Wieder Feuer in Gefängnis

Politiker fordert jetzt E-Zigaretten

Wieder Feuer in Gefängnis: Politiker fordert jetzt E-Zigaretten Wieder Feuer in Gefängnis: Politiker fordert jetzt E-Zigaretten Foto: dpa/Markus van Offern
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Bei einem Feuer in der JVA in Hamm ist ein 38 Jahre alter Häftling verletzt worden. Der Fall weckt Erinnerungen an die Brände in der JVA Kleve.

Erneut ist ein Häftling bei einem Brand in einem nordrhein-westfälischen Gefängnis verletzt worden. Das Feuer sei am Samstagabend in der Zelle eines 38-Jährigen in der Justizvollzugsanstalt Hamm ausgebrochen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zwei Beamte bemerkten den Rauch aus der Zelle und löschten den Brand mit einem Feuerlöscher. Der Häftling sowie einer der Beamten wurden leicht verletzt. Die Feuerwehr traf ein, als das Feuer bereits gelöscht war. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 400 Euro.

Der 38 Jahre alte Mann steht laut Polizei im Verdacht, das Feuer selbst gelegt zu haben. Gegen ihn wird wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Noch ist unklar, wie und warum der Mann das Feuer gelegt haben soll. Er sei nun in eine besonders sichere Zelle gebracht worden. Wie diese genau aussieht, konnte ein Sprecher der Polizei zunächst nicht sagen. Auch warum der Mann im Gefängnis sitzt, war nicht bekannt.

Oppositionspolitiker forderten nach dem erneuten Brand Sofortmaßnahmen des Justizministeriums. Der SPD-Abgeordnete Sven Wolf sagte der „Bild“ (Montagausgabe), nun seien intelligente Lösungen gefragt, „statt weiterer Vogel-Strauß-Taktiken.“ Wolf brachte zum Beispiel E-Zigaretten für Raucher ins Spiel. Grünen-Politiker Stefan Engstfeld forderte neue technische Lösungen bei Feuerzeugen und nicht brennbaren Materialien für Matratzen.

Der Brand in Hamm erinnert an zwei ähnliche Vorfälle der vergangenen Monate in der JVA in Kleve. Mitte September hatte es in dem Gefängnis gebrannt. Der unschuldig inhaftierte Syrer Ahmed A. hatte dabei tödliche Verbrennungen erlitten. Der 26-Jährige war mit einem Mann aus dem afrikanischen Mali verwechselt worden. Außer dem Syrer hatten damals zehn weitere Menschen Rauchvergiftungen erlitten.

Ende November brannte es erneut in der Klever JVA. Der Brand war in der Zelle eines 28-jährigen Gefangenen ausgebrochen. Gegen ihn wurde wegen vorsätzlicher schwerer Brandstiftung ermittelt. Zwölf Gefängnis-Mitarbeiter hatten dabei Rauchvergiftungen erlitten, der Häftling selbst war unverletzt geblieben. Der Deutsche saß wegen Diebstahls hinter Gittern. Seine Strafe hätte er Ende Februar 2019 verbüßt.

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Quelle: dpa