Inflation, Corona, Ukraine-Krieg: Spargel-Bauern beklagen „schlechtestes Geschäft seit Jahren“

Spargel-Bauern in NRW klagen über Zurückhaltung der Kunden. Das Edel-Gemüse fällt allem Anschein nach der Inflation zum Opfer.
Spargel
Foto: barmalini / Shutterstock.com
Spargel
Foto: barmalini / Shutterstock.com

Spargel steht 2022 wohl eher seltener auf dem Speiseplan der Rheinländer. Bauern klagen über Kaufzurückhaltung bei dem länglichen Stangengemüse. „Die Situation in den Betrieben ist sehr kritisch“, sagte der Stellvertretende Geschäftsführer des Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, Peter Muß, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Nachfrage nach Spargel sei nach Auskunft von Betrieben um etwa 20 bis 30 Prozent niedriger als noch im Vorjahr. „Die Kühllager sind voll, der Absatz läuft nicht wie gewünscht“, verdeutlicht er. Dabei ist Spargel nach Angaben des Verbandes deutlich günstiger als im Vorjahr zu bekommen.

Spargel-Bauern kämpfen mit Einbußen – wegen Inflation und Corona

Für die Kaufzurückhaltung der Verbraucher gebe es mehrere mögliche Gründe. „Spargel wird immer noch als Luxusprodukt angesehen. In vielen Köpfen ist das noch so verankert“, erklärt Muß. Das könnte dem Spargel zum Verhängnis werden, wenn Verbraucher sparen wollen wegen der hohen Inflation und deutlich gestiegener Energiekosten. Zudem könnten veränderte Prioritäten eine Rolle spielen, nachdem Hofläden in der Pandemie starken Zulauf hatten. „Die Leute sind verunsichert. Sie wollen sich nach zwei Jahren Zurückhaltung endlich wieder Urlaub leisten. Irgendwie muss das Portemonnaie das alles hergeben.“

>> Spargel: Die verschiedenen Sorten, Zubereitungsmethoden und alle Infos zum gesunden Gemüse <<

Nicht nur bei Spargel sei Kaufzurückhaltung zu spüren. „Bei Erdbeeren ist die Situation vergleichbar. Auch bei vielen Freilandgemüsearten trifft das zu“, erklärte Muß. Das bekämen die Hofläden, in denen die Produkte direkt vermarktet werden, seit Wochen zu spüren. „Viele berichteten vom schlechtesten Ostergeschäft seit Jahren“, sagte Muß. Bei den Obst- und Gemüsebauern gebe es weiterhin die Sorge, dass nicht genügend Erntehelfer aus Osteuropa kommen. Der Verband hatte schon mitgeteilt, dass etliche rheinische Betriebe von Erntehelfern Absagen erhalten hätten. Viele der Nahe der ukrainischen Grenze lebenden Erntehelfer wollen demnach bei ihren Familien bleiben.

>> Spargel-Rezepte: Gesunde und leckere Rezepte mit grünem und weißem Spargel <<

Nordrhein-Westfalen gehört laut den Verbandsangaben nach Brandenburg und Niedersachsen zu den größten Spargelanbaugebieten in Deutschland. Die NRW-Anbaufläche belief sich demnach auf 4400 Hektar im Jahr 2021. Auch bei Erdbeeren ist NRW demnach ein Schwerpunkt – gerade beim Anbau von Erdbeeren in Gewächshäusern und unter Folientunneln. Die Anbaufläche ist mit 3285 Hektar etwas kleiner als die für Spargel.

Mehr News zum Thema: 

dpa