Influencer sind mittlerweile schon ein etablierter Teil der Welt online, natürlich besonders auf Social Media. Dass Millionen Menschen einem aber beim Putzen zuschauen, damit war nicht zu rechnen – genauso kommt es aber nun. Wir erklären den verrückten Trend.

„Clean With Me“, das könnte auch der wenig ausgefallene Name einer dieser neuartigen Saugroboter sein, die mittlerweile sehr häufig unkontrolliert durch die Wohnzimmer Deutschlands fahren. Tatsächlich steckt dahinter aber der Trend der Putz-Videos von Personen, die sich mittlerweile getrost als „Putz-Influencer“ bezeichnen können.

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Gefüttert wird diese Bewegung sicherlich davon, dass es mittlerweile für alles mögliche Tutorial-Videos gibt. „Wie macht man das am besten?“, „wie bekommt man diesen Fleck am besten weg?“ – die Beantwortung solcher Fragen ist zu einem echten Geschäftsmodell geworden.

Denn natürlich kann man entsprechende Produkte bewerben. Aber schaut sich das jemand an? Die Antwort ist „Ja!“ – Videos der „Stars“ der Szene wie Kelly Marie, AprilAthena7 oder Jessica Tull wurden millionenfach geklickt.

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Wie solche Videos ablaufen, haben wir eigentlich schon erklärt. Der Zuschauer schaut sich an, wie der Putz-Profi seinen Saubermach-Prozess beschreibt und Schritt für Schritt ausführlich erklärt.

Da beim Putzen ja auf der Hand liegt, dass man auch entsprechende Produkte benötigt, gibt es auch hier Werbung für entsprechende Marken, die mit den YouTubern zusammenarbeiten. Es gibt halt nicht nur Werbung für Make-up-Produkte oder Super-Food.

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Schauen wir uns an, welche Videos Kelly Marie darüber hinaus noch macht. Denn die Influencer werden kreativ, machen nicht nur Putz-Videos, sondern geben auch mal Tipps, wie man ein Zimmer umgestalten kann oder teilen ihr liebstes Rezept mit den Fans. Polyvalenz ist der Schlüssel!

Zuletzt hat sich die „New York Times“ mit dem Hype beschäftigt und den Artikel „The Joy of Watching Other People Clean“ (also „Die Freude daran, anderen beim Saubermachen zuzusehen“ genannt.

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Dabei geht es nicht darum, dass man lieber sieht, wie sein Partner oder seine Mitbewohner putzen, damit man es einfach nicht selber erledigen muss. Stattdessen berichten Fans, dass es ihnen besser geht, nachdem sie sich die Videos angeschaut haben – weil sie sehen, dass auch bei anderen Personen auch mal Unordnung herrscht oder die Stimmung des Videos sie entspannt.

Da kann man auch einen Unterschied zwischen den „Putz-Influencern“ und den Influencern im ursprünglichen Sinne ziehen. Während es bei zweiterem häufig darum geht, Perfektion zu demonstrieren, um die Produkte, die man bewirbt, in ein ideales Licht zu stellen, geht es beim Putzen schlichtweg um den Prozess.

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Was wenige Minuten vorher noch komplett zugemüllt war, ist zum Ende des Videos dann aufgeräumt und sieht einladend aus. Ob dadurch die „Putz-Influencer“ zu den besseren Influencern werden, vermögen wir nicht so sagen – den vielen Fans gefällt es aber.