21, leicht übergewichtig und hoch talentiert

Adele – Englands neue Soul-Queen

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Im Sog der großen, aber kaputten Amy Winehouse haben es viele Soulsängerinnen in die Charts geschafft. Eine aber sticht heraus: Adele. Die 21-Jährige verlässt sich ganz auf ihr atemberaubendes Talent und beweist damit, dass es auch ohne Klatsch geht. Nun ist ihr zweites Album erschienen. Der US-Blogger Perez Hilton ist ein Schandmaul. Wer ihm nicht passt, den macht der schillernde Internetheld gnadenlos fertig. Umso befremdlicher ist es, ihn als fast hyperventilierenden Fan zu erleben, der nervös mit den Armen zappelt und wenig mehr als „Du bist so toll . . .“ hervorbringt. Die Frau, die das schafft, ist 21 Jahre alt, leicht übergewichtig und kommt aus London.

Britisch cool steht Adele Laurie Blue Adkins, kurz Adele, im Interview neben Hilton und scheint sich darüber zu amüsieren, dass er sie wie ein Wesen von einem anderen Planeten behandelt. Sie hat so nebenbei geschafft, woran sich britische Stars wie Robbie Williams seit Jahren die Zähne ausbeißen: den US-Markt zu erobern. Mit ihrem ersten Album „19“ knackte sie 2008 die amerikanischen Top Ten, es folgten zwei Grammys als „beste neue Künstlerin“ und für die „beste weibliche Gesangsdarbietung“. Pink schwärmt in Interviews von Adeles einzigartiger Stimme, und den mächtigsten Promi-Blogger des Landes macht sie zum Schoßhündchen.

Sie heult manchmal beim Komponieren

Dabei entspricht sie auf den ersten Blick so gar nicht einem schillernden Popstar. Statt knapper Kostüme trägt sie meist weite, einfarbige Oberteile, die so aussehen, als habe sie diese im Laden um die Ecke gekauft. Ihre roten Haare türmt sie gerne zu einem überdimensionalen Dutt zusammen, womit die Gemeinsamkeiten mit Amy Winehouse schon aufhören. Übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum ist bei ihr nicht bekannt, und ihre Männergeschichten handelt sie nicht in der Klatschpresse ab, sondern da, wo sie bei einer Sängerin hingehören: in ihren Songs.

Fast ihr gesamtes erstes Album, das sie nach ihrem damaligen Alter benannt hat, handelt von der Trennung von ihrem Freund. Es ist traurig, getragen, lebensklug und bitter, und doch löst es diese angenehme Form der Melancholie aus, die man manchmal braucht, um zur Ruhe zu kommen.

In ihrem Blog erzählt sie von ihrem aufregenden Leben

Auch auf ihrer neuen Platte „21“ finden sich überwiegend Sehnsuchtslieder, weil es wieder mit einem Mann schiefgelaufen ist. Diesmal war es wohl die ganz große Liebe. „Ich war am Boden zerstört“, gesteht sie in einem Interview. „Ich war total sauer auf mich, sauer auf ihn. Ich fühlte mich nutzlos, weil ich es nicht geschafft hatte, dass die Beziehung funktioniert.“ Geheult habe sie beim Komponieren der Lieder, das mache sie immer. „Weil ich mir einfach selbst so leid tue.“

Dieses Leid kann sie nicht nur in anrührende Texte verpacken, sie kann es auch auf fast schon beängstigende Weise in ihre Stimme legen. Wer es nicht besser wüsste, würde Wetten darauf abschließen, dass die Frau, die da singt, mindestens 40 ist. So viel Lebenserfahrung, so viel Reife liegt in ihrer Stimme. Dabei ist Adele eine junge Frau Anfang 20, die gerade wieder bei der Mutter eingezogen ist und durchaus etwas Kleinmädchenhaftes hat, wenn sie in ihrem Blog vom aufregenden Leben als Popstar erzählt.

Wer bricht ihr als Nächster das Herz?

Doch wer wie sie das Singen nicht als Vehikel ins Scheinwerferlicht versteht, sondern als Notausgang für ihre überbordenden Gefühle, wird auch immer erwachsene, wahrhaftige Musik liefern. Musik, bei der sie selber heulen muss und die Überproduzent Rick Rubin perfekt arrangiert. Kein Schnickschnack zu wenig und keiner zu viel.

Bleibt die Frage, ob sich für ihr drittes Album wieder ein Mann findet, der ihr das Herz bricht. Und ob sie es weiterhin schafft, sich aus all den Albernheiten, die das Promi- Leben so mitbringt, herauszuhalten. Magerwahn ist jedenfalls nicht ihre Sache. „Ich werde immer gefragt: ,Warum fühlst du dich nicht unter Druck, den Hollywood-Look zu adaptieren?’ Ich antworte dann: ,Weil ich es nun mal nicht tue.’“ Das braucht sie auch nicht, ihr Talent reicht für eine Weltkarriere. Das weiß sogar die Oberklatschtante Perez Hilton.

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Quelle: rpo