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Foto: picture alliance / dpa

Für viele Menschen ist er fester Bestandteil des Wochenendes: der „Tatort“ zum Ausklang am Sonntagabend. Doch wann zeigt „Das Erste“ eigentlich welchen „Tatort“? Und wann und wo laufen Wiederholungen? Wir geben euch einen Überblick!

Immer wieder sonntags kommt ein neuer „Tatort“ im TV. Millionen Fans freuen sich auf den Krimi zur Prime Time und schalten um 20.15 Uhr ein, wenn die TV-Kommissare auf Verbrecherjagd gehen. Doch nicht nur am Sonntag ist im deutschen TV „Tatort“-Zeit. Nahezu täglich laufen auf den Dritten Programmen Wiederholungen. Da blickt doch keiner durch? Eben! Deshalb schaffen wir für Euch Klarheit im „Tatort“-TV-Dschungel.

Wir zeigen Euch hier, wann Ihr in den kommenden Wochen im TV einen „Tatort“ sehen könnt. Wir haben die Sendungen dabei in zwei Kategorien eingeteilt: die „Tatort“-Premieren am Sonntag im Ersten und die Wiederholungen.

Die „Tatort“-Premieren im Ersten

  • Sonntag, 7. März:

„Borowski und die Angst der weißen Männer“ (Kiel), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Auf einer Brachfläche in der Nähe eines beliebten Kieler Clubs wird die misshandelte Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Die Videoüberwachung des Clubs liefert Klaus Borowski und Mila Sahin ziemlich bald einen Verdächtigen: Mario Lohse. Der verschüchtert wirkende Außenseiter schaut sich regelmäßig im Internetforum des sogenannten „Pick-Up-Artists“ Hank Massmann frauenverachtende Videos an.

Da Lohse kein stichhaltiges Alibi vorweisen kann, entscheiden sich Borowski und Sahin zu einer vorübergehenden Festnahme. Doch Borowski bemerkt bald Anzeichen, die die Tat in völlig anderem Licht erscheinen lassen: In unmittelbarer Nähe des Tatortes meint er eine in den weichen Boden getrampelte „14“ erkannt zu haben, ein Erkennungssymbol amerikanischer Neonazis.

Als Mila Sahin herausfindet, dass auf Hass-Listen im Internet weitere Attacken auf Frauen in Kiel propagiert werden, ist auch sie alarmiert. Beim Versuch, die offenbar akut bedrohte Kieler Politikerin Birte Reimers zu warnen, stößt sie auf ein Vergewaltigungsopfer. Als Undercover-Agent im Umfeld von Massmann muss Borowski erleben, welch enorme Energie hinter den Aufrufen steckt.

Wiederholungen um 21.45 Uhr auf ONE sowie am 9. März um 0.40 Uhr in der ARD

>> „Tatort“ am Sonntag: Das passiert in „Borowski und die Angst der weißen Männer“ aus Kiel <<

  • Sonntag, 21. März:

„Wie alle anderen auch“ (Köln), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Ella flieht vor ihrem gewalttätigen Ehemann und versucht, ohne Geld und ohne Freunde unterzutauchen. Die obdachlose Monika nimmt Ella unter ihre Fittiche und zeigt ihr, wie sie auf der Straße überlebt. Aber Ella lässt Monika allein, als sie in einem Schnellrestaurant Axel kennenlernt und in seiner kleinen Wohnung Unterschlupf findet. Am nächsten Morgen ist die, die ihr Schutz versprach, tot. Die Kommissare Ballauf und Schenk nehmen die Ermittlungen auf.

Wiederholungen um 21.40 Uhr auf ONE sowie am 23. März um 0.40 in der ARD

  • Sonntag, 28. März:

„Die Amme“ (Wien), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Anonym wird in den frühen Morgenstunden der Fund einer Toten in einer trostlosen Wohngegend in Wien gemeldet. Jana Gruber ist in ihrem Haus überwältigt und brutal getötet worden. Indizien deuten darauf hin, dass die Frau als Prostituierte arbeitete – und dass sie ein Kind hatte. Doch das Kinderzimmer ist verwaist, von dem Kind, einem zehnjährigen Sohn, fehlt jede Spur.

Der anonyme Anrufer wird ermittelt. Es ist Gustav Langer, der früher öfter mit dem Gesetz in Konflikt kam. Und er kannte – als Freier – das Opfer schon länger. Aber ist er auch der Mörder Janas? Sehr bald erkennen Eisner und Fellner Gemeinsamkeiten zwischen dem aktuellen Fall und einem ungeklärten Mord vor einiger Zeit. Die Möglichkeit der Existenz eines planmäßig agierenden Serientäters alarmiert die Ermittler zutiefst.

Wiederholungen um 21.45 Uhr auf ONE sowie am 30. März um 0.40 in der ARD

  • Montag, 5. April: 

„Der Herr des Waldes“ (Saarbrücken), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Inhalt wird noch ergänzt

Wiederholungen um 21.45 Uhr auf ONE sowie am 6. April um 1.05 Uhr in der ARD

>> Tatort-Kommissare: Die aktuellen Ermittlerteams der Krimi-Reihe der ARD <<

Die „Tatort“-Wiederholungen

  • Sonntag, 7. März:

„Borowski und die Angst der weißen Männer“ (Kiel), 21.45 Uhr (ONE)

  • Montag, 8. März:

„Das letzte Rennen“ (Frankfurt), 21.45 Uhr (HR)

„Schock“ (Wien), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 9. März:

„Borowski und die Angst der weißen Männer“ (Kiel), 0.40 Uhr (ARD)

„Im Visier“ (München), 20.15 Uhr (BR)

„Der kalte Fritte“ (Weimar), 22.00 Uhr (NDR)

„Das letzte Rennen“ (Frankfurt), 22.30 Uhr (HR)

  • Mittwoch, 10. März:

„Der kalte Fritte“ (Weimar), 1.30 Uhr (NDR)

„Nachtkrapp“ (Konstanz), 22 Uhr (SWR)

„Die Anwältin“ (Leipzig), 22.10 Uhr (MDR)

  • Donnerstag, 11. März:

„Der Fall Reinhardt“ (Köln), 20.15 Uhr (WDR)

  • Freitag, 12. März:

„Der gute Weg“ (Berlin), 22.15 Uhr (ARD)

>> 50 Jahre „Tatort“: Ist es heute noch was Besonderes, Ermittler der Serie zu sein? <<

  • Samstag, 13. März:

„Der Fluch der Mumie“ (Münster), 20.15 Uhr (WDR)

  • Sonntag, 14. März:

„Der Fluch der Mumie“ (Münster), 2.15 Uhr (WDR)

  • Montag, 15. März:

„Zwischen den Ohren“ (Münster), 20.15 Uhr (MDR)

„Unter uns“ (Frankfurt), 21.45 Uhr (HR)

„Nachtfrost“ (Kiel), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 16. März:

„Starkbier“ (München), 20.15 Uhr (BR)

„Borowski und der Engel“ (Kiel), 22 Uhr (NDR)

„Unter uns“ (Frankfurt), 22.30 Uhr (HR)

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  • Mittwoch, 17. März:

„Borowski und der Engel“ (Kiel), 1.05 Uhr (NDR)

„Lohn der Arbeit“ (Wien), 22.15 Uhr (SWR)

  • Donnerstag, 18. März:

„Lohn der Arbeit“ (Wien), 1.20 Uhr (SWR)

„Der rote Schatten“ (Stuttgart), 20.15 Uhr (WDR)

  • Freitag, 19. März:

„Der rote Schatten“ (Stuttgart), 1 Uhr (WDR)

  • Samstag, 20. März:

„Durchgedreht“ (Köln), 20.15 Uhr (WDR)

„Reifezeugnis“ (Kiel), 22.15 Uhr (NDR)

  • Sonntag, 21. März:

„Wie alle anderen auch“ (Köln), 21.40 Uhr (ONE)

  • Montag, 22. März:

„Wolfsstunde“ (Münster), 21.45 Uhr (HR)

„Auf einen Schlag“ (Dresden), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 23. März:

„Wie alle anderen auch“ (Köln), 0.40 Uhr (ARD)

„Unklare Lage“ (München), 20.15 Uhr (BR)

„Freigang“ (Stuttgart), 22 Uhr (NDR)

„Wolfsstunde“ (Münster), 22.30 Uhr (HR)

  • Mittwoch, 24. März:

„Freigang“ (Stuttgart), 1.30 Uhr (NDR)

„Sterben für die Erben“ (Ludwigshafen), 22 Uhr (SWR)

„Der letzte Schrey“ (Weimar), 22.10 Uhr (MDR)

>> Stuttgart ist sein Revier, der Motorsport seine Leidenschaft – das ist Tatort-Kommissar Richy Müller <<

  • Freitag, 26. März:

„Das fleißige Lieschen“ (Saarbrücken), 22.15 Uhr (ARD)

  • Sonntag, 28. März:

„Die Amme“ (Wien), 21.45 Uhr (ONE)

  • Montag, 29. März:

„Außer Gefecht“ (München), 21.45 Uhr (HR)

„Der sanfte Tod“ (Hannover), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 30. März:

„Die Amme“ (Wien), 0.40 Uhr (ARD)

„Der Wüstensohn“ (München), 20.15 Uhr (BR)

„Herzversagen“ (Frankfurt), 22 Uhr (NDR)

„Außer Gefecht“ (München), 22.30 Uhr (HR)

  • Mittwoch, 31. März:

„Herzversagen“ (Frankfurt), 1.40 Uhr (NDR)

„Frohe Ostern, Falke“ (Hamburg), 22 Uhr (SWR)

  • Donnerstag, 1. April:

„Frohe Ostern, Falke“ (Hamburg), 1.05 Uhr (SWR)

„Nachtsicht“ (Bremen), 20.15 Uhr (WDR)

  • Samstag, 3. April:

„Hinkebein“ (Münster), 20.15 Uhr (WDR)

„National feminin“ (Göttingen), 22.30 Uhr (NDR)

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  • Sonntag, 4. April: 

„Der frühe Abschied“ (Frankfurt), 2.10 Uhr (HR)

„Die ewige Welle“ (München), 20.15 Uhr (ARD)

„Die ewige Welle“ (München), 21.45 Uhr (ARD)

  • Montag, 5. April:

„Hinkebein“ (Münster), 2.30 Uhr (WDR)

„Der Herr des Waldes“ (Saarbrücken), 21.45 Uhr (ONE)

„Dreimal schwarzer Kater“ (Münster), 22 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 6. April:

„Der Herr des Waldes“ (Saarbrücken), 1.05 Uhr (ARD)

„Abgründe“ (Wien), 20.15 Uhr (BR)

„Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ (Kiel), 22 Uhr (NDR)

>> 50 Fakten über den „Tatort“, die ihr noch nicht wusstet <<

  • Mittwoch, 7. April:

„Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ (Kiel), 1.10 Uhr (NDR)

„Bienzle und der Champion“ (Stuttgart), 22 Uhr (SWR)

„Level X“ (Dresden), 22.10 Uhr (MDR)

  • Donnerstag, 8. April:

„Der Fall Holdt“ (Hannover), 20.15 Uhr (WDR)

  • Freitag, 9. April:

„Unvergessen“ (Wien), 22.15 Uhr (ARD)

Der „Tatort“ ist 50 Jahre alt

Fünf Kanzler, zehn Bundespräsidenten, Mauerfall, Flüchtlingskrise, Corona – der „Tatort“ hat schon viel erlebt. Die beliebteste Fernsehreihe im deutschsprachigen Raum wird Ende November 50 Jahre alt. Meistens schalten um die neun Millionen Menschen die Krimis im Ersten ein – je nach Team und Sonntag. Mit ihrer föderalen Struktur und gelegentlichen Trägheit sind die TV-Filme ein Abbild Deutschlands – Seelenspiegel und Seismograph der Gesellschaft.

Schon in der Entwicklungsphase des ARD-Formats legte der 2018 gestorbene Erfinder Gunther Witte vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) die Kriterien fest, die alle „Tatorte“ bis heute prägen sollten: „Das Erste ist einfach: Regionalität. Das Zweite ist, dass der Kommissar die Hauptrolle spielt. Und das Dritte, dass der ‚Tatort‘ die Geschichte der Bundesrepublik spiegeln muss.“

Liane Jessen, viele Jahre Fernsehspiel-Chefin beim Hessischen Rundfunk (HR), gab mal eine Art „Tatort“-Rezept von Witte kund: Keine Kunstkino-Storys, keine komplizierten Vorschauen und Rückblenden, in den ersten Minuten ein Toter oder eine Tote und dann die Ermittlung: Wer war es – und warum? Gerade beim HR hat man dieses Rezept aber gerne variiert, je nach Blickwinkel versüßt oder versalzen: Man denke an die experimentellen Filme mit Ulrich Tukur seit 2010.

>> 50 Jahre „Tatort“ – Kommissare aus Dortmund und München ermitteln gemeinsam <<

Der Aspekt deutsche Geschichte spielte schon in der ersten Folge vom 29. November 1970 eine Rolle: In „Taxi nach Leipzig“ ermittelte der Hamburger Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter) an der Transitautobahn durch die DDR. In der Zwischenzeit ist praktisch jedes Thema aufgegriffen worden, das in der BRD gesellschaftlich relevant war: Rassismus, Gewalt gegen Obdachlose, Drogen, Bestechung, Sextourismus, Terrorismus, Homophobie im Fußball.

Immer wieder auch Kritik am „Tatort“

Beliebter als der „Tatort“ selbst scheint in Deutschland manchmal nur das „Tatort“-Klischee zu sein. Die Krimis seien zu behäbig und erzählten bloß Gutmenschengedöns, heißt es dann polemisch. TV-Entertainer Thomas Gottschalk schrieb 2013 in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, es nerve ihn, „wenn im ‚Tatort‘ diese sorgendurchfurchten Kommissarinnen bei ihren sozialpädagogisch korrekten Ermittlungen sensible Dinge sagen wie ‚Lieben Dank Ihnen'“.

Kritik dieser Art kommt sogar aus den eigenen Reihen. Schauspieler Udo Wachtveitl – seit 1991 Hauptkommissar Franz Leitmayr in München – gab kürzlich der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Protokoll: „Der Unterprivilegierte ist mit öder Regelmäßigkeit der bessere Mensch. Neulich hat mich ein Freund gefragt: Wie viele moralisch gute Charaktere gibt es eigentlich im ‚Tatort‘, die reich waren? Gute Frage.“ Wachtveitl glaubt, es gebe bei den Sendern viel 68er-Kitsch in den entsprechenden Positionen. „Bei denen darf der hart arbeitende Ausländer unter den drei Verdächtigen sicher nicht der Täter sein.“

>> Tatort: Das Programm der Ermittler bis Ende 2020 <<

In den 70er Jahren waren die „Tatorte“ ein Krimi-Mischmasch und meist recht bieder. Die ermittelnden Kommissare waren bürgerliche Männer mit Anzug und Krawatte – in 20 Fällen zum Beispiel der strenge Hauptkommissar Heinz Haferkamp in Essen (Hansjörg Felmy).

Den Aufbruch gab es dann ab 1981 ebenfalls im Ruhrgebiet: In Duisburg hielt mit Kommissar Horst Schimanski (Götz George) das pralle Leben mit Frauengeschichten und Alltagssprache („Scheiße!“) Einzug.

Wandel in den 90er Jahren

Die 90er Jahre waren fernsehgeschichtlich keine leichte Zeit für den „Tatort“. Die Konkurrenz wurde größer, das Privatfernsehen punktete beim Publikum. Der zum 25. Geburtstag 1995 gedrehte München-Krimi „Frau Bu lacht“ von Dominik Graf gilt dennoch als Meilenstein in Sachen Weiterentwicklung des Formats. In dem intelligenten Thriller geht es um die Ausbeutung thailändischer Frauen und Kindesmissbrauch.

Erste Ermittlerin, also Frau mit dem Label „Tatort-Kommissarin“, war ab 1978 Nicole Heesters. Sie spielte in drei Filmen die Mainzer Oberkommissarin Marianne Buchmüller. Die dienstälteste Ermittlerfigur ist auch eine Frau: Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts. Sie ist seit 1989, also seit 31 Jahren, in Ludwigshafen im Einsatz. Erst ab etwa 2001 gab es dann immer mehr Frauen und „Tatort“-Stars wie Sabine Postel, Eva Mattes und Maria Furtwängler. Heute sind von 46 abgebildeten Ermittlerfiguren auf der „Tatort“-Website 21 weiblich.

In den vergangenen 20 Jahren verstärkte sich der Trend zur Provinzialisierung. Es ging nicht mehr nur um Krimis aus Großstädten wie München, Hamburg, Frankfurt, Köln und Berlin. Heute wird auch in Göttingen, Weimar und im Schwarzwald ermittelt. Die Klamauk-Krimis aus dem beschaulichen Münster mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers sind heute die mit Abstand populärsten „Tatorte“.

Seinen Status als letztes TV-Lagerfeuer der Nation – inklusive Gucken in der Kneipe und Twitter-Debatten – fand der „Tatort“ seit dem Jahr 2012. Für Millionen Deutsche, Österreicher und Schweizer ist er trotz gelegentlicher Bräsigkeit ein Ritual und Wochenend-Höhepunkt.

Quelle: mit Agenturmaterial (dpa)