Nachfolger 9-Euro-Ticket in NRW: Freie Fahrt für Abonnenten bis Ende Oktober

Der Nachfolger vom 9-Euro-Ticket in NRW soll Anfang 2023 kommen – über die Finanzierung streiten sich Bund und Länder weiterhin. Aber gibt es bis Ende 2022 noch Entlastung? In NRW hat man bereits einen konkreten Plan bis Ende Oktober.
9-Euro-Ticket - Situation am Wochenende in Berlin
Die Bahnhofs-Situation durch das 9-Euro-Ticket. Foto: Fabian Sommer/dpa
9-Euro-Ticket - Situation am Wochenende in Berlin
Die Bahnhofs-Situation durch das 9-Euro-Ticket. Foto: Fabian Sommer/dpa

Das 9-Euro-Ticket in NRW ist am 31. August ausgelaufen. Während Bund und Länder um die Finanzierung des für Anfang 2023 geplanten Nachfolgers ringen, ist man in Nordrhein-Westfalen schon einen Schritt weiter.

So gibt es in NRW seit dem 1. September die Möglichkeit, dass Abonnenten einer Monats- oder Jahreskarte alle Busse, Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie Nahverkehrszüge (S-Bahn, Regionalbahn, Regionalexpress) in der 2. Klasse in ganz NRW nutzen können. Das Angebot gilt noch bis einschließlich 31. Oktober 2022 – auch an den Wochenenden, am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und in den Herbstferien in NRW.

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Wie geht es jetzt mit dem 9 Euro Ticket in NRW weiter?

Das einmalige 9-Euro-Angebot wird es nicht mehr geben. Dennoch soll Anfang 2023 ein neues Ticket eingeführt werden, welches monatlich zwischen 49 und 69 Euro kosten und bundesweit gelten soll. Viele Details bleiben weiter offen, sollen aber von einer Arbeitsgruppe zwischen Bund und Ländern bis zur nächsten Verkehrsministerkonferenz am 12. und 13. Oktober 2022 geklärt werden. Dann muss der Nachfolger vom 9-Euro-Ticket nur noch offiziell vom Bundestag beschlossen und vom Bundesrat bestätigt werden.

Wann fällt die Entscheidung zum 9 Euro Ticket Nachfolger in NRW?

Bund und Länder haben bereits zugestimmt. Ab 1. Januar 2023 soll das neue Ticket auf den Markt kommen.

Wie teuer soll der Nachfolger des 9-Euro-Tickets in NRW werden?

Der Preis für das Nachfolgeticket in NRW soll monatlich zwischen 49 und 69 Euro liegen. Der endgültige Preis soll auf der Verkehrsministerkonferenz am 12. und 13. Oktober 2022 bekanntgegeben werden. Dort soll es auch generell um die Zukunft des ÖPNV gehen.

Wer finanziert das neue bundesweite Ticket?

Der Bund will 1,5 Milliarden Euro für das Nachfolgemodell beisteuern – mit der Bedingung, dass die Länder mindestens ebenso viel geben.

Wann soll der 9-Euro-Ticket-Nachfolger in NRW kommen?

Der Nachfolger vom 9-Euro-Ticket kommt ab 1. Januar 2023. Der Clou: Das Ticket soll dann nicht zeitlich begrenzt, sondern gleich dauerhaft eingeführt werden.

Nachfolger 9-Euro-Ticket: Freie NRW-Fahrt am Wochenende

In den Herbstferien sowie am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, soll die Erweiterung für das 9-Euro-Ticket in NRW sogar unter der Woche gelten. Konkret gilt die Regelung also in den folgenden Zeiträumen:

  • 1./2. Oktober
  • 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit)
  • 4. bis 14. Oktober (NRW-Herbstferien NRW)
  • 15./16. Oktober
  • 22./23. Oktober
  • 29./30. Oktober

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Inbegriffen sind in diesem Angebot alle öffentlichen Verkehrsmittel in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören Busse, Straßen und U-Bahnen, S-Bahnen und die Nahverkehrszüge. Zusätzlich dürfen ausgewählte Strecken, die nach Niedersachsen, Rheinland-Pfalz oder in die Niederlande fahren, ebenfalls genutzt werden. Dazu gehören:

  • Niedersachsen
    • Transit über Osnabrück, S 10 Recke – Westerkappeln – Osnabrück
    • R 15 Ibbenbüren – Lotte – Osnabrück
    • R 16 Westerkappeln – Osnabrück
    • N 19 Ibbenbüren – Osnabrück
    • X 52 FMO – Osnabrück
  • Rheinland-Pfalz
    • Transit über Siegstrecke (Rheinland-Pfalz)
  • Niederlande
    • RE 13 bis Venlo Station (Venlo)
    • RE 19 bis Arnhem Centraal (Arnhem)
    • Buslinie 29 bis Venlo Station (Venlo)
    • Buslinie SB 58 bis HAN (Nijmegen/Groesbeek)
    • Buslinie 60 bis Gelderse Poort (Milligen a. d. Rijn)
    • Buslinie 91 bis Molenpoort (`s-Heerenberg)

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Nachfolger 9-Euro-Ticket: Freie Fahrt mit diesen Abo-Tickets

NRW-Tarif: 

  • SchönerMonatTicket NRW Abo
  • SchönerMonatTicket NRW Schüler Abo
  • Schöne60Ticket NRW
  • SchönesJahrTicket NRW
  • SchönesJahrTicket NRW Abo
  • JobTicket NRW Abo

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR):

  • Ticket1000 im Abonnement
  • Ticket1000 9 Uhr im Abonnement
  • Ticket2000 im Abonnement
  • Ticket2000 9 Uhr im Abonnement
  • YoungTicketPLUS im Abonnement
  • BärenTicket
  • SchokoTicket
  • FirmenTickets als FirmenTicket 100/100-Modell und als FirmenTicket Rabattmodell
  • SemesterTicket
  • Sozialticket

Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS):

  • MonatsTicket im Abo
  • Formel9Ticket im Abo
  • Aktiv60Ticket
  • MonatsTicket
  • MobilPass im Abo
  • StarterTicket
  • AzubiTicket
  • SchülerTicket
  • SemesterTicket
  • JobTicket
  • GroßkundenTicket
  • JobTicketLight
  • DualTicket
  • MieterTicket

Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB):

  • MonatsTicket
  • Formel9Ticket
  • Aktiv60Ticket
  • StarterTicket
  • AzubiTicket
  • Job- und Großkunden-Ticket
  • SchülerTickets (ab 16 Jahren)
  • SemesterTicket
  • MobilPass-Abo

Aachener Verkehrsverbund (AVV):

  • Monats-ABO
  • Aktiv-ABO
  • Azubi-ABO
  • Schüler-ABO
  • Fun-Ticket ABO
  • School&Fun-Ticket
  • Job-Ticket
  • Job-Ticket Split
  • SemesterTicket
  • Mobil-ABO StädteRegion Aachen

WestfalenTarif:

  • Überregional: Abo
  • 9 UhrAbo
  • 60plusAbo
  • AzubiAbo Westfalen
  • FunAbo
  • SchülerTicket Westfalen
  • JobTicket Westfalen (plus)
  • JobTicket 2021
  • JobTicket
  • FirmenAbo
  • (9 Uhr) GroßkundenAbo
  • SemesterTicket NRW
  • regionale SemesterTickets

Westfalen-Süd:

  • 60plusAbo Westfalen-Süd
  • FunTicketAbo Westfalen-Süd
  • MobilitätsCard
  • JobTicket (Plus) Westfalen-Süd
  • SchülerTicket Westfalen-Süd

Münsterland/Ruhr-Lippe:

  • MünsterAbo
  • FlexAbo
  • 8 UhrAbo
  • MobilAbo Mettingen
  • kommitAbo
  • goCardAbo
  • MaxiTicket
  • FlashTicket (plus)
  • SchülerAbo Plus
  • AzubiAbo Plus
  • Die Blaue
  • 9 Uhr Blaue
  • (9 Uhr) BocholtTicket

Hochstift:

  • PaderTicket Basis (+)
  • PaderTicket Premium (+)

TeutoOWL:

  • CityLifeAbo
  • RegioLifeAbo
  • DetmoldAbo
  • FamilienAbo
  • LemGoCard (Plus)
  • Bad Salzuflen Ticket
  • Bünde-Card
  • LandEiAbo(Plus)
  • LippeAbo
  • SilberAbo (+)
  • KlimaAbo
  • (9Uhr) Bi-Pass Ticket
  • SchülerCard
  • MieterAbo(+)

Nachfolger 9-Euro-Ticket: Fahrräder oder Personen mitnehmen

Ein weiterer Vorteil des Nachfolgers für das 9-Euro-Ticket ist, dass man an diesen Wochenenden sogar noch Personen auf seinem Abo-Ticket mitnehmen darf. Pro Ticket bedeutet das eine Person oder bis zu drei Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. Zudem sind bei der Mitnahme einer Person auch bis zu zwei Fahrräder kostenfrei möglich. Ebenso sollen zeitliche Beschränkungen wie bei den 9-Uhr-Abos entfallen. Bisher war das beim 9-Euro-Ticket nur mit einem Trick möglich.

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Debatte um 9-Euro-Ticket: Mehr Geld für Busse und Bahnen

Der Clinch zwischen Bund und Ländern läuft weiter: die Ampel-Koalition peilt eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket an – aber ziehen die Länder mit? Die nächste reguläre Verkehrsministerkonferenz steht am 12. und 13. Oktober an, dann soll es auch generell um die Zukunft des ÖPNV gehen.

Brandenburgs Ressortchef Guido Beermann (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur vor einer Sonder-Verkehrsministerkonferenz am Montag, 19. September: „Am dringendsten geht es jetzt darum, mit den explodierenden Energiekosten umzugehen und den ÖPNV finanziell wetterfest zu machen.“ Der Bund will die Länder für eine gemeinsame Finanzierung eines dauerhaften Tickets ins Boot holen, das nach dem Vorbild der 9-Euro-Tickets bundesweit günstigere Fahrten ermöglichen soll.

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte, es dürfe in der Diskussion nicht nur ein Ticketmodell in den Vordergrund gerückt werden. Es sei ein Ausbau des ÖPNV erforderlich. „Was nützt mir der günstige Bus, der letztendlich nicht fährt“, erläuterte sie im Deutschlandfunk.

Die Spitzen der Ampel-Koalition hatten sich für das geplante nächste Entlastungspaket darauf verständigt, jährlich 1,5 Milliarden Euro für ein bundesweites Nahverkehrsticket bereitzustellen – wenn die Länder mindestens ebenso viel geben. Ziel ist ein Preis zwischen 49 und 69 Euro im Monat. Wissing äußerte sich zuletzt zuversichtlich zu einem Nachfolger der 9-Euro-Tickets. Er sei „froh, dass wir bis Januar eine Anschlusslösung für das Ticket finden können und auch wollen“.

Dabei spielt ein Folgeangebot für die 9-Euro-Tickets in ein schon länger dauerndes Ringen um zusätzliche Milliarden hinein – nämlich zum Abfedern gestiegener Kosten für Sprit und Strom, aber auch für einen Ausbau des Angebots mit mehr Verbindungen und Takten. Dabei geht es um die sogenannten Regionalisierungsmittel des Bundes, mit denen die Länder und Verkehrsverbünde Leistungen bei den Verkehrsanbietern bestellen. Regulär kommen aus Berlin in diesem Jahr dafür bereits 9,4 Milliarden Euro, dazu noch eine Milliarde aus einem anderen Topf.

Nachfolger 9-Euro-Ticket: Diese Optionen könnten realisiert werden

Sowohl die Linke als auch die Grüne Jugend machen sich weiterhin stark für eine Verlängerung des Angebots. Die Grüne Jugend will das 9-Euro-Ticket dauerhaft etablieren, die Linke fordert zumindest eine Verlängerung bis Jahresende.

Eine weitere Option ist ein 29-Euro-Ticket im Nahverkehr. Hierzu rät die Verbraucherzentrale, die eine große Entlastung für ärmere Haushalte darin sieht. Dies entspricht ca. einem Euro pro Tag und würde der Verkehrswende einen weiteren Schub geben, heißt es.

Die Grünen schlagen zwei verschiedene Tickets als Nachfolger vor. Ein 29-Euro-Ticket und ein 49-Euro-Ticket. Während das 29-Euro-Ticket im Regionalverkehr gelten soll, könnte das 49-Euro-Ticket bundesweit gelten. Das würde aber auch eine Neustrukturierung der Regionen beinhalten. So soll es laut diesem Plan acht neue Regionen geben, die teilweise auch größer als ein Bundesland sind. Finanziert werden soll dies durch die Abschaffung der pauschalen Versteuerung von Dienstwagen. Die FDP hat sich allerdings klar gegen dieses Vorhaben ausgesprochen.

Ein weiterer Vorschlag ist ein 69-Euro-Ticket. Dieser Vorschlag kommt vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Dieses Ticket soll bundesweit gelten. Hier gäbe es aber ein paar Hürden zu nehmen, da der Staat das Ticket bezuschussen müsste mit zwei Milliarden Euro im Jahr. Auch würde es nicht automatisch für Abonnenten gelten.

Zu guter Letzt gibt es noch den Vorschlag für das 365-Euro-Ticket. Das Ticket soll für ein Jahr gelten, entspricht damit also einem Euro pro Tag. Im Nachbarland Österreich gibt es ein solches Ticket bereits. Dabei ist die Idee keineswegs neu, denn für Azubis ist das Ticket bereits in einigen Regionen Realität.

mit dpa