Düsseldorfer „Glühwein-König“ packt aus: So lief die Weihnachtsmarkt-Saison

Erst kam Corona, dann die Inflation. Doch können Energiekrise und der allgemeine Teuer-Schock den Düsseldorfern überhaupt etwas anhaben? Schausteller und Glühwein-Stand-Betreiber Oliver Wilmering packt aus: So lief sein Geschäft 2022!
Oliver Wilmering
Glühwein-König von Düsseldorf Oliver Wilmering. Foto: Ristau/Tonight.de
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Glühwein-König von Düsseldorf Oliver Wilmering. Foto: Ristau/Tonight.de

Steigende Energie- und Lebensmittelpreise: Davon ist der Winter 2022 geprägt – auch in Düsseldorf. Während auf den Weihnachtsmärkten in Köln ein zögerliches Konsum- und Kaufverhalten wahrgenommen wurde, wird in Düsseldorf trotz allem noch angestoßen und gefeiert wie vor dem Russland-Ukraine-Krieg. Das erzählt uns der Vorsitzender des Düsseldorfer Schausteller-Verbandes Oliver Wilmering.

Der Familienvater sieht sogar eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr: „2021 hatten wir durch die ganzen Corona-Regeln wie etwa 2G viel weniger Zulauf. Die Leute waren total verunsichert oder durften die Märkte ja auch teilweise gar nicht besuchen.“ Das sei nun wieder anders. Wilmering: „Ich habe den Eindruck, die Leute haben wieder Spaß und wollen auch wieder feiern und unter Menschen.“

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Schausteller-Chef Wilmering: „Die Leute haben wieder Spaß und wollen feiern!“

Eine zögerliches Konsumverhalten konnte der Betreiber des „Glühtürmchens zum Olli“ nicht feststellen: „Im Gegenteil, die Leute haben viel bestellt.“ Aber: Auch Oliver Wilmering musste seine Getränkepreise um 50 Cent anheben. Allerdings kam er in dieser Saison „nur“ auf 4 Euro. Im letzten Jahr hatte er ein Glas Glühwein noch für 3,50 Euro angeboten. Der Rosalie Rosé-Glühwein ist das Highlight an seinem Stand und kostet in diesem Jahr 4,50 Euro. Dennoch: Im Vergleich zu anderen Buden liegen die Preise im Glühtürmchen eher unten. „Wir können und wollen nicht alle Mehrkosten, die wir als Betrieb haben, an die Kunden weitergeben. Das müssen wir auch nicht. Denn als Schausteller ist man immer in einem großen Familiennetzwerk. Das fängt vieles ab.“

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Schausteller Oliver Wilmering muss Strom sparen. Darum hat er alle Glühbirnen durch LED-Lampen ersetzt. Foto: Ristau/Tonight.de

Glühtürmchen Düsseldorf: Alle Glühbirnen sind durch LED-Lampen ersetzt

Ob er die Mehrkosten, die für den Stand in diesem Jahr anfallen, mit der Preiserhöhung von 50 Cent abfangen kann, bezweifelt der Schausteller in sechster Generation. Um Strom zu sparen, hat die Familie Wilmering alle Glühbirnen durch LED-Lampen ersetzt. Ein Problem habe der gebürtige Düsseldorfer in dieser Saison aber trotzdem: „Durch die zwei Corona-Jahre haben sich viele Mitarbeiter umorientiert. Es ist unheimlich schwer, qualifiziertes Personal zu finden. Wo ich früher eine Person für gebraucht habe, benötige ich jetzt drei und das ist teuer.“ Aber: „Wir Schausteller sind Berufsoptimisten.“

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Das „Glühtürmchen zum Olli“ befindet sich am Ende der Kö, Höhe Kö-Bogen. Wilmerings Tochter (21) betreibt eine Mandelbrennerei am Kö-Bogen, sein Sohn (17) übernimmt bald die zwei Maronen-Stände in der Schadowstraße. Gattin Yvonne arbeitet ebenfalls im Glühtürmchen.

Der Weihnachtsmarkt auf der Kö geht noch bis zum 30. Dezember.