Tengami im Test | iPad, iPhone, PC, Wii U

Zum Zusammenfalten

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Wenn man jemanden zusammenfaltet, dann tadelt man ihn und macht ihm sein Verhalten zum Vorwurf. Das Zusammenfalten in Tengami findet aber weit wörtlicher statt, denn das Geschehen findet in Aufklapp-Bilderbüchern statt, die in traditionellem japanischen Stil gehalten sind. 

Wir erklären Euch, was Euch in Tengami erwartet und warum wir auch die Entwickler etwas zusammenfalten müssen.

Entwickler Nyamyam setzt sich aus drei Ex-Rare-Mitarbeitern zusammen, die sich mit diesem Spiel einen kleinen Wunschtraum erfüllen wollten, weitab jeglicher Groß- und Mainstreamproduktionen. Heraus kam eher ein Erlebnis, als ein "richtiges" Spiel.

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Als namenlose japanische Hauptfigur durchstreift Ihr die Jahreszeiten in Aufklapp-Modellen, um drei Kirschblüten ausfindig zu machen. Neben dem sehr linearen Erkundungsaspekt werdet Ihr auch mit einigen (wenigen) Rätseln konfrontiert.

Per Touchsteuerung bewegt Ihr Euch durch die wunderschönen Landschaften: Ihr tippt einfach einen Punkt an und Euer japanischer Protagonist setzt sich in Bewegung. Beim Wechsel in ein anderes Gebiet blättert Ihr mit einer Wischbewegung einfach eine Seite im Buch weiter. Auch die Rätsel verlassen sich auf die Berührungssteuerung und setzen auf Wisch-, Dreh-, und präzise Bewegungen zum Einsetzen von Gegenständen.

Das wars. Mehr hat Tengami spielerisch nicht zu bieten. Für mich war das "Abenteuer", das leider jeglicher Story (bis auf einige japanische Haiku-Gedichte) entbehrt, nach nicht mal 90 Minuten zu Ende. Und das auch nur, weil mir ein Rätsel zu fisselig war und ich mich im Internet schlaumachte. Hätte ich gewusst, dass das Spiel danach zu Ende ist, hätte ich auf den Tipp verzichtet.

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Hinzu kommt, dass Tengami noch deutlich schneller vorbei wäre, wenn sich die Hauptfigur nicht so langsam bewegen würde. Und damit kommen wir langsam zum Kernproblem des Spiels.

Tengami will in erster Linie ein Erlebnis sein. Ein künstlerisch ambitioniertes Projekt, mit einem traumhaften Artstyle und entspannender Musik von Donkey Kong Country-Komponist David Wise. In die aufklappbaren Modelle von Gebäuden, Wäldern, Türmen oder Schiffwracks wurde extrem viel Aufwand gesteckt, gut möglich, dass sie genauso auch in einem echten Buch funktionieren würden.

Wenn Ihr dann also langsam durch eine Schneelandschaft stapft und Euch dabei ein Wolf begleitet, dann sind das Momente, in denen Tengami hervorragend funktioniert. Auch macht es unglaublich Spaß, die Seiten zu blättern und dabei dem Knarzen und Knirschen des sich bewegenden Papiers zu lauschen.

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Darüber hinaus enttäuschen aber die dünnen Spielinhalte und die geradezu nicht-existente Story. Gerade hier wird viel Potenzial verschenkt, wo das Spiel doch sogar im Stil von Aufklapp-Bilderbüchern gehalten ist. Lücken in der Immersion tun sich immer dann auf, wenn auf technischer Seite nicht alles rund läuft. Wenn das Spiel zum Beispiel Daten nachlädt und es zu einem kurzzeitgen Framedrop kommt, der einfach nicht hätte sein müssen. Auch ein unschöner Glitch riss mich aus meiner Erfahrung.