Foto: Matthias Balk/dpa
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„Ehrenmann“ beziehungsweise „Ehrenfrau“ ist das Jugendwort des Jahres. Das teilte der Langenscheidt-Verlag am Freitag in München nach der Entscheidung einer Jury mit.

Der Begriff bedeutet so viel wie „jemand, der etwas Besonders für Dich tut“. Der Juror und Literaturwissenschaftler Oliver Bach erklärte, die Jugend habe die Wortschöpfung aus einer früheren Zeit und „einem anderen gesellschaftlichen Kontext“ wiederentdeckt.

Dabei habe sie die Verwendung erweitert und beschränke diese anders als früher nicht mehr auf höhere Gesellschaftsschichten und Männer. Der ebenfalls in der Jury sitzende YouTuber Fabian Grischkat betonte, das Jugendwort setze „in Zeiten von Hass und Hetze ein positives Zeichen“. Jeder, der eine gute Tat vollbringe, sei damit gemeint.

Der Langenscheidt-Verlag organisierte die Wahl des Jugendwort zum elften Mal. Dieses wird in einem zweistufigen Verfahren bestimmt. Zunächst stimmen Interessierte im Internet über eine Liste ab, die Endauswahl übernimmt eine 21-köpfige Jury. In dieser saßen neben Sprachwissenschaftlern und Medienvertretern zahlreiche Jugendliche.

Zur Wahl standen unter anderem auch die Begriffe „Snackosaurus“ für einen verfressenen Menschen und „glucosehaltig“ als Umschreibung für süß. Aus dem politischen Bereich stammte die Wendung „lindnern“. Sie heißt so viel wie „lieber etwas gar nicht machen als es schlecht zu machen“ und nimmt Bezug auf die Begründung von FDP-Chef Christian Lindner für dessen Ausstieg aus Koalitionsverhandlungen im Bund.

2017 hatte der Ausdruck „I bims“ gewonnen, ein Synonym für „Ich bin“ und „Ich bin’s“. Seit 2008 wird jährlich ein Jugendwort bestimmt. Dabei wird häufig diskutiert, ob das gewählte Wort wirklich dem Sprachgebrauch von Jugendlichen entspricht. Die Wahl ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags.

Hier sind alle bisherigen Gewinner der Wahl zum Jugendwort des Jahres:

2018: „Ehrenmann/Ehrenfrau“. Diese Wortschöpfung bedeutet „jemand, der etwas Besonderes für dich tut“.

2017: „I bims“. Der Ausdruck bedeutet „Ich bin“ oder „Ich bin’s“ und ist ein Sprachphänomen aus den sozialen Medien.

2016: „Fly sein“. Der Ausdruck kommt aus der Hip-Hop-Sprache und soll soviel bedeuten wie: jemand oder etwas „geht besonders ab“.

2015: „Smombie“. Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.

2014: „Läuft bei Dir“. Vor drei Jahren wurde ein Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.

2013: „Babo“. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater).

2012: „Yolo“. Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ – eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.

2011: „Swag“. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.

2010: „Niveaulimbo“. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.

2009: „hartzen“. Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie herumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.

2008: „Gammelfleischparty“. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

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