Über Stock und Stein

Dirt 4 im Test für Playstation 4

Über Stock und Stein: Dirt 4 im Test für Playstation 4 Über Stock und Stein: Dirt 4 im Test für Playstation 4 Foto: The Codemasters Software Company Limited
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Der König des Rally-Sports ist zurück! Mit DiRT 4 präsentiert Codemasters den neuesten Ableger der Rennsimulation für Xbox One, PC und Playstation 4. Dabei ist der Titel eine Mischung aus dem Simulationslastigen Vorgänger DiRT Rally und dem einsteigerfreundlicherem DiRT 3. Das Beste aus zwei Welten, oder eine misslungene Kreuzung? Wir verraten es euch im Test.

Was macht ein gutes Rennspiel aus? Eine gute Fahrphysik? Ein guter Karrieremodus? Viele lizensierte Autos? Oder doch eine gute Gegner-KI? In der Vergangenheit mussten Renn-Enthusiasten hierbei eine wichtige Entscheidung treffen. Nun gibt es DiRT 4 und schafft hier nahezu lückenlos Abhilfe (abgesehen für Fans von Formel-Rennsport).

Legt ihr das erste Mal die Disc in eure Konsole, werdet ihr in der DiRT-Academy begrüßt und bekommt einen Crash-Kurs der euch mit den Grundlagen des Titels vertraut macht. Driften, Anbremsen und die unterschiedlichen Bodenbeläge werden erklärt, um euch den Eintritt in die Welt des Rally-Sports so angenehm wie möglich zu gestalten. Und das gelingt: Selten hatten wir so viel Spaß bei einem simplen Tutorial. Zudem lernt man einige interessante Kniffe, die besonders im späteren Spielverlauf die eine oder andere Zehntelsekunde bringen können.

Der eigene Rennstall

Haben wir die Academy abgeschlossen (diese kann auf Wunsch auch übersprungen werden), geht’s an Eingemachte. Die ersten Rallys in Australien warten schon. Als Fahrer eines Teams geht es darum, die Läufe bestmöglich abzuschließen und idealerweise die vielen Sponsoren des Teams glücklich zu machen. Gelingt dies, winkt ein ordentliches Preisgeld, welches das Fundament eures eigenen Rennstalls darstellen kann. Mit dem nötigen Kleingeld kauft Ihr Autos, stellt Mechaniker ein und vergrößert eure Infrastruktur. Natürlich dürft ihr eurem Team auch einen Namen geben und mit Sponsoren über Deals verhandeln. Seid ihr dann weiterhin erfolgreich, steht eurem Erfolg nichts im Wege. Insgesamt gibt es im Karrieremodus unterschiedliche Rennserien: die normale Rally-Serie, die Stadion-Serie, die Rallycross-Meisterschaft und die Klassik-Rally.

Die unterschiedlichen Serien sind ebenfalls in kleinere Meisterschaften geteilt, die mit unterschiedlichen Fahrzeugklassen gefahren werden. In den Rennen im Stadion heizen Buggys über den Schlamm, in den Klassik-Rennen könnt ihr euch hinter das Steuer eines alten BMW M3 oder Morris Mini setzen. Neben Geld und Erfahrungspunkten winken auch neue Fahrzeuge nach dem erfolgreichen Abschluss einer Rennserie. Insgesamt bietet DiRT 4 einen der besten Karrieremodi die wir aus Rennspielen kennen. Überflüssige Videosequenzen und Pressekonferenzen, sodass ihr euch komplett auf die Straße konzentrieren könnt. Die Einnahmen, sowie die freischaltbaren Autos sind ebenfalls eine Reizvolle Belohnung für fleißige Bleifüße.

Neben der Karriere sind ebenfalls einige Online-Challenges und Spielmodi am Start, sowie der Joyride. Hier könnt Ihr euer Autohandling in unterschiedlichen Herausforderungs-Etappen auf Herz und Nieren testen. Ein super Spaß für zwischendurch!

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Simulations-Spagat

Wie bereits erwähnt vereint DiRT 4 das Beste aus zwei Vorgängern. Codemasters ist dieser Spagat erfolgreich gelungen. Simulationsfans freuen sich darüber, dass ihr komplett ohne Fahrhilfen mit Lenkrad und Schaltung über die Pisten düsen könnt und zwischen den Rennen an jeder Stellschraube drehen dürft. Wohingegen "Casual"-Rallyfahrer genau dosieren können, wie viel Simulation es sein darf. Das zeigt sich ebenfalls am Fahrverhalten der Boliden. So sind die unterschiedlichen Antriebsarten der Autos ausgezeichnet umgesetzt, sodass ihr schon nach einigen Kurven definitiv wissen werdet, ob ihr Vorderradantrieb, 4x4 oder Heckantrieb bevorzugt.

Genauso verhält es sich mit den Streckenverhältnissen. Es macht einen großen Unterschied, ob ihr auf feinem oder grobem Schotter unterwegs seid. Ebenso relevant ist es, ob der Untergrund nass oder trocken ist. Das gute hierbei: Wer sich in das Spiel reinfuchsen möchte und jede Nuance der Strecke und des Fahrzeugs beherrschen will, der kann das tun. Alle anderen suchen sich ihre passenden Einstellungen heraus und haben einfach nur Spaß am Brettern.

Feiner Sand im Getriebe

Technisch ist DiRT 4 durchaus solide. Besonders positiv sind die Fahrzeugmodelle hervorzuheben. Ebenfalls ein Traum: die Soundkulisse. Jeder Motor hat seine eigene Charakteristik und dröhnt so schön wie in Wirklichkeit. Alleine aus diesem Grund kann ich jedem DiRT-Spieler die Cockpitperspektive ans Herz legen! Ebenfalls überzeugen kann der Soundtrack des Spiels. In den Menüs und beim tüfteln am Fahrzeug gibt es stets eine angenehme Berieselung aus den Boxen. Grafisch muss man leider bei den Umgebungen ein paar Abstriche machen. Insbesondere in der Ferne werden die Texturen etwas unscharf und Matschig. Auch die Zuschauer, Häuser und Sträucher am Rande der Strecke lassen ein wenig zu wünschen übrig. Doch ist man auf der Jagd nach der Bestzeit, sind dies Details die im Prinzip keine große Rolle spielen.

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Fazit:

DiRT 4 macht alles richtig! Fans von Rallyspielen können ohne mit der Wimper zu zucken zuschlagen – egal ob Hardcore Simulationsfan oder Casual-Fahrer. Das Spiel schafft es, ein komplettes Paket zu schnüren. Besonders positiv hervorzuheben ist der Karrieremodus. Codesmasters macht keine Experimente, sondern beschränkt sich auf das Rallyfahren und belohnt den Spieler mit Erfahrungspunkten, neuen Autos und Geld.

Apropos Geld: Mir persönlich hat der Aufbau des eigenen Teams enorm gut gefallen. Jeder Cent wurde in neue Autos, bessere Mechaniker oder Verbesserungen am Team-Werk gesteckt. Mit den begleitenden Online-Spielmodi und dem Joyride erfüllt DiRT 4 Rennsportfreunden jeden Wunsch.

DiRT 4 bekommt von uns 5 von 5 fehlerfreie Prüfungen, 87 von 100 Stilpunkten und 9 von 10 goldene Lenkräder.

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