FIFA 20 Gameplay
Foto: EA Sports

Wie bei jedem FIFA-Teil hat EA Sports auch beim neuesten Ableger am Gameplay geschraubt – und das Spiel deutlich langsamer gemacht. Für FIFA-Profi Tim Latka ist dies ein großes Problem mit negativen Auswirkungen auf den eSport.

Zu Beginn des Videos wiederholt Latka, der auf YouTube knapp 190.000 Abonnenten hat, noch einmal, was in der Community ohnehin kein Geheimnis mehr ist: Das Gameplay bei FIFA 19 sei das schlechteste aller Zeiten gewesen. Dementsprechend niedrig lag die Messlatte für Spielehersteller EA Sports für FIFA 20.

„Ich finde FIFA 20 immer noch deutlich besser als FIFA 19“, stellt Latka klar. Das Problem sei aber: „Das war nicht schwierig.“ Anschließend zeigt er auf, woran das Spiel aktuell besonders hakt – und welche negativen Auswirkungen das auf den eSport hat.

Am Beispiel eines Online-Matchs macht Latka deutlich, wie es bei FIFA 20 schlichtweg nicht mehr richtig möglich ist, den Gegner zu pressen. Die Folge: Liegt man bei einer Partie in Führung, reicht es häufig aus, den Ball einfach in den eigenen Reihen zu halten. „Mein Team steht immer im Strafraum. Ich möchte gar nicht, dass es da steht“, so Latka.

Der Schalke-Profi zeigt eine Szene, bei der er selbst mit einem Treffer hinten liegt und in der Nachspielzeit Druck auf den Gegner ausüben will, der den Ball in der eigenen Hälfte hin- und herschiebt. Doch auch eingestelltes Team-Pressing und das wiederholte Betätigen der Abseitsfalle führt nicht dazu, dass die Mannschaft hinten rausrückt und den Gegner unter Druck setzt. Latka: „Mein Team macht nichts, es presst nicht, es passiert einfach nichts. Dann soll mir einer sagen, dass das Sinn ergibt!?“ Der eSportler weiter: „In der 92. Minute… welches Team steht da noch hinten drin?“

Daraus resultierend gehen Duelle auf hohem Level, wo der Spielspaß im Hinter- und das Gewinnen im Vordergrund steht, oftmals 1:0 aus. Es mangelt insgesamt an Torchancen, das Spiel geht kaum hin und her und Ballbesitzphasen dauern schlichtweg viel zu lange, kritisiert Latka.

Ein weiteres Problem, das er beschreibt: Das Spiel lässt zu, dass defensiv denkende Spieler einfach den Bus parken, d.h. sich mit allen Spielern im und am eigenen Strafraum einigeln.

Während es bei FIFA 19 im eSports lediglich darum ging, die Bugs zu seinem Vorteil auszunutzen, sei es auch bei FIFA 20 nicht möglich, vernünftiges FIFA zu spielen. Das Spiel sei einfach zu langsam. Latkas Meinung: „Das Spiel muss schnell sein, man muss pressen können, man muss schnelle Kombinationen machen können und auch mal an einem Innenverteidiger vorbeipassen können.“

Die Folge: „So geht bei den meisten der Spaß verloren.“ Und zwar nicht nur für Spieler, sondern auch für Zuschauer: „Niemand will zwei eSportler gegeneinander spielen sehen, die nur den Ball hinten rum passen. Warum soll ich mir das angucken“, mahnt Latka.

Für ihn gibt es nur eine Lösung: EA muss diese Schwächen des Spiels mit einem Patch beseitigen. „Sonst haben wir über das ganze Jahr hinweg ein großes Problem.“

Ob EA an diesen grundlegenden Dingen noch einmal schrauben wird, ist jedoch fraglich. Im neuesten Update, das auf den Konsolen am 16. Oktober erschienen ist, kümmerte sich der Spielehersteller hauptsächlich um den kaputten Karrieremodus – auch der Fitness-Glitch bei FUT ist beseitigt.