Nach Angriff auf Oliver Pocher: Wer trägt die Verantwortung für die Sicherheitslücke?

Nach dem tätlichen Angriff auf Oliver Pocher streiten sich nun der Veranstalter und der Betreiber der Location um die Verantwortlichkeit. Beide Seiten werfen sich grobe Versäumnisse vor.
Oliver Pocherr: Versicherungskaufmann
Oliver Pocher ist das Kind eines Finanzbuchhalters und einer Versicherungskauffrau. Kein Wunder also, dass der gebürtige Hannoveraner ebenfalls eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann absolvierte. Nebenbei arbeitete er jedoch bereits bei einem Radiosender und als DJ. Anfang der 2000er erlangte Pocher schließlich eine Festanstellung bei dem TV-Sender "VIVA". Foto: Ole Spata/dpa
Oliver Pocherr: Versicherungskaufmann
Oliver Pocher ist das Kind eines Finanzbuchhalters und einer Versicherungskauffrau. Kein Wunder also, dass der gebürtige Hannoveraner ebenfalls eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann absolvierte. Nebenbei arbeitete er jedoch bereits bei einem Radiosender und als DJ. Anfang der 2000er erlangte Pocher schließlich eine Festanstellung bei dem TV-Sender "VIVA". Foto: Ole Spata/dpa

Bei einem Box-Event in Dortmund (NRW) wurde Oliver Pocher mitten am Ring attackiert. Der Comedian bekam eine saftige Ohrfeige von einem Rapper. Nach der Attacke auf den Comedian Oliver Pocher am Rande eines Boxkampfes in Dortmund schieben sich Boxpromoter und Hallenbetreiber gegenseitig die Schuld zu, wie es eigentlich dazu kommen konnte.

„Das war ein Totalversagen des Sicherheitsdienstes. Ich kann Ihnen versichern, dass ich nie wieder in der Dortmunder Westfalenhalle veranstalten werde“, sagte Boxpromoter Ludger Inholte in einem „Spiegel“-Interview (online/Montag). „Ich durfte nicht meinen eigenen Catering-Partner mitbringen, ich durfte die Programmhefte nicht eigenständig verkaufen, und schließlich – und das ist der Grund für diese Eskalation – durfte ich nicht mit der Security-Firma meiner Wahl zusammenarbeiten“, so der Box-Veranstalter.

Die Westfalenhallen Unternehmensgruppe wies die Vorwürfe am Montag scharf zurück. „Die Aussagen des Veranstalters sind falsch und nicht haltbar“, sagte Unternehmenssprecher Robin Uhlenbruch der Deutschen Presse-Agentur. Der Boxpromoter habe „selbstverständlich“ die Möglichkeit gehabt, ein Sicherheitsunternehmen seiner Wahl „für sensible Bereiche wie zum Beispiel die VIP-Area einzusetzen“. Inholte habe dafür einen Sicherheitsdienst selbst beauftragt und kurzfristig wieder storniert.

Die Polizei hat bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet

Nur für die weiteren Besucherbereiche arbeite die Westfalenhalle mit einem „festen und bewährten Ordnungsdienstpartner“ zusammen, um die rechtlichen Vorgaben umzusetzen, so Uhlenbruch. „Die Bilder zeigen eindrücklich, dass der Sicherheitsdienst sofort eingegriffen hat, um Oliver Pocher vor weiteren Attacken zu schützen.“ Zudem legen die Bilder nahe, dass es sich um eine gezielte und geplante Tat handelte. „Die Aussagen des Veranstalters entbehren in allen Punkten jeglicher Grundlage.“ Die Westfalenhalle behalte sich rechtliche Schritte vor.

Hier ist der Vorfall nochmal zu sehen:

Nach dem Angriff auf Pocher wird gegen einen Mann wegen Körperverletzung ermittelt. Er soll den 44-jährigen Entertainer („Pocher – gefährlich ehrlich!“) ohne Warnung ins Gesicht geschlagen haben. Am Samstagabend um 23.48 Uhr sei die Polizei von dem Vorfall verständigt worden. „Wir haben noch in der Nacht ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, hatte der Dortmunder Polizeisprecher Peter Bandermann am Sonntag gesagt. Die verschiedenen Videos zu dem Vorfall würden als Beweis gesichert.

Der Angreifer war laut Medienberichten ein Rapper. Dieser habe den Angriff später über Instagram mit seiner Abneigung gegen Pocher begründet, berichten Zeitungen. Am Sonntagmittag war das Instagram-Profil des Rappers nicht mehr abrufbar.

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dpa