert allerdings noch etwas Feinschliff. Übrigens: Als Solist wird man sich schnell bewusst, wieso das Spiel stets als Koop-Titel angepriesen wird – schon nach kurzer Zeit werden Horus, Isis und Carter schwerlich vermisst, denn nur mit Freunden kann der Tempel des Osiris sein ganzes Potenzial ausschöpfen.

Wir küren Laras neuestes Abenteuer daher mit vier von fünf wertvollen Artefakten, acht von zehn geladenen Magazinen und 83 von 100 gefundenen Schätzen.