Nassgeschwitzt bis auf die Knochen

Jimmy Eat World im Kölner Underground

Nassgeschwitzt bis auf die Knochen: Jimmy Eat World im Kölner Underground Nassgeschwitzt bis auf die Knochen: Jimmy Eat World im Kölner Underground Foto: Tonight.de / Sascha Köppen
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"Just like in Arizona in here" - Nach nur drei Titeln sprach Jim Adkins, Sänger von Jimmy Eat World, am Mittwochabend im Kölner Underground gelassen die Wahrheit aus. In der Tat konnte man später kaum noch sagen, ob es 40 oder 50 Grad heiß war.

Adkins selbst triefte der Schweiß von der Gitarre, aber letztlich war den rund 450 Zuschauern das an diesem Abend auch völlig egal. Denn die wenigen Fans, die eine Karte ergattern konnten, werden von diesem Abend noch lange zehren, der schon wegen dieser Exklusivität eines der Kölner Konzert-Highlights des Jahres gewesen sein dürfte.

So nah dürften viele Fans der Band bei einem Konzert noch nicht gekommen sein. Die erste Reihe war von der Band kaum anderthalb Meter entfernt, und selbst wer ganz hinten stand, war so nah dran, wie man es sonst bei Konzerten nur ziemlich weit vorne ist.

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Adkins verriet auch etwas über seine Beziehung zum Underground. Denn nach den zahlreichen Konzerten in Köln, zumeist im E-Werk oder in der Live Music Hall, hat die Band anschließend im Underground gefeiert. "Also habt ihr hier heute Konzert und Aftershow-Party in einem“, ließ er wissen.

Party war es in der Tat, denn in den 75 Minuten brachten die Emo-Rocker viele ihrer Hits wie "Bleed American", "Pain", "Lucky Denver Mint", "Sweetness" oder "The Middle" unter, brachten den Saal aber auch mit der Ballade "Hear you me" fast komplett zum Schweigen. Es ist nach wie vor der Mix aus Gefühl und Power, den die Band perfekt beherrscht. Und dabei wirkt das Quartett so bodenständig, sympathisch und normal, dass sie auch gleich nebenan wohnen könnten. Selten spürte man das so wie an diesem Abend.

Wer gehofft hatte, schon weite Teile des am 21. Oktober erscheinenden neuen Albums "Integrity Blues" hören zu können, der wurde vielleicht ein wenig enttäuscht, weil es bei drei neuen Songs blieb. Bereits vorab als Videos oder Gratis-Download veröffentlicht wurden die Titel "Get right", der ordentlich nach vorne geht, sowie das etwas zurück genommene "Sure and certain", das melodisch überzeugt. In die Mitte des Programms setzte die Band noch den Titel "You are free", der als Mid-Tempo-Nummer in der Live-Version aber ebenfalls eine gehörige Dynamik entwickelte.

Als Einheizer hatte zuvor die Berliner Girlie-Garage-Punk-Band "Gurr" dem Publikum eine halbe Stunde lang Lust auf mehr gemacht, nur am Schlagzeug männlich verstärkt. Auch hier gab es mehr als Anstandsapplaus. Die große Gemeinsamkeit mit Jimmy Eat World ist, dass auch hier im Oktober ein Album in den Stadtlöchern steht - Gurr's Erstlingswerk hört auf den Titel "In your head" und wartet unter anderem auf soundcloud und spotify auf eure Lauscher.

Jimmy Eat World, die am Freitag übrigens schon wieder in Chicago auf der Bühne stehen, kommen schon im November wieder nach Deutschland. In NRW steht dann allerdings nur Münster auf dem Tourplan. Tickets sind noch erhältlich. Aber so nah wie im Underground wird man der Band dabei wohl kaum kommen.

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