tiktok autismchallenge
Foto: Twitter/stevenspohn

Die Social-Media-Plattform TikTok ist bekannt für eine bunte Mischung aus witzigen, komischen, verrückten sowie merkwürdigen Clips und Trends. Doch eine relativ neue Challenge schießt meilenweit über das Ziel hinaus.

Es geht um die sogenannte „#autismchallenge“. Zu Deutsch: Autismus-Herausforderung. TikTok-User machen sich dabei wie der Name schon nahelegt über Menschen mit Behinderung lustig, indem sie ein autistisches Verhalten nachahmen, Grimassen ziehen oder so tun, als könnten sie sich nicht richtig bewegen.

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Diesen fiesen Trend mögen einige witzig finden, doch quer durch viele andere soziale Medien wächst aktuell der Widerstand. Die Empörung ist groß.

Steven Spohn beispielsweise, ein namhafter Gamer und Teil einer Organisation, die sich für Menschen mit Behinderung in der Gaming-Szene einsetzt, hat kürzlich diesen Tweet abgesetzt:

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Er wählt sehr drastische Worte. „Wenn ihr glaubt, das sei witzig“, „wenn ihr daran teilnehmt“, „wenn ihr jemanden verteidigt, der daran teilgenommen hat“, schreibt er und beendet jeden Halbsatz mit einer Phrase, die wir an dieser Stelle weder übersetzen noch zitieren möchten. Dann schiebt er hinterher: „Wir brauchen euren Hass nicht.“

Anna Kennedy, Aktivistin und Gründerin der britischen Castingshow „Autism‘ got Talent“, hat sich direkt an TikTok gewandt und berichtet von einer Antwort des Unternehmens.

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„Diese Inhalte spiegeln nicht unsere Werte wider und verstoßen gegen den in unseren Community-Richtlinien festgelegten Verhaltenskodex. Wir werden Maßnahmen in Bezug auf Inhalte ergreifen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen“, heißt es.

Andere Twitter-Nutzer sind ebenso wütend über den Trend:

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Ein Nutzer, der nach eigenen Angaben selbst das Asperger-Syndrom hat, veröffentlichte einen Thread über fünf Vorteile, die sein Autismus ihm bringen: Fantasie, Detailverliebtheit, ausgeprägte Interessen, Gerechtigkeitssinn und Loyalität.

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Immerhin: Die meisten geschmacklosen Videos sind inzwischen offenbar wieder von der Plattform verschwunden. Wahrscheinlich auch wegen des großen Aufschreis der Nutzer, die sich gegen die Inhalte gewehrt haben. Und auch die Zahl der neuen Clips mit dem bekannten Hashtag schrumpft.