Wenn Fans Spiele mitentwickeln

Anno 1800 im Gamescom Preview

Wenn Fans Spiele mitentwickeln: Anno 1800 im Gamescom Preview Wenn Fans Spiele mitentwickeln: Anno 1800 im Gamescom Preview Foto: Ubisoft
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Ende 2018 möchten BlueByte und Ubisoft "Anno 1800", den nächsten Teil der Aufbau-Simulation, herausbringen. Und der wird, kein Scherz, zusammen mit der Fan-Community entwickelt.

Dampfschiffe aus Stahl liegen im Hafen und aus den Kaminen der schiefen Hütten oder den Schonsteinen der vornehmen Häuser qualmt es. Die Welt ist aufgrund neuer Erfindungen im Umbruch und mit ihr auch das soziale Gefüge: Denn es ist die Zeit der industriellen Revolution, aber auch des Kolonialismus und Imperialismus, der in der wahren Geschichte unserer Welt Großmächte in mehrere Kriege geführt hat.

Das ist das Szenario, in dem "Anno 1800" spielen wird. Historisch liegt BlueByte mit dem Jahr 1800 vielleicht etwas zu früh. Weil aber die Quersumme der Jahreszahl in jeden Anno-Teil eine "9" ergeben soll, bleiben nicht so vielen Möglichkeiten. Und so ganz falsch ist nun auch wieder nicht.

Zumal BlueByte und Ubisoft aus der Kritik am futuristischen Vorgänger 2205 gelernt haben. Es gibt wieder mehrere Computergesteuerte Gegenspieler, was auch heißt: Diplomatie und Militär spielen erneut eine Rolle. Das sei ein Wunsch vieler Fans gewesen, heißt es bei der Gamescom-Präsentation. Und auf die Fans hört man bei den Entwicklern.

Mehr noch: Man bindet sie schon jetzt in die Entwicklung des neuen Teils ein, der Ende 2018 erscheinen soll. Über die Webseite anno-union.com kann sich jeder mit seinem Uplay-Konto anmelden. Dann erhält man nicht nur die letzten Neuigkeiten zu Anno 1800, sondern kann das Spiel aktiv mitgestalten.

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Natürlich geht es zunächst um Testphasen. Manche davon seien länger, so die Entwickler bei der Gamescom. Dann, wenn es um grundlegende Dinge gehen würde oder das Verhalten der künstlichen Intelligenz. Andere dagegen seien kürzer, wenn es nur um bestimmte Gameplay-Elemente ginge. Doch die Mitglieder der "Anno Union" sollen nicht nur testen, sie sollen ihre Meinung sagen, die Elemente bewerten oder erklären, was sie gerne anders haben würden. BlueByte würde das dann aufgreifen, einbauen und wieder von den Fans selbst testen lassen.

Derzeit beispielsweise läuft eine Abstimmung darüber, welche Figuren es ins Spiel schaffen sollen: neben einigen anderen Charakteren beispielsweise der Okkultist oder der Visionär.

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Fans und Entwickler arbeiten gemeinsam an "Anno 1800"

Statt Facebook und Twitter oder diverse Foren im Blick zu behalten, um daraus die mehrheitlichen Wünsche der Anno-Fans herauszulesen, hat man mit "Anno Union" ein Sammelbecken geschaffen, aus dem am Ende ein neues Spiel hervorsteigen soll. Getragen und mitentwickelt von den Menschen, auf die es am Ende ankommt: Freunde und Liebhaber der Reihe.

Es ist ein ungewohnter, mutiger Schritt für einen Entwickler, der sich zwar an Steams "Early Access" anlehnt und doch mehr sein soll: Jeder kann kostenfrei teilnehmen, der sich auf anno-union.com anmeldet. Und darum kündigt BlueByte das Spiel auch bereits jetzt, circa 15 Monate vor dem Release, an: Noch mehr Fans sollen dabei helfen, im Austausch mit den Entwicklern das nächste Spiel mitzugestalten, das sich derzeit noch in sehr frühen Phase befindet – und dennoch auf der Gamescom bereits recht hübsch aussieht.

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So weit man von hübsch sprechen darf, wenn man sieht, wie virtuelle Arbeiter in einer Anno-Stadt gegen die Arbeitsbedingungen aufbegehren und der Spieler die Wahl hat, wie er vorgehen soll: Den Aufstand niederknüppeln, was aber das Feuer der Revolution erst richtig entfachen kann? Oder die Lebensbedingungen verbessern? Es sind Fragen wie diese, welche die Anno-Reihe immer wieder spannend machen.

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