Wie eine Sommerbrise im Trommelfell

Die besten Tropical House Tracks

Wie eine Sommerbrise im Trommelfell: Die besten Tropical House Tracks Wie eine Sommerbrise im Trommelfell: Die besten Tropical House Tracks Foto: Shutterstock.com

Ein relaxed im Hintergrund groovendes Saxophon, drolliges Marimba-Geklimper, tropisches Nachklingen der Steel Pan - und unter all dem ein Beat, der euch die Strandsandalen von den Füßen wippt. Willkommen in der Welt des Tropical House, einer musikalischen Bewegung, welche seit 2015 nicht mehr aus den Charts wegzudenken ist und dank großer Festivals wie dem Coachella, Tomorrowland und zuletzt Parookaville immer weiter an Schwung gewinnt.

Zugegeben: Ein wenig "Fresse dick" und "Bitte nicht schon wieder!" geht mit Tropical House einher, wie weiß gekleidete Ladies mit feschen Hüten und Zuckerschock durch Raffaelo. Alleine zum Zeitpunkt dieser Zeilen (Ende Jul 2017) tummeln sich etliche Songs mit tropischer House-DNA in den deutschen Charts, zum Beispiel "Mama" (Jonas Blue, William Singe), "Pretty Girl" (Maggie Lindemann, Cheat Codes, CADE), "Hot2Touch" (Felix Jaehn), "Know No Better" von Major Lazer und "Little Hollywood" von Alle Farben.

Bei so einem Überangebot und teils verschwimmender Grenzen zwischen Tropical House, Deep House und dem langsam in Schwung kommenden EDM Rap, dem Steve Aoki erst kürzlich eine ganz eigene Scheibe namens "Kolony" gegönnt hat, sollten wir erstmal einen Blick auf zwei wesentliche Instrumente werfen, welche dem Tropical House erst die nötigen Muscheln unter den Sand buddeln: Die Marimba und die Steel Pan, alias "Handpan".

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Marimba, Mamba, Mama Mia

Marimba... mmh... Marimba. Kann man das kauen? Oder trinken? Was sich anhört wie ein leckeres Getränk aus Limonen und Ananas, ist tatsächlich ein Musikinstrument, dessen guter Ruf ein wenig durch den Kindergarten-Look geschädigt wird. Als hölzernes Schlagstabspiel (Schwieriges Wort! Versucht mal "Schlag-Stab-Spiel") reicht der Tonumfang der Marimba von C bis g4 - und liefert damit die Gute Laune gleich kostenlos obendrauf.

Entwickelt wurde die Marimba in Guatemala - für alle Erdkunde-Nulpen wie wir: Das liegt südlich von Mexiko, und teilt sich eine Grenze mit Honduras und El Savador. Der Verbreitungsgrad reicht von mittel- und südamerikansichen Ländern bis ins ferne Japan.

Abseits von zahlreichen Tropical House Auftritten lässt sich mit der Marimba sogar das aktuell "Beste weil best-geklickte Lied von Welt' ansprechend aufbereiten. Ladies und Gentleman, "Despacito" auf der Marimba:

Nebenbei eignet sich die Marimba ganz hervorragend um den klassischen Nintendo-Soundtrack aufzuwerten :-D

Peter Steel Pan und seine tropischen Kumpanen

Das zweite Instrument, welches in zahlreichen Tropical House Tracks seinen Dienst tut, hört auf den Namen "Steel Pan", gerne auch mal "Steel Drum", oder eingedeutscht "Stahlpfanne" und "Stahltrommel". Dabei sehen die Dinger aus wie alte Ritterhelme, auf die bereits zahlreiche Backsteine geworfen wurden.

Hergestellt werden Steel Pans aus einem konkav getriebenen Feinblech in Form eines runden Resonanzkörpers, in welchen verschiedene Tonfelder eingestanzt werden. Diese Klangflächen sorgen dann für den atemberaubend coolen "Tropical"-Sound.

Entwickelt wurde die Marimba in Trinidad - für alle Erdkunde-Nulpen wie wir: Das ist eine große Insel vor Venezuela, die sich selbst als Republik versteht und zu den südlichsten der karibischen Inseln gezählt wird.

Beim Spielen der Steel Pan entstehen dann solche Klangwelten:

Ach ja, Game of Thrones lässt sich auf der Stahlpfanne auch ganz hervorragend spielen:

Unsere liebsten Tropical House Tracks

Der Begriff "Tropical House" findet seine Wurzeln angeblich beim DJ und Musikproduzenten Thomas Jack - selbst einer der großen Vertreter des Genres. Als dieser aufgefordert wurde seinen eigenen Musikstil zu beschreiben, ist eben dieses Wort dabei herausgekommen: Hauptsache Sommer, Sonne, Strand und tropische Palmen im Hintergrund, fertig ist die Inspiration.

Neben den bereits erläuterten Instrumenten, kommen dabei auch gerne mal Gitarren, Flöten, Planflöten und Klavier- bzw. Keyboard-Parts mit in den Track hinzu - wobei die Geschwindigkeit nur extrem selten die 125 Beats pro Minute überschreitet. Hier geht es immerhin um das Chillen am Strand, und nicht den Energy-Drink geschwängerten "Ich flipp aus"-Tanz auf dem Dancefloor.

Zu den bekanntesten "Tropical House"-Vertretern gehört neben Thomas Jack allen voran Milchbubi Kygo, alias Kyrre Gørvell-Dahll, der in den letzten zwei Jahren einen Senkrechtstart nach ganz oben hingelegt hat. Dazu gibt es jetzt sogar eine eigene Dokumentation, welche nicht nur den norwegischen DJ näher beleuchtet, sondern auch sein familiäres und Arbeitsumfeld. Den Trailer zur Doku findet ihr hinter diesem Link.

Weitere wichtige Interpreten mit "Tropical House"-Wurzeln oder Überschneidungen sind Alex Adair, Jonas Blue, Cheat Codes, Sam Feldt, Felix Jaehn, Klangkarussell, Klingande, Axwell/\Ingrosso, Lost Frequencies, Matoma, Robin Schulz und Mike Perry.

Zum Abschluss hier noch fix unsere persönlich Top 5 der coolsten Tropical House Tracks der letzten Jahre:

Platz 5: Lost Frequencies - Are You With Me

Platz 4: Thomas Jack - Rise Up

Platz 3: Parov Stelar, Graham Candy - The Sun (Klingande Remix)

Platz 2: Kygo - Firestone

Platz 1: Klingande - Jubel

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