Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
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Gzuz is back – nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis ist der Gangsta-Rapper erfolgreicher denn je. Das sind die wichtigsten Fakten über den rappenden Hamburger.

Wer ist Gzuz?

Im Gegensatz zu vielen anderen Gangsta-Rappern weiß Gzuz wirklich, wie ein Gefängnis von innen aussieht. Über drei Jahre saß er im Knast. Seit seiner Freilassung ist er erfolgreicher denn je – mit vier Alben in den Top 10 seit 2014.

Dabei rappt Gzuz nicht erst seit gestern: Seit 2006 ist er Mitglied der Hip-Hop-Gruppe „187 Strassenbande“. Er und sein Freund Bonez MC sind die Frontrunner der Rap-Gruppe. Die Rapper Maxwell, LX und Sa4 sowie der Produzent Jambeatz gehören ebenfalls zu der Hip-Hop-Formation.

Die Mitglieder der 187 Strassenbande stammen ursprünglich alle aus Hamburg. So auch Gzuz, der im Juni 1988 in Hamburg geboren wurde und dort aufwuchs. Mit 14 warf ihn seine Mutter raus, weil er fasziniert vom Milieu des St. Pauli in die Kleinkriminalität und Drogenabhängigkeit abrutschte. 13 Vorstrafen sammelte er als Jugendlicher „auf der Straße“. Für einen Raubüberfall musste er 2010 für drei Jahre und sechs Monate hinter Gitter.

Seiner Rapper-Karriere machte die Freiheitsstrafe keinen Abbruch. Im Gegenteil: Seine Rap-Crew wurde bekannter und er mit ihr. 187 Strassenbande startete einen Hype um den Rapper hinter Gittern. Sie gingen auf die „Free Gzuz Tour“ und verkauften Merchandise mit der Aufschrift „Free Gzuz“.

Nach seiner Freilassung kam seine Musikkarriere dann erst so richtig in Fahrt: Das Kollaboalbum „High & hungrig“ mit Rapper-Kollegen Bonez MC stieg 2014 sofort unter den Top 10 der Albumcharts ein. Im darauffolgenden Jahr erreichte er mit seinem ersten Soloalbum „Ebbe & Flut“ Goldstatus und den zweiten Platz der Albumcharts.

Mit seiner tiefen Stimme rappt er bedrohliche Texte – von Waffen, Gewalt, Frauen und anderen typischen Symbolen des Gangsta-Raps. Im Gegensatz zu anderen Kollegen wirken sein Auftreten und seine Texte jedoch weniger inszeniert. Er ist authentisch in der Rolle als „Gangster“ und das kommt bei den jungen Fans an. Auf Gzuz Brust zieren sich zahlreiche Tattoos – eines mit der Aufschrift „Fuck Cops“.

Auch innerhalb seiner Rap-Gruppe 187 Strassenbande ist das Gangsterleben nicht nur ein Image: Gzuz und weitere Mitglieder der Rap-Gruppe sind mehrmals vorbestraft – durch Drogendelikte, Körperverletzung und Raub. 2018 wurden Aufenthaltsorte der Gruppe polizeilich durchsucht und neben großen Mengen Bargeld auch Waffen beschlagnahmt.

Wie heißt der Rapper mit richtigem Namen?

Rapper Gzuz wurde am 29. Juni 1988 mit dem bürgerlichen Namen Kristoffer Jonas Klauß geboren. Gzuz nennt er sich seit Beginn seiner Rapperkarriere. Mit der englischen Aussprache klingt sein Künstlername wie „Jesus“. Tatsächlich ist der Rappername jedoch ein Akronym für „Ghetto-Zeug unzensiert“.

Und der Name ist Programm: Mit seiner tiefen Stimme und den brachialen Texten rappt er von der Straße und dem Gangsterleben. Seine Hood ist St. Pauli in Hamburg. In der Hansestadt wuchs er mit seiner Schwester bei seiner alleinerziehenden Mutter auf.

Seine Mutter „war eine gute Frau“ sagte er in einem Interview mit Playboy. Sie habe Geld für den Urlaub gespart und wollte der Familie etwas bieten. Als Gzuz als Jugendlicher ins kleinkriminelle Milieu abrutschte, wusste sich seine Mutter nicht mehr zu helfen und warf ihn im alter von 14 Jahren raus. Es folgten mehrere Vorstrafen und eine längere Haftstrafe. Gzuz nahm Drogen und versuchte durch Straftaten wie Raub an Geld zu kommen. Eine Ausbildung hat Kristoffer Jonas Klauß nie absolviert.

Wann hat Gzuz mit dem Rappen begonnen?

2004 lernte der 16-jährige Gzuz den Rapper Bonez MC kennen. Die beiden Hamburger entwickelten eine enge Freundschaft. Bonez MC rappte bereits, Gzuz war noch auf dem Basketballplatz unterwegs und kiffte. Als er merkte, dass Bonez MC Erfolg hatte, machte er mit.

Er fing also auch an zu rappen. Sein einziges Vorbild: 50 Cents. Vor allem die Single „Get Rich Or Die Tryin'“ faszinierte den jungen Gzuz. Andere Rapper kannte er nicht, denn für CDs hatte er kein Geld. Später hörte er auch Deutschrap wie Aggro Berlin und Undergroundrap aus Hamburg.

Ab 2006 war er dann Mitglied der Rap-Gruppe 187 Strassenbande, die sein Freund Bonez MC gegründet hatte. Bis zum Antritt seiner Haftstraße 2010 war die Rap-Gruppe nur im Hamburger Underground bekannt.

Während er im Gefängnis saß, kam dann der Aufstieg. 2012 hatte Bonez MC mit seinem Debütalbum „Krampfhaft kriminell“ den ersten Mainstream-Erfolg. Im gleichen Jahr ging die 187 Strassenbande auf die „Free Gzuz Tour“ und verkaufte Merchandise mit der Aufschrift „Free Gzuz“.

So wurde Gzuz bekannter, obwohl er noch nicht einmal rappte. Nach Ende seiner Haftstrafe startete er dafür gleich doppelt durch: Er nahm mit Bonez MC das Kollaboalbum „High & hungrig“ auf, welches auf den neunten Platz der Charts stieg. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte er sein Debütalbum „Ebbe & Flut“.

Dieses stieg auf den zweiten Platz der Albumcharts und verkaufte sich über 100.000 Mal. Im 2015 Song „Hinterher“ aus dem Album „Ebbe & Flut“ rappt er über seine Mama, die kurz nach dem Ende seiner Haftstrafe plötzlich verstarb.

Welche sind die bekanntesten und erfolgreichsten Songs von Gzuz?

Gzuz hat in seiner Rapperlaufbahn bisher vier Alben veröffentlicht. Zwei Kollaboalben mit Rapper und Kumpel Bonez MC und zwei Soloalben. Drei seiner Alben erreichten Goldstatus, zwei schafften es auf Platz eins der deutschen Albumcharts. „Was Hast Du Gedacht“ ist seine erfolgreichste Single.

Die Single ist sein bisher größter Charterfolg mit Platz fünf in den Singlecharts. Auf YouTube hat der Song über 42 Millionen Views. Fast genauso erfolgreich ist der Track „Warum“ mit über 31 Millionen Klicks auf YouTube (Stand April 2019). Beide Songs stammen aus dem neuen Album „Wolke 7“, das 2018 veröffentlicht wurde.

Darüber hinaus hat Gzuz an anderen erfolgreichen Songs mitgewirkt. Im Song „Mörder“ von Bonez MC und RAF Camora tritt er als Gastmusiker auf. Der Rap hat über 72 Millionen Klicks bei YouTube. Der Song „Schnapp!“ mit Rapper-Kollege LX zählt 41 Millionen (Stand April 2019).

In den Singlecharts konnte sich Gzuz auch gemeinsam mit dem Rapper Ahnma platzieren. Der 2016 veröffentlichte Song erreichte Platz acht der deutschen Singlecharts, den vierten Platz in der Schweiz und den dritten Platz in Österreich. Bei YouTube zählt der Rap über 47 Millionen Klicks (Stand: April 2019). Gzuz rollt seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis auf einer Erfolgswelle, die nicht zuletzt auch dem erneuten Aufstieg des Deutschraps in den letzten Jahren zu verdanken ist.

Hat Gzuz eine Frau?

Weibliche Fans müssen jetzt stark sein: Gzuz ist vergeben. Seit vielen Jahren ist er mit der hübschen Lisa zusammen. Mit der schönen Frau hat er zwei Töchter – Malina und Emilia. Die zweite Tochter erblickte jüngst im April 2019 das Licht der Welt.

Dass ihm seine Familie alles bedeutet, sieht man dem harten Rapper gar nicht an. Doch in einigen Interviews hat er schon hier und da von seiner Frau und Familie berichtet. Auf seinem Instagram-Account veröffentlicht er manchmal auch ein Bild seiner großen Tochter.

Wer mehr über die Frau an der Seite des Gangsta-Rappers wissen möchte, kann Lisa auf Instagram folgen. Hier veröffentlicht die langjährige Freundin des Rappers immer wieder private Einblicke in das Familienleben. Seiner Frau soll Gzuz sogar ein Haus gekauft haben.

Mit welchen Musikern hat Gzuz schon zusammen Songs gemacht?

Selbst die Soloalben von Gzuz sind streng genommen keine Soloprojekte: Die Alben „Ebbe & Flut“ und „Wolke 7“ wimmeln von Gastmusikern. Neben den Rapper-Kollegen Bonez MC, Maxwell, LX und Sa4 haben auch Rapper wie Kontra K, Ufo 361 und RAF Camora Gastauftritte.

Bei der Produktion der Alben vertraut Gzuz seinem Produzenten Jambeatz, der auch für 187 Strassenbande produziert. Bei der Produktion der Kollaboalben arbeiteten Bonez MC und Gzuz mit Musikern wie Capuz, Olexesh und Hanybal zusammen. Als Gastmusiker in Tracks anderer Künstler war Gzuz unter anderem gemeinsam mit RAF Camora, Ahnma und Capital Bra zu hören.

Gzuz – die 12 besten Zitate aus den Interviews und Songs des Rappers

  • „Die Haftzeit hat mir schon zugesetzt. Ich war auf meinem Gangster-Film, als ich rauskam, und wollte schnelles Geld machen. Das habe ich im Knast schließlich jeden Tag gesehen.“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Ich fand auch immer schon die Bösewichte geiler als die Helden. Die waren nicht so geleckt. Ich bin immer für den Underdog.“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Du musst schon Bock auf einen kriminellen Lifestyle haben. Ich habe schließlich auch Kollegen, die neben mir aufgewachsen sind und die studieren. Wenn du aber Bock auf diesen Scheiß hast, dann fällt’s dir auf St. Pauli wohl leichter als im Schwarzwald.“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Wenn man solche Texte raushaut wie meine, ist es halt auch schwer zu vermitteln, dass es neben dem künstlerischen auch einen pädagogischen Hintergrund gibt. Den gibt es ja auch nicht. Das ist einfach In-die-Fresse-Rap.“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Was die Musik angeht, gibt es für mich eigentlich kein Soloprojekt. Wir arbeiten immer in einem gemeinsamen Prozess.“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Ich meine, unser Auftreten war halt vielen zu assi. Klar, wir sind Proleten, treten auf, sind laut und groß.“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Pff, Verantwortung – das ist nicht mein Bier. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Und für Kinder sind die Eltern verantwortlich. Wenn Kinder zu mir kommen, muss ich natürlich nicht vor denen kiffen. Aber ich muss in meinen Texten nicht auf Weltverbesserer machen. Es gibt keine heile Welt.“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Wenn ein Typ im Kostüm ankommt, alle Mütter beleidigt und sich alle dazu äußern, dann denke ich mir: ‚Jungs, das ist doch kein HipHop. Das ist Plastik!'“ (Juice-Interview vom 16.05.2018)
  • „Wir sind der neue Punk. Da geht es auch um Rebellion und Schockmomente.“ (Playboy-Interview)
  • „Hab‘ tausend Nächte schon im Bau gepennt / Man lernt erst dann zu laufen, wenn man auf die Schnauze fällt“ (Songtext: Wolke 7)
  • „Ich guck‘ in‘ Rückspiegel / Auch wenn ’ne Freundschaft zerbricht / Bereuen tu ich’s nicht“ (Songtext: Rückspiegel)
  • „Sie fragen: Gzuz warum bist du nur so? / Warum immer diese Sachen, / aber nix mit Niveau? / Warum dies, warum das? / Warum nicht einmal mit Message? / Und ich denk nur: Warum hältst du nicht die Fresse?“ (Songtext: Warum)