Siebte Staffel

Das verrät der neue "Game of Thrones"-Trailer

Siebte Staffel: Das verrät der neue "Game of Thrones"-Trailer Siebte Staffel: Das verrät der neue "Game of Thrones"-Trailer Foto: Screenshot: Youtube (HBO)
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Im Trailer zur siebten Staffel von "Game of Thrones" steckt mehr, als es scheint. Einiges offenbart sich aber erst auf den dritten oder vierten Blick.

Jon Schnee, Cersei Lannister und Daenarys Targaryen gehen durch spärlich beleuchtete Gänge – bis sie sich setzen, in die Kamera starren und die Augen schließen. Cerseis Atemzug kondensiert in der Kälte und geht in einem Auge des Nachtkönigs der Weißen Wanderer auf. Dazu spielt "Sit Down" (Setz' dich) der britischen Band "James". Ein Lied um Niedergeschlagenheit, Krankheit, Schlaflosigkeit und neue Hoffnung. Der Trailer scheint nur wenig Neues zu präsentieren, sondern vielmehr nur auf die siebte Staffel einzustimmen. Tatsächlich aber versteckt sich da noch mehr.

Jon Schnee

Offensichtlich geht Jon Schnee durch die Gänge von Winterfell – mit dem Mantel, den Sansa Stark für ihn gemacht hat. Er ist dem nachempfunden, den sein vermeintlicher Vater Ned Stark getragen hat. Und der Mantel lastet schwer auf Jons Schultern. Als neuer "König des Nordens" trägt er nun die Verantwortung. Nicht nur für den Norden, sondern für den großen Krieg mit den Weißen Wanderern, die dem Nachtkönig folgen. Sie warten auf den Winter, um dann ganz Westeros mit ihrer Armee von Untoten zu überrollen.

Beim ersten Blick auf Jon Schnee im Trailer hört man die Textzeile "Those who feel the breath of sadness" aus "Sit Down" – jene, die den Hauch der Traurigkeit spüren. Jon hat seine große Liebe Ygritte verloren, er sah Hunderte in Schlachten sterben, für die er sich verantwortlich fühlt. Er wurde verraten und er ist den Weißen Wanderer begegnet, die unerbittlich vordringen. Zudem ist er bereits einmal gestorben, erlebte nach eigenen Worten die Dunkelheit und wurde wieder ins Leben zurückgeholt. Die Traurigkeit, die Schwermütigkeit, die Last der Verantwortung – das alles steht ihm ins Gesicht geschrieben, als er den Versammlungssaal in Winterfell betritt. Und seine Zukunft könnte noch düsterer werden. Der Grund: Sansa Stark.

Ihr Blick am Ende der sechsten Staffel, als er zum König des Nordens ausgerufen wurde, war nur für einen Moment strahlend. Danach verfinsterte er sich. Schließlich hat der Bastard Jon Schnee die Schlacht um den Norden gegen Ramsay Bolton nur mit ihrer Hilfe gewonnen und nicht aus eigener Kraft. Sansa könnte sich gegen ihn stellen und als rechtmäßige Stark-Erbin die Herrschaft für sich beanspruchen.

Allerdings wissen wir als Zuschauer etwas, dass weder Sansa noch Jon oder den Männern des Nordens bekannt ist: Jon ist nicht Ned Starks Bastard, sondern der Sohn von Neds Schwester Lyanna Stark mit dem Prinzen und damaligen Thronfolgers Rhaegar Targaryen, wie später auch vom Sender HBO bestätigt wurde. Sollten die beiden vorher getraut worden sein, wäre er nicht nur ein rechtmäßiger Lord von Winterfell. Es macht ihn auch zu einem potenziellen Erben des Eisernen Throns. Im Trailer taucht er nicht darum nur auf, weil er einer der Hauptfiguren ist. Er hat neben Cersei und Daenarys Anspruch auf die Krone.

Daenarys Targaryen

Daenarys geht durch einen eher schmucklosen, aus dem Stein gehauenen Gang einer Burg, bei der es sich höchstwahrscheinlich um Drachenstein handelt. Schließlich wurde sie dort während eines Sturms und in den Wirren der Rebellion von Robert Baratheon geboren. Mehr noch: Drachenstein ist der Stammsitz der Targaryens. Die valyrische Familie siedelte kurz vor dem Untergang Valyrias dorthin um. Damit waren sie die einzigen verbliebenen Herren der Drachen, die das Ende des einst mächtigen Reiches überlebt hatten. 300 Jahre vor den Ereignissen in "Game of Thrones" startete sie dann den erfolgreichen Eroberungsfeldzug, um ganz Westeros zu unterwerfen. Wenn Daenarys also in Drachenstein den Thron besteigt, ist das ein Signal an ganz Westeros: Nach den Wirren der Bürgerkriege und der vielen toten Könige in kurzer Zeit erhebt wieder eine Targaryen den Anspruch auf die Krone.

Auch wenn ihr Thronsaal etwas herrschaftlicher wirkt als der in Winterfell, so ist er dennoch nicht opulent: ein Ausdruck der Bescheidenheit und der Demut, die in der Königswürde vor allem einen Dienst am Volk versteht. Hinter ihrem Thron fällt etwas sehr Dominantes ins Auge. Es könnte eine Schiffsplanke und ein Hinweis auf die Flotte sein, die sie begleitet. Möglicherweise ist es auch die Trophäe einer gewonnenen Seeschlacht. Vielleicht aber ist es auch nur ein Stein, der von Drachenfeuer bearbeitet wurde – und der damit der Burg ihren Namen Drachenstein gibt.

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Im Trailer taucht sie zu derselben Textzeile des Songs "Sit Down" auf wie Jon Schnee – berührt von Traurigkeit. Auch sie hat einige Rück- und Schicksalsschläge überwinden müssen, bis sie zur Herrscherin geworden ist. Doch anders als Jon Schnee blickt sie nicht schwermütig, sondern entschlossen, als sie ihren Platz einnimmt. Dieselbe Textzeile für beide ist ein Hinweis darauf, dass Jon und Daenarys auf der gleichen Seite stehen und Verwandte sind. Schließlich ist sie als jüngere Schwester von Rhaegar auch Jons Tante.

Cersei Lannister

Nach Daenarys kommt Cersei ins Bild. Mit der Liedzeile "Those who find they're touchend by madness" – jene, die entdecken, dass sie vom Wahnsinn berührt wurden. Und Cersei hat die Grenze zum Wahnsinn längst überschritten. Sie ging über Hunderte von Leichen und nahm sogar den Tod ihres letzten Sohnes recht emotionslos als unausweichlich hin – um das zu werden, was sie immer sein wollte: allein regierende Königin. Im Trailer hat sie im Thronsaal den Hirsch, das Wappentier ihres verstorbenen Mannes und des Königs Robert Baratheon, durch einen Löwen ersetzen lassen – das Zeichen ihrer Familie. Sie blickt zudem nicht ängstlich, sondern triumphierend bis überheblich. Cersei scheint sich am Ziel zu wähnen und als Siegerin im Spiel um den Thron.

Als die Kerzen im Trailer erlöschen, kondensiert ihr Atemhauch in der Kälte. Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Winter nicht mehr nur naht, sondern dass er da ist. Verstörend ist aber, dass ihr Atemhauch in einem blauen Auge des Nachtkönigs aufgeht. Es könnte nur bedeuten, dass die Weißen Wanderer kommen und Cerseis Herrschaft keinen Bestand hat. Es könnte aber auch ein Hinweis sein, dass Cersei in ihrem Wahn kein Interesse hat, gegen die Wanderer zu kämpfen, sondern in ihnen Verbündete sieht. Ihr Maester Qyburn könnte vielleicht einen Kontakt möglich machen. Schließlich steckt er voller dunkler Geheimnisse und er hatte keine Hemmungen, einen Toten zu erwecken und damit eine Art Zombie zu schaffen: Gregor "Der Berg" Clegane. Das rückt ihn bedenklich nahe an die Weißen Wanderer. Wenn Cersei sich durch Daenarys und Jon Schnee in die Enge getrieben fühlt, könnte sie sich dafür entscheiden, ganz Westeros untergehen zu lassen und zu vernichten.

Was könnte der Trailer noch andeuten?

Es gibt aber noch eine alternative Erklärung, warum die drei Charaktere in dem Trailer auftauchen: Sie sind nicht nur die Hauptakteure in der siebten Staffel. Alle drei gehören vielleicht zu einer Familie. Cerseis Mutter hatte sehr wahrscheinlich ein Verhältnis mit dem wahnsinnigen König Aerys II. Targaryen. Zwar denken viele Fans, dass Cerseis kleinwüchsiger Bruder Tyrion darum in Wahrheit ein Targaryen ist. Er scheint jedoch seinem Vater in seinem politischen Denken und seiner Voraussicht ähnlicher zu sein, als es auf den ersten Blick scheint. Vielleicht sind aber Cersei und ihre Zwillingsbruder Jamie in Wahrheit Kinder des verrückten Königs und damit ebenfalls Targaryen.

Und alle noch lebenden Targaryen-Sprösslinge müssen sich in der siebten Staffel zusammenraufen, um gegen die Weißen Wanderer zu bestehen. Im Song "Sit Down" heißt es "In love, in fear, in hate, in tears ... sit down next to me" – in Liebe, in Furcht, im Hass, in Tränen ... setzt' dich neben mich. Das fasst nicht nur die emotionale Achterbahnfahrt der bisherigen Staffeln von "Game of Thrones" zusammen, es könnte ein Ausblick auf das sein, was Cersei, Daenarys und Jon Schnee in Staffel Sieben erwartet.

Quelle: RP