Mit Kamehameha durch die Vergangenheit

Dragon Ball Xenoverse 2 im Test für Playstation 4

Mit Kamehameha durch die Vergangenheit: Dragon Ball Xenoverse 2 im Test für Playstation 4 Mit Kamehameha durch die Vergangenheit: Dragon Ball Xenoverse 2 im Test für Playstation 4 Foto: Bandai Namco Entertainment
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Dragonball Xenoverse 2_ - image/jpeg Die Prügel-Action geht in die nächste Runde: Mit Dragon Ball Xenoverse 2 bringt Bandai Namco nur anderthalb Jahre nach seinem Vorgänger einmal mehr Son Goku und seine Freunde auf die heimischen Konsolen. Im Test zeigen wir, welche Schlagkraft hinter dem Titel steckt!

Wie schon beim Vorgänger, distanziert sich Entwickler Dimps vom klassischen Beat 'em up und mixt RPG-Elemente mit packenden 3D-Kämpfen aus der Welt von Dragon Ball. Der gleichnamige Manga von Akira Toriyama ist schon über dreißig Jahre alt und wurde bereits dutzende Male in Videospielform umgesetzt. In den meisten Fällen spieltet ihr dabei Jahr für Jahr die immer gleiche Story rauf und runter.

In Xenoverse 2 aber begebt ihr euch als Spieler mittels Zeitsprüngen in die Vergangenheit und wahrt den Lauf der Geschichte. Was wäre wohl passiert, hätte Piccolo seinen Gegner Radditz damals nicht mit seiner Höllenspirale durchbohrt? Und wie sähe Nappa eigentlich als Weraffe aus? Das Spiel zeigt es euch! Wer inhaltlich hier schon aussteigt, sollte eine Menge nachholen. Denn Xenoverse 2 nimmt sich keine Zeit für Erklärungen.

Let’s Go!

Ihr beginnt in der Stadt Conton City, die fortan als Ausgangspunkt für euren Helden fungiert. Diese ist sieben Mal größer als Toki Toki City aus dem ersten Teil und kann in der Online-Lobby von bis zu 300 Spielern gleichzeitig erkundet werden.

Doch ihr geht nicht etwa mit Son Goku, Vegeta oder Piccolo auf Zeitreise, sondern erstellt euch einen eigenen Krieger. Dabei habt ihr anfangs die Wahl aus fünf verschiedenen Rassen, die alle unterschiedliche Stärken und Schwächen haben: Erdling, Saiyajin, Majin, Namekianer und Freezer-Clan. Im anschließenden Editor könnt ihr das Aussehen und die Kleidung nach Belieben anpassen. Rote Haare? Pinker Anzug? Gelbe Haut? Alles kein Problem! Als Alternative könnt ihr auch euren Helden aus dem Vorgänger importieren.

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In der Stadt begebt ihr euch zunächst in die Obhut der Kaioshin und werdet Mitglied der Zeitpatrouille – einer Gemeinschaft aus den oben genannten Rassen, deren Ziel der Erhalt des Geschichtsverlaufes ist. Denn wie ihr wenig später erfahrt, sind die bekannten Antagonisten Towa und Mira wieder zurück und versuchen den Lauf der Zeit zu verändern. Dabei bekommen sie Hilfe von bekannten Bösewichten der Anime Vorlage wie Turles, Slug oder Janemba. Als sogenannter Zeitsoldat müsst ihr sie in Storyquests bekämpfen.

"Werde mein Meister!"

Das Kampfprinzip ist simpel und altbewehrt. Um eure Gegner zu besiegen, nutzt ihr in den Arenen Kombinationen aus Nahkampfangriffen, Ki-Explosionen und Spezialattacken. Letztere lernt ihr in Lektionen von Charakteren aus dem Dragon Ball Universum, die sich alle in der Stadt verteilt aufhalten. Meistert ihr eine Lektion, eignet ihr euch eine seiner Spezialattacken an und könnt euren Helden damit ausrüsten.

So könnt ihr beispielsweise die Destucto Disc von Kuririn, das Dodonpa von Tenshinhan oder das Masenko von Son Gohan erlernen. Wer die Vorlage kennt und bereits im Vorfeld weiß, welche Moves er gerne hätte, ist hier klar im Vorteil.

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Ihr könnt zudem einen Charakter zu eurem Meister machen und versuchen eine Freundschaft zu ihm aufzubauen. Das funktioniert indem ihr ihn mit auf Quests nehmt oder die von ihm gelernten Spezialattacken einsetzt. Wenn ihr das alles fleißig macht, wird er euch irgendwann seinen ultimativen Signature Move beibringen. Je weiter ihr in den Story-Quests voranschreitet, desto mehr Charaktere werden in der Stadt freigeschaltet, von denen ihr wiederrum neue Spezialattacken lernen könnt.

Die Kämpfe selber laufen absolut flüssig. Selbst in Online-Quests, bei denen ihr mit bis zu sechs Spielern gleichzeitig kloppen könnt, gibt es keinerlei Probleme. Dafür lässt sich aber auch kein Sündenbock finden, wenn ihr mal ordentlich in die Mangel genommen werdet. Einige Quests haben es nämlich ganz schön in sich und motivieren euch bestenfalls zum Aufgeben. Schwierig wird es hier für Perfektionisten, die für jede Quest die Bestbewertung anstreben.

Apropos Bewertung: nach jedem Kampf, sei es eine Trainings-Lektion oder Quest, bekommt ihr eine Note zwischen C und Z (Anlehnung an Dragon Ball Z), wobei das Z die Bestnote ist. Dafür erhaltet ihr Geld, Erfahrungspunkte und hin und wieder sogar Kleidungsstücke. Euer Geld, genannt Zeni, könnt ihr anschließend in den Läden der Stadt verprassen um euch im Gegenzug mit Kampfobjekten oder neuen Attacken einzudecken.

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Die gesammelten Erfahrungspunkte könnt ihr in eure Attribute investieren um stärker zu werden. Hier ist ein wenig taktisches Verständnis und Selbstreflexion gefragt. Denn seid ihr ein Brawler, der bevorzugt den Nahkampf sucht, solltet ihr es euch zwei Mal überlegen, ob die Verbesserung der Spezialattacken hilfreich für euren Kampfstil ist.

Wie aus dem Anime geschnitten

Wer glaubt, dass Xenoverse 2 im Vergleich zum ersten Teil einen Grafikboost hingelegt hat, wird enttäuscht sein. In diesem Bereich gibt es kaum wahrnehmbare Änderungen, obwohl zumindest die Umgebung sie benötigt hätte. So sind die Böden teilweise immer noch eine verschwommene Texturmasse und die Zuschauer beim Kampfturnier weiterhin nur zweidimensional.

Das Charakter-Design hingegen sieht weiterhin verdammt gut aus. Die Figuren stehen ihren Anime-Vorbildern in nichts nach und trösten über die sonstigen Grafikpannen hinweg.

Perfektion dagegen wird einmal mehr im Soundbereich erreicht. So werden die Charaktere von den originalen Anime-Sprechern vertont, wodurch besonders die Cut-Scenes den alten Dragon Ball Flair erhalten. Wahre Musik für die Ohren sind aber tatsächlich die Sounds während der Kämpfe. Seien es die Schläge, die Teleportationen oder das einfache Summen vom Aufladen des berüchtigten Kamehamehas. Das alles wertet das Gesamterlebnis nochmal gehörig auf.

Fazit

Große Änderungen hat Dragon Ball Xenoverse 2 nicht parat. Die neue Story wechselt hier und da vielleicht ein paar Parameter aus, aber was völlig Neues wird hier nicht geschaffen. Auch in Sachen Grafik stagniert der Titel gegenüber seinem Vorgänger, wenngleich hier auf sehr hohem Niveau gemeckert wird.

Dafür sind die Kämpfe einmal mehr sehr gut inszeniert und mit dem passenden Sound untermalt. Langzeitspaß wird durch die vielen Quests, die auch online bestreitbar sind, garantiert. Im Großen und Ganzen präsentiert Dimps ein rundes und solides Kampfspiel ohne große Überraschangungen.

Wahre Fans des Prügel-Franchises kommen an Dragon Ball Xenoverse 2 wahrscheinlich nicht vorbei. Allen anderen, die den Vorgänger bereits gespielt haben, sei geraten sich genau zu überlegen, ob die wenigen Neuerungen einen Kauf rechtfertigen.

Daher bekommen Son Goku und seine Freunde für den neusten Titel aus dem Hause Bandai Namco 5 von 7 Dragon Balls, 75% Durchschlagskraft und eine Kaufempfehlung von über 9000!!!

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