Foto: 2K
Foto: 2K

Die „NBA 2K“-Spielereihe ist seit Jahren das Non plus ultra unter den Basketball-Simulationen. Im neuen Teil der Reihe bastelt 2K Sports an einigen Stellschrauben und sorgt für eines der besten Sportspiele des Jahres – mit einem großen Kritikpunkt.

Im Jahr 2019 feiert die Spielereihe 20-Jähriges. Zum Jubiläum fährt 2K groß auf und setzt bei der „20th Anniversary Edition“ niemand Geringeres als LeBron James aufs Cover. Wer sich für die günstigere Standard-Version ohne Vier-Tage-Vorabzugriff sowie Coin-Boost für den Mein-Team-Modus entschieden hat, darf sich über den aufstrebenden Jungstar Giannis Antetokounmpo auf dem Cover freuen.

Story-Modus überzeugt

Wer mit seinem persönlichen Charakter auch einmal einen solchen Status wie die beiden genannten Stars erreichen will, muss sich im MyCareer-Modus erst einmal über die chinesische Provinz zurück in die NBA kämpfen. Und „The Way Back“, so der diesjährige Slogan der Story, kann durchaus überzeugen.

Zwar dürfte der ein oder andere Zocker beim chinesischen Kommentar in den ersten Spielen die Stirn gerunzelt haben. Das Ganze hat jedoch durchaus seinen Reiz und führt dazu, dass Ihr euch relativ schnell mit eurem Charakter und dem Ziel, sich zurück in die USA zu kämpfen, identifiziert.

Zudem verbessert sich im Gegensatz zum Vorjahr das am Anfang lausige Rating von 60 relativ schnell, sodass auch der Spielspaß nicht lange auf sich warten lässt. Ganz nebenbei bleibt auch der ganz große Pathos, wie beispielsweise bei der von Spike Lee inszenierten Story aus NBA 2K16, aus, was dem Story-Modus durchaus gut tut.

Mikrotransaktionen in der Kritik

Ein großer Kritikpunkt bleibt jedoch: 2K geht beim neuen Ableger den im Vorjahr eingeschlagenen Weg, vermehrt auf die virtuelle Ingame-Währung „VC“ (engl. für „Virtual Currency“) zu setzen, gnadenlos weiter. Dass Zocker mit Echtgeld ihre Karriere schnell ankurbeln können und damit in der „Shared World“ einen erheblichen Vorteil haben, kann den „normalen“ Spieler schon extrem nerven.

Die penetrante Ingame-Währung, mit der man auch in der Neighbourhood ständig konfrontiert wird, sorgte in der Community für viel Kritik. Für Senior Producer Rob Jones sind diese Mikrotransaktionen in der modernen Gamingwelt jedoch „bedauerliche Realität“ – zum Bedauern der meisten Zocker.

Online-Modus macht Laune

Wer Mikrotransaktionen aus dem Weg gehen will, darf sich im Online-Modus mit den aktuellen NBA-Kadern austoben. Die Zeiten, in denen ihr hier immer nur gegen die Golden State Warriors antreten müsst, sind vorbei. Wer in die nächst höhere Liga aufsteigen will, muss mit Mannschaften aus drei verschiedenen Stärkestufen gewinnen – und diese Abwechslung macht durchaus Laune.

Einzig Duelle gegen dasselbe Team (z.B. Dallas Mavericks gegen Dallas Mavericks) können hier zu einem gewissen Nervfaktor führen. Bleibt zu hoffen, dass hier bei einem Patch nachgeholfen wird.

Grafik und Gameplay leicht verbessert

Grafisch macht 2K einen kleinen Schritt nach vorne, ganz große Sprünge bleiben allerdings aus. Vor allem bei der Mimik der Spieler ist noch Luft nach oben – die leeren, emotionslosen Augen bleiben hier weiterhin eine Schwachstelle.

Das Gameplay hingegen fühlt sich noch realistischer an. Layups müssen jetzt getimed werden, das Tempo wurde reduziert. Auf der Playstation die R2-Taste drücken und mit dem Kopf durch die Wand zum Slam Dunk? Mit einem guten Dreierschützen einfach drauf los balle(r)n? Beides nicht mehr so einfach.

Was die Steuerung angeht, könnten sich Anfänger aufgrund der Vielzahl an Tastenkombinationen überfordert fühlen. Dennoch ist das Spiel intuitiv erlernbar. Vor allem Spieler, die im echten Leben ein Gefühl für gute Spielzüge haben, kommen hier auf ihre Kosten. Schön herausgespielte Würfe werden bei 2K19 mehr denn je belohnt.

Fazit

Die von Kritikern viel geadelte NBA 2K-Spielereihe setzt ihren Weg auch beim neuesten Ableger fort: 2K19 ist eine der besten Sportsimulationen des Jahres, was vor allem am weiterhin überragenden Gameplay sowie dem überzeugenden MyCareer-Modus liegt. Auch wenn bei der Grafik der nächste große Sprung noch auf sich warten lässt – die Spielmechanik bleibt unangefochten und konnte sogar nochmal eine Schippe drauflegen.

Einzig die allgegenwärtige Ingame-Währung sorgt für reichlich Frust bei der Community und darf als großer Kritikpunkt angesehen werden. EA Sports, 2K Sports‘ größter Konkurrent, hat mit seiner Basketball-Simulation zuletzt aufgeholt. 2K Sports sollte sich die Kritik aus der Zockergemeinde also zu Herzen nehmen, will man nichts von seinem meilenweiten Vorsprung einbüßen.

Wir vergeben 4 von 5 Slam-Dunks, 9 von 10 Flamingo-Shots, jedoch nur 1 von 100 „VC“-Punkten.