Teil 3: Tempel und Schreine

100 Dinge, die man in Japan tun sollte

Teil 3: Tempel und Schreine: 100 Dinge, die man in Japan tun sollte Teil 3: Tempel und Schreine: 100 Dinge, die man in Japan tun sollte Foto: Shutterstock.com / Blanscape / f11photo / Tooykrub

In unserem dritten Teil der Serie "100 Dinge, die man in Japan tun sollte" ziehen wir festes Schuhwerk über und reisen quer durch das Land, um einige der schönsten Tempel und Schreine zu sehen.

100 Dinge, die man in Japan tun sollte? Da haben wir uns einiges vorgenommen! Bereits im ersten Teil unserer Serie haben wir euch auf die höchsten und besten Aussichtsplattformen mitgenommen um das Land im fernen Osten richtig wahrnehmen zu können. Im zweiten Teil drehte sich dann alles rund um das Thema "Shopping": Von langen Einkaufsmeilen bis zu traditionellen Vierteln führten wir euch quer durch Tokyo.

Diesmal halten wir uns nicht nur in Tokyo auf, sondern pilgern auch in Richtung Westen: Insbesondere Kyoto gilt als Hochburg für die klassische, japanische Kultur und bietet euch unzählige Tempel und Schreine an - darunter einige der populärsten im ganzen Lande. Letztendlich zieht uns die Reise bis ins weit entfernte Hiroshima, auf die südlich gelegene Insel Miyajima.

Auf unserer stetig wachsenden Übersichtskarte findet ihr die 10 folgenden Orte mit einem dunkelbraunen Tempel-Symbol markiert. So lässt sich die nächste Reise nach Japan gleich viel einfacher planen.

Meiji-Schrein (Tokyo)

Japan Schrein Shutterstock - image/jpeg

Der Yoyogi Park inmitten von Tokyo ist eine Oase der Ruhe: In dem riesigen und weitläufigen Park fühlt man sich inmitten der vielen Bäume kurzzeitig wie auf einem anderen Planeten. Eben noch brodelnde Großstadt, plötzlich natürliches Paradies.

Hier findet sich auch einer der populärsten Schreine der Stadt: Der Meiji-Schrein stammt aus dem Jahr 1920 und wurde zum Wohl des gleichnamigen Kaisers erbaut. An diesem Ort sollen die Seelen des Meiji-tennō und seiner Frau Shōken-kōtaigo geehrt werden. Ein Wunsch, dem jährlich rund 30 Millionen Besucher nachkommen.

Wie so einige Tempel und Schreine ist auch der Meiji-Schrein heute KEIN Original mehr: Am 1. April 1945 wurde das Prachtwerk von amerikanischen Bomben in Schutt und Asche gelegt. Der heutige Tempel stammt aus dem Jahr 1958 und wurde seitdem öfters restauriert.

Am besten erreicht ihr den Schrein über den nebenan liegenden Bahnhof von Harajuku. Danach lädt die Takeshita Street zum eifrigen Shopping ein.

Sensō-ji Tempel / Asakusa-Schrein (Tokyo)

Asakusa 2 - image/jpeg

Der buddhistische Tempel ist das Herzstück des Tokyoter Stadtviertels "Asakusa": Nachdem ihr das südlich gelegene "Kaminarimon"-Tor durchquert und euch durch die langgezogene, meist von Touristen übersäte "Nakamise Shopping Street" geschlagen habt, erreicht ihr einen der ältesten und bedeutendsten Tempel in Tokyo.

Die Geschichte vom Sensō-ji reicht weit zurück bis ins Jahr 628: Drei Fischer sollen hier eine ca. 5 Zentimeter große, goldene Kannon-Statue gefunden haben, die dann verehrt wurde. Kannon? Richtig! Die Göttin des Mitgefühls! Hättet ihr auch gleich drauf kommen können ;-)

Asakusa 1 - image/jpeg

Wie an fast jedem Tempel üblich könnt ihr auch hier euren Mund mit Wasser ausspülen und euch Rauch über den Kopf wedeln - ein ritueller Akt der Reinigung. Fotografen hingegen nehmen die prachtvolle Kombo aus Tempel, Hōzō-mon Tor und fünfstöckiger Pagode gerne als Motiv mit nach Hause.

Nezu Schrein (Tokyo)

Nezu Schrein - image/jpeg

Wer keine Lust auf Unmengen von Touristen hat, der sollte diesem Schrein einen Besuch abstatten: Etwas versteckt im Straßenlabyrinth zwischen Ueno-Park im Süden und Nippori im Norden gelegen, erwartet euch hier nicht nur ein besonders schöner Schrein, sondern auch eine fantastische Gartenanlage mit zahlreichen roten Toriis.

In den Gewässern machen es sich derweil Schildkröten, rote Koi-Karpfen und auch die ein oder andere Schlange bequem. Touristen mit einem Faible für historische Uhren sollten auch einen Blick auf das nahegelegene "Daimyo Clock Museum" werfen.

Kōtoku-in, alias "Der große Buddha" (Kamakura)

Japan Buddha Shutterstock - image/jpeg

Eine der wohl populärsten Buddha-Figuren weltweit findet sich im lauschigen Kamakura, weit südlich von Tokyo und gleich am Meer gelegen. Die entspannte Stadt begeistert mit ungezwungener Surfer-Attitüde, der "dicke Buddha" selbst als dankbares Fotomotiv.

Den Eintritt in das Innere der Statue könnt ihr euch unserer Meinung nach sparen: Trotz einer stattlichen Höhe von über 13 Metern und einem Gewicht von 121 Tonnen findet ihr dort nicht mehr als ein dunkles Loch mit kleiner Treppe nach oben. Auch der nahe gelegene Tempel Kōtoku-in ist eher unspektakulär.

Dafür bieten die zahlreichen Berghänge im Westen einige lohnenswerte Wandertripps zu weiteren kleinen Schreinen und Tempeln, inklusive tollen Panoramen über die Bucht und die Stadt Kamakura.

Kinkaku-ji, alias "Der goldene Tempel" (Kyoto)

Japan Schrein Shutterstock - image/jpeg

Es ist sicher einer der bekanntesten Tempel der Welt: Der "goldene Tempel" in Kyoto lockt jährlich mehr als 6 Millionen Besucher in den bergigen Nordwesten Kyotos und wurde 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Leider hat die Popularität auch ihren Preis: Macht euch bei einem Besuch auf massenhaft weitere Touristen gefasst, die das gleiche Ziel haben. Clevere Planer pilgern möglichst früh am Tag oder spät dorthin, um die gröbsten Touri-Ströme zu umgehen. Das Gelände öffnet meist um 9 Uhr und hat bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist mit 400 Yen (gut 3 Euro) sehr niedrig.

Übrigens ist auch der Kinkaku-ji lange kein Original mehr: Ursprünglich 1397 errichtet, fiel die gesamte Tempelanlage bereits öfters den Flammen zum Opfer - zuletzt durch Brandstiftung im Jahr 1950. Das "Gold" im Titel bezieht sich derweil auf oberen Stockwerke der Reliquienhalle am See: Diese sind vollständig mit Blattgold überzogen und verleihen dem Gebäude insbesondere bei Sonnenschein seinen unverkennlichen Look, der darüberhinaus grandios im See gespiegelt wird. Kein Wunder also, dass sich der Tempel auf beinahe jeder Touri-Postkarte wiederfindet.

Kiyomizu-dera (Kyoto)

Japan Schrein Shutterstock - image/jpeg

Auf der östlichen Seite von Kyoto an einem Berghang gelegen, findet sich auch der Kiyomizu-dera in jedem guten Touri-Buch. Kein Wunder also, dass es gerne mal "voll" wird: Rund 10 Millionen Menschen pilgern jährlich zu der großen Anlage, welche insbesondere durch seinen riesigen Holz-Balkon bekannt wurde. Von hier habt ihr - bei gutem Wetter - eine atemberaubende Aussicht auf Kyoto und das Umland.

Wortwörtlich bedeutet Kiyomizu übrigens "Reines (Kiyo) Wasser (Mizu)" - eine Anspielung auf den Otowa Wasserfall und dessen klares Wasser.

Wichtig: Falls ihr in der nächsten Zeit einen Besuch planen solltet, könntet ihr enttäuscht werden: Dank einer ausgiebigen Renovierung wird das Dach der Haupthalle verdeckt, insgesamt sollen sich die Arbeiten bis März 2020 (!) hinziehen. Geschlossen wird die Anlage nach aktueller Info-Lage dabei nicht - schaut aber besser nochmal bei Doktor Google nach ;-) 

Fushimi Inari-Taisha (Kyoto)

Kyoto Shutterstock - image/jpeg

Der Shinto-Schrein im südlichen Teil von Kyoto ist vor allem aufgrund seiner unzähligen, roten Toriis bekannt: Die Tore ziehen sich quer über das sehr bergige Gelände, die Inschriften beziffern den jeweiligen "Spender", sei es ein Individuum oder eine Vereinigung.

Für ein schnelles Foto-Motiv muss man dabei gar nicht allzu weit wandern. Wer jedoch den Inari Berg bis nach oben kraxeln will, der sei vorgewarnt: Der Weg kann mit 2 bis 3 Stunden recht lang und schweißtreibend ausfallen - und ist insbesondere bei heißen Temperaturen nicht für jeden Touristen gleichermaßen empfehlenswert. Der Wanderweg hinter dem Tempel heißt nicht umsonst Senbon Torii, alias "Tausende Torii Tore".

Der Schrein selbst ist übrigens der Ort, an dem Inari, die Shinto-Göttin des Reis, verehrt wird. Als Botschafter der Göttin sollen Füchse durch die Wälder streifen. Kein Wunder also, dass ihr hier auch viele Fuchs-Statuen finden könnt.

Insgesamt definitiv ein Ausflug, den man auf den Programmzettel packen sollte!

Tōdai-ji (Nara)

Todaiji Tempel Nara Japan Shutterstock - image/jpeg

Japaner lieben ihre Superlative - und der Tōdai-ji in Nara liefert mal eben den Rekord als größtes Holzgebäude der Welt. Inmitten der riesigen Haupthalle findet sich der Daibutsu, ein riesiger, 15 Meter hoher Bronze-Buddha.

Neben dem tollen Tempel hat die Stadt übrigens noch weitere Highlights zu bieten: Rehe etwa, welche vollkommen frei und in wahren Scharen durch die Straßen und die Parks ziehen - und euch gerne mal die Postkarten aus der Hand reißen. Vorsicht vor dem verfressenen Pack! ;-)

Um den Tempel zu erreichen, solltet ihr etwas Fersengeld einreichnen: Der Spaziergang von der JR Nara Station bis zum Tōdai-ji kann sich 45 bis 60 Minuten ziehen und führt euch dabei bergaufwärts durch die Stadt. Dennoch reichen die Touri-Spots in der Stadt eigentlich nicht dafür aus, um extra dafür ein Hotelzimmer in Nara zu mieten. Steuert die Stadt am besten als Tagesausflug aus Kyoto oder Osaka an.

Ise-Jingū (Ise)

Japan Tempel Shutterstock - image/jpeg

Die auf der östlichen Küstenseite von Honshū gelegene Stadt Ise beheimatet das höchste Heiligtum Japans. Die Stadt ist mit knapp 130.000 Einwohnern alles andere als "klein", dennoch ist der Ise-Jingū wohl der Hauptgrund, warum sich jährlich bis zu 8,5 Millionen Besucher auf dem riesigen Gelände innerhalb eines Zypressen-Waldes einfinden.

Der Aufbau ist für Touristen teils verwirrend: Grob beschrieben gibt es einen Inneren Schrein (Naikū) und einen Äußeren Schrein (Gekū), sowie stolze 125 Nebenschreine - eine Mammutaufgabe für Fotografen.Startet euren Ausflug am besten an der Uji Brücke, einem rund 100 Meter langen Holzbauwerk, welches sich über den Isuzugawa Fluss spannt. Von hier kann der Trip durch den Wald und an den Schreinen vorbei rund 1 bis 2 Stunden dauern, je nachdem was ihr alles sehen wollt.

Wichtig: Die Hauptschreine sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und können nur aus einiger Entfernung betrachtet werden. Dennoch lohnt der Trip alleine für die ausladenen Wanderwege und die famose Naturkulisse.

Das große Torii auf Miyajima (Hiroshima)

Japan Tempel Schrein Sonnenuntergang Shutterstock - image/jpeg

Die südlich von Hiroshima gelegene Insel Miyajima gilt als einer der drei schönsten Landschaften Japans und ist nur per Fähre erreichbar - Startpunkt ist Miyajimaguchi. Einmal angekommen entdeckt ihr ein wunderbares Eiland, welches größtenteils von dichten Wäldern bedeckt ist und an dessen Spitze der 535 Meter hohe Berg Misen einen atemberaubenden Ausblick gewährt.

Das im Meer versinkende Torii vor dem Itsukushima Schrein ist nur einen kurzen Fußlauf entfernt von der Anlegestelle der Fähre, nebenbei bietet die Stadt auch ein öffentliches Aquarium. Auf der ganzen Insel laufen zahme Rehe und Wild umher, während es sich an der Bergstation der Seilbahn einige Japanmakaken - kleine, süße Affen - bequem gemacht haben.

Sowohl der Schrein, als auch das Torii gehören seit 1996 zum Weltkulturerbe - das Torii selbst beeinflusste seit seiner Errichtung 1875 zahlreiche Künstler in ganz Japan und gilt als eines der bekanntesten Motive.

Miyajima steuert ihr am besten als Tagesausflug aus Hiroshima an.

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