Düsseldorfer Hausbrauereien wegen Gaspreisen in tiefer Sorge

Teile der Düsseldorfer Hausbrauereien blicken mit Sorge auf die gestiegenen Gaspreise. Über manchem Haus steht ein großes Fragezeichen.
Brauerei Füchschen Düsseldorf Ratinger Straße
Foto: Joshua Sammer
Brauerei Füchschen Düsseldorf Ratinger Straße
Foto: Joshua Sammer

Die Gaspreise sind nicht nur bei den privaten Haushalten ein großes Thema. Auch viele Wirtschaftszweige und Firmen schauen mit bangen Blicken auf die steigenden Preise und machen sich Gedanken, wie die Kosten kompensiert werden können. Auch Düsseldorfs Hausbrauereien stehen vor schwierigen Wochen.

Denn die Brauereien brauchen das Gas, um ihre Dampfgeneratoren zu betreiben. Diese werden für den Brauprozess zum Kochen der Würze unter anderem genutzt. Damals war es ein hehres Vorhaben, von Öl auf Gas umzurüsten. Nun aber rächt sich das. Wie zum Beispiel beim Füchschen, das erst vor wenigen Jahren den Umbau vollzog.

Daher brauchen auch die Brauereien inzwischen große Mengen an Gas, um den Gerstensaft herzustellen. Nach der Umlage und dem Mehrwertsteuerbeschluss der Bundesregierung wissen die Brauereien inzwischen auch, was auf sie zukommt. So erklärte der kaufmännische Leiter  vom Füchschen Tobias Heller, dass sein Arbeitgeber pro Jahr 1,5 Millionen Kilowattstunden Gas benötigt.

Wenig Potenzial, noch mehr zu Energie zu sparen

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, bedeutet diese Menge allein mit der Umlage ein Mehr von 36.000 Euro für die kleine Brauerei. Doch das Füchschen hat sogar noch Glück, da erst kürzlich ein neuer Vertrag bis 2025 mit den Stadtwerken geschlossen wurde. Anders sieht es bei der Brauerei „Zum Schlüssel“ aus. Dort steht die Erhöhung unmittelbar bevor, man rechne mit dem Schlimmsten.

Wer kann, versucht noch, Energie zu sparen. Doch viel Potenzial sehen die Brauereien nicht mehr. Im Schlüssel spare man bereits, wo es geht. So habe man vor vier Jahren mit einer Million Euro entsprechend viel in die neue Anlagetechnik investiert. Letztlich aber sind die Möglichkeiten ausgereizt.

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Hinzu kommt zu allem Übel, dass auch die Rohstoffpreise enorm angezogen sind. Braugerste kostet beispielsweise doppelt so viel wie vor einem Jahr, heißt es. Um Preiserhöhungen kommen die betroffenen Brauereien schon fast gar nicht mehr herum. Doch bereits jetzt greifen weniger Kunden zu. Ein Teufelskreis für die Brauereien.

Zumal die Sorge, ob man genug Gas bekommt, sowieso über allem steht. Glück hat hingegen die Kürzer-Brauerei. Dort nutzt man weiterhin Strom zum brauen. Allerdings wegen eines Zufalls. Denn dort waren schlicht die baulichen Voraussetzungen nicht gegeben, um auf Gas umzurüsten. Und in Flingern nutzt man Öl, weil ebenfalls keine Gasleitung vor Ort liegt.