Battlefield Hardline im Test

Guter Cop, böser Cop und mittelmäßiger Cop

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Battlefield Hardline im Test | PC, Xbox One, PS4 Guter Cop, böser Cop und mittelmäßiger Cop 15 Fotos

Mit "Battlefield Hardline" sorgt EA mit dem Entwicklerteam Visceral Games das erste Mal seit langer Zeit für frischen Wind im steifen Militärgefüge der Battlefield Serie: In der Rolle von Polizist Nick Mendoza geht es in der Solo-Kampagne auf Ganovenjagd, während sich der Mehrspielerpart wie gewohnt auf riesige Karten für bis zu 64 Spieler gleichzeitig konzentriert. Wir liefern den etwas anderen Test.

Düsselorf, Montagmorgen, 9:30 Uhr. Die grelle Morgensonne brennt sich durch die Jalousien in meine Augen, kleine Staubpartikel tanzen durch die Luft. Vor mir: Bat. Ein Monster von einem Kerl, zum Glück mit Handschellen an einen Stuhl gefesselt. Seine rechte Schläfe ist blutig, sein weißes T-Shirt verschwitzt, sein Gesicht zu Boden gewandt. Sein rechter Arm ist übersäht mit Tattoos, unter anderem scheinen mir die Schriftzüge „Bad Company FTW!“, „Twinkle, Twinkle, Little Star!“ und „One who loves Beatrice!“ entgegen.

Scheint 'ne harte Nacht gewesen zu sein. Da geht doch nichts über einen guten Start in den Tag. Ich spreche in mein Mikro:

„Mister Bat. L. Field im Verhör. Anwesend: Lieutenant Daniel Hecht und Detective Michael Grünewald.“

Ich versuche Bat in die Augen zu blicken, aber keine Reaktion. Sein Mund steht offen und er sabbert recht unbekümmert auf sein weißes Hemd. Ich nicke meinem Kollegen zu, der binnen weniger Sekunden seinen Schlagstock ausfährt und Bat damit auf den rechten Arm schlägt.

„Du verlogenes Stück Scheiße hast deine Kollegen verraten! Hör auf zu sabbern!“

Endlich regt sich Bat, wenn auch langsam. Den Schlag scheint er nicht gespürt zu haben. Kurz zieht er seinen Rotz hoch und lässt ihn geräuschvoll auf den Boden niedersausen.

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„Für's Protokoll fange ich von Vorne an: Unter der Leitung vom in Redwood City beheimateten, amerikanischen Entwicklerteam Visceral Games hast du dich zu Höherem berufen gefühlt und wolltest für frischen Wind in der Szene sorgen. Kein Wunder, bei deinen militärischen Vorgängern.“

Bat schneidet kurz eine Grimasse. Das Thema lässt ihn scheinbar nicht so kalt, wie er es gern hätte.

„Punkt 1: Die Einzelspielerkampagne. Zäher Einstieg. Und wenn ich „zäh“ sage, dann meine ich: Selbstablaufende Sequenzen im Überfluss. Wenig spielerischer Gehalt. Langsamer Charakteraufbau. Verdammte Hacke, wer hat Eure Schreiber geschmiert, dass die so 'nen Bockmist fabrizieren? Ich dachte, dass wären verdammte Profis?“

Bat räuspert sich: „Leck mich Bulle!“

„Womit wir gleich beim Thema wären: Endlich – und ich betone es nochmal: Endlich (!) zeigt Euer Auftraggeber wieder Eier in der Hose und schaltet die Weichen so, dass Ihr freie Fahrt für ein – zumindest in Eurer Serientradition recht unbeflecktes Thema habt. Cops gegen Gangster. Herrlich! Aber Ihr habt es verbockt!

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Nein, ich will nicht allzu hart mit Dir sein, Bat, da hat der Bordstein gestern Abend schon genug Vorarbeit geleistet. Sagen wir es mal so: Die Einzelspielerkampagne hat ihre Momente. Was übersetzt soviel lautet wie: Sie ist an vielen Stellen furzlangweilig.

Klar, sieht super aus wenn Du mit deiner Karre durch die Straßen rast und dabei alles explodiert. Oder die eine Szene auf dem Hochhaus... ha, ich will nichts spoilern, aber das mit Hubschrauber... oh man, das gehört nach Hollywood. Aber spielerisch? Pah, du dummes, dummes Stück!“