Jorge nuschelt, Sylvie lallt und Milos fliegt

So tanzen die Promis sich durch Let’s Dance

Jorge nuschelt, Sylvie lallt und Milos fliegt: So tanzen die Promis sich durch Let’s Dance Jorge nuschelt, Sylvie lallt und Milos fliegt: So tanzen die Promis sich durch Let’s Dance Foto: Pablo Garcia Saldaña

Seit rund einem Monat verwöhnt RTL uns mittlerweile mit der achten Staffel von Let’s Dance – Zeit, sich mal anzuschauen, was da eigentlich Woche für Woche drei Stunden lang passiert. Schnell stellt sich raus: Was auch immer es ist, es ist irgendwie merkwürdig. "Promis" tanzen, Llambi meckert und Motsi Mabuse freut sich. Und Jorge Gonzales nuschelt auch irgendwas. Sylvie van der Vaart gönnt sich scheinbar in jeder der vierhundert Werbepausen ein Herrengedeck und wird irgendwie zunehmend beschwipster. Zusammengehalten und ansatzweise unterhaltsam wird die Show eigentlich nur durch Moderator Daniel Hartwig, der sich nach drei Jahren Dschungelcamp wohl über gar nichts mehr wundert.

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Die Loser

Eröffnet wird die Show vom RTL-Eigenbestand Katja Burkard. Die macht mit ihrem Quickstep im mintgrünen Tüll-Gewand scheinbar keine gute Figur und erhält ein vernichtendes Urteil von der kompetenten Fachjury. Vor allem Jury-Miesepeter Joachim Llambi, eine Mischung aus Dieter Bohlen und Lord Voldemort, hat viel zu meckern und vergleicht Frau Burkard mit einem Staubsauger auf erster Stufe. Oder irgendwie sowas. Im Backstage-Bereich wird die Punkt12-Dame dann aber liebevoll von der lallenden Sylvie Van der Vaart/Meis aufgeheitert.

Ein noch schlechteres Urteil erhält nur "Unter Uns"-Bravoboy Milos Vukovic, der mit seiner Salsa durch den Raum stolpert, als hätte er ein gebrochenes Bein. Und am anderen Fuß eine ganz ganz schlimme Blase. Dabei hatte er sich im Vorfeld sogar Hilfe von 90er-Poplegende Oli P. geholt, wie das "Schau wie hart wir trainieren"-Video vor dem Auftritt zeigt. Wäre für ein heißes Hüftschwung-Training jetzt vielleicht nicht unsere erste Wahl gewesen, aber was wissen wir schon. Scheinbar einiges, denn Milos flog trotz des Petsokat’schen Popowacklers diese Woche raus. Das nächste Mal vielleicht einfach ein paar Twerking-Videos bei YouTube anschauen!

Auch der "Ab ins Beet"-Grießgram Detlef Steves, der auf VOX regelmäßig in irgendwelchen Gärten rumkrakelt, holt sich für seine Salsa *hust* "prominente" Unterstützung. Grinsend und mit einem feschen Bob auf dem Kopf hüpft das DSDS-Fossil Alexander Klaws in den Trainingsraum und gibt kluge Ratschläge. Auch die tragen aber keine Früchte und der arme Tanzbär Detlef wird vom Volde-Llambi ganz schlimm gemobbt: "Das war sone UHU-Salsa – so unter hundert." Da scheinen Dieter Bohlens Gag-Schreiber ihre Köpfchen nochmal richtig zum Rauchen gebracht zu haben! Aber auch für Detlef naht Rettung in Form einer irgendwie immer verwirrter wirkenden Sylvie: "Herz. Seele. Er ist goldig. Und du bist süß!" Danke Sylvie. Hier haste nochn Kümmerling.

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Die Streber

Enissa Amani beweist uns schließlich, dass die Salsa eigentlich doch gar nicht so schlimm ist. Ganz ohne Hilfe aus der Tanzschule Klaws/Petsokat holt sie 27 von 30 Jurypunkten und besiegt nebenbei auch noch ihre Rutschen-Phobie. Was auch immer das sein mag, wir freuen uns für sie! Auch Ex-Viva-Mäuschen und "Let‘s Dance"-Streberin Minh Khai Phan-Thi überzeugt die Jury mit einem heißen Hip-Hop im Leder-Catsuit. Ihr Tanzpartner ist übrigens Massimo Sinato, der seinerzeit auch schon Rebecca Mir über das Parkett und von dort direkt in sein Bettchen schleifte. In dem lagen damals zwar noch Frau und Kinder, aber die setzte Massimo einfach schnell vor die Tür. Man muss sich ja nicht immer mit solchen Details aufhalten. Dementsprechend misstrauisch wird der Auftritt von der Nase rümpfenden Rebecca Mir im Publikum verfolgt.

Das Mittelfeld

Bis auf Yoga-Guru Ralf Bauer, der mit seinem Tango ebenfalls 27 Punkte holt, tummelt sich der Rest der Promis eher im Mittelfeld. DSDS-Badeente Daniel Küblböck betört uns mit einem halb offenen pinken Hemd, das Ansätze eines heißen Brusttattoos erahnen lässt. Das Motiv ist scheinbar ein Walkman. Einfach sexy! Auch GZSZ-Dickerchen Thomas Drechsel versprüht laut Jorge Gonzales "Erotik pur!" – das ist alles, was wir verstanden haben. Der stark erschlankte Gewichtheber Matthias Steiner kommt mit seinem Twilight-Paso Doble eher so mittelmäßig an und die Quotenseniorin Beatrice Richter schleppt sich keuchend über das Parkett. Motsi Mabuse findet dafür aber sogar noch ein Lob – wahrscheinlich aus Respekt vor dem Alter.

Ein Highlight erwartet uns aber nochmal am Ende. Fußballer Hans Sarpei moonwalkt sich zu Michael Jacksons „Black or White“ durch den Raum und begeistert die Massen. Vor allem Daniel Hartwig beflügelt dieser Wahnsinns-Auftritt zu humoristischen Höchstleistungen: "Wieso heißt der eigentlich Hans? Der müsste doch Tanz Sarpei heißen!" Hahaha, Daniel du Witzbold, I see what you did there! Sylvie kriegt sich gegen Ende auch gar nicht mehr ein und muss bei jeder Gelegenheit loskichern. Der Spannungsaufbau bei der Entscheidungsverkündung gelingt ihr deswegen eher so mittelgut. Daniel übernimmt sicherheitshalber und schmeißt Milos raus. Nach drei Stunden Sendung können dann endlich alle nach Hause gehen. Und wir ins Bett. Und Sylvie in die nächste Kneipe. Win-win für alle (außer für Milos)!