Katar-Wahnsinn: WM-Arbeiterin vergewaltigt, sie wird aber zu Peitschenhieben und Haft verurteilt

Sie arbeitete für die Fußball-WM 2022 in Katar, wurde aber Opfer einer Vergewaltigung. Statt Unterstützung wurde das Opfer verurteilt – eine Alternative wäre für sie gewesen, ihren Peiniger zu heiraten.

Für das Organisationskomitee der Fußball-WM 2022 war Paola Schietekat im Austragungsland Katar beschäftigt. Mittlerweile ist die Mexikanerin aber aus dem Land geflohen. Die Geschichte hinter der Flucht ist eine traurige, sie gibt an, von einem Kollegen vergewaltigt zu werden. Als sie das aber meldete, wurde sie aber von Offiziellen in Katar verfolgt und sogar verurteilt.

Für das Portal „Julio Astillero“ in ihrer mexikanischen Heimat schilderte sie die Vorfälle der vergangenen Monate. Schietekat erzählt, wie sich ein Mann in einer Nacht Zutritt zu ihrem Apartment in Doha verschaffte. Sie arbeitete gemeinsam mit dem Mann und habe ihn eigentlich als Freund angesehen. In dieser Nacht verging sich der Mann aber offenbar an der Frau.

Heirat mit Vergewaltiger als Ausweg?

Sie schildert, wie er sie zu Boden rang und vergewaltigte. In Folgen des Übergriffes hatte sie Verletzungen an den Armen, an den Schultern und am Rücken. Die Frau entschloss sich den Vorfall Offiziellen zu melden. Mit dieser Reaktion hatte sie aber offenkundig nicht gerechnet. Denn anstatt Unterstützung wurde das Opfer sofort unter Druck gesetzt.

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Dabei ging es in erster Linie darum, dass der Vorfall bei katarischem Recht nicht als Vergewaltigung, sondern als vorehelicher Sex angesehen wird. Der Frau, die als Verhaltensökonomin tätig ist und für das Organisationskomitees des Turniers arbeitete, wurden zwei Optionen präsentiert: Entweder muss sie eine Ehe mit ihrem Vergewaltiger eingehen, damit der sexuelle Kontakt zu einer Eheschließung führe oder sie müsse mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

 

 

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WM-Arbeiterin nach Vergewaltigung zu Peitschenhieben verurteilt

Für sie war es verständlicherweise keine Option, ihrem Peiniger nahezukommen. Daher wurde strafrechtlich gegen das Opfer ermittelt. In der nächsten Instanz wurde sie sogar verurteilt. Die Strafe: 100 Peitschenhiebe und sieben Jahre Haftstrafe für den vorehelichen Geschlechtsverkehr.

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Am 6. März soll das Urteil rechtskräftig werden. Mittlerweile hat Schietekat aber ihre Konsequenzen gezogen – sie ist aus Katar geflohen. Nach eigener Aussage musste sie dafür ihren „Traumjob“ hinter sich lassen. Nun kämpft sie aus ihrer mexikanischen Heimat gegen das Urteil. Dafür traf sie sich zuletzt schon mit dem mexikanischen Außenminister, der ihr volle Unterstützung zusprach. Die Menschenrechtssituation im WM-Austragungsort Katar ist höchst umstritten. 2021 veröffentlichte Amnesty International einen Bericht, dass im Rahmen der Vorbereitungen auf das WM-Turnier rund 15.000 Arbeiter ums Leben gekommen sind.