Foto: dpa/Ursula Düren
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Farid Bang ist Deutsch-Rapper im Gangsta-Stil. Mit 19 kam er zum Rappen und hörte nie wieder auf. Die Raps sind nicht ganz ohne Kritik, immer wieder sorgen seine Zeilen für bundesweite Empörung.

Wer ist eigentlich Farid Bang?

Rapper Farid Bang wuchs in Spanien mit seinen marokkanischstämmigen Eltern auf. Mit acht zog er mit seiner Familie nach Düsseldorf. Mit 19 tauchte er in die deutsche Rapszene ein und begann selbst zu rappen. Heute zählt er zu den erfolgreichsten Rappern Deutschlands.

Sein Rap-Stil ist der Gangsta-Rap. Dabei bedient er sich derber Sprache und krassen Ausdrücken. Die skurrilen Wortspiele standen schon öfters in der Kritik: Fünf seiner Alben wurden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert. Auch die Kollaboalben „Jung Brutal Gutaussehend“ und „Jung Brutal Gutaussehend 3“, die er mit Rapper Kollegah aufnahm, kassierten eine Indizierung und dürfen nicht mehr für Kinder und Jugendliche zugänglich gemacht werden.

2012 gründete Farid sein eigenes Musiklabel „Banger Musik“ und veröffentlicht seither seine Alben unter diesem Label. Mit der Rap-Konkurrenz kommt er nicht so gut klar. Er hatte bereits „Beef“ (Deutsch: Streit) mit Rapper-Kollegen Fler, Sido, Silla, Shindy und weiteren. Aus diesen Streitigkeiten entstanden zahlreiche Disstracks.

In den Medien wurde er aufgrund seiner kontroversen Zeilen im Kollaboalbum „Jung Brutal Gutaussehend 3“ stark kritisiert. Insbesondere der Song „0815“ und die Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ stoß auf heftige Kritik. Dass die beiden Rapper für das Album auch noch einen Echo gewannen, sorgte für Empörung und bundesweite, negative Schlagzeilen.

Farid Bang ist ein Künstlername – wie heißt der Rapper wirklich?

Farid Bang ist nicht der richtige Name des Gangster-Rappers. Bürgerlich heißt er Farid Hamed El Abdellaoui. Seine Eltern stammen ursprünglich aus Marokko, seine Kindheit verbrachte er jedoch im spanischen Malaga. Als er acht war, zog seine Familie nach Düsseldorf.

Er ging im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort zur Schule und machte dort seinen Hauptschulabschluss. Mit 19 begann er zu rappen und schon kurz darauf unterschrieb er bei Eko Freshs Label „German Dream Entertainment“. Auf Eko Freshs Mixtape wirkte er an drei Songs mit.

In dieser Anfangszeit rappte er noch unter dem Künstlernamen Farid Urlaub, eine Anspielung auf Farin Urlaub, dem Mitglied der Band „Die Ärzte“. 2008 erschien dann sein erstes Solo-Album „Asphalt Massaka“ unter dem heute bekannten Künstlernamen Farid Bang. So richtig ins Rollen kam seine Karriere jedoch erst durch seine Disstracks und Rap-Battles in den folgenden Jahren.

Hat Farid Bang eine Freundin?

Ob Farid Bang eine Freundin hat, wissen selbst seine Fans nicht so genau. Im April wurde noch gerätselt, ob der Rapper mit der deutsch-marokkanischen Sängerin Namika angebandelt hat. Zumindest die Abstammung und die Liebe zur Musik haben die beiden gemeinsam.

Das Gerücht bestätigte sich jedoch nie und auch sonst ist das Privatleben des Rappers ein großes Geheimnis. Aufgrund seiner teilweise sexistischen Kommentare über Frauen könnte man auch vermuten, dass der Rapper Single ist. Er spricht gerne von Nutten und Bitches, nie von einer wichtigen Frau in seinem Leben.

Warum hat Farid Bang immer wieder mit Antisemitismus-Vorwürfen zu kämpfen?

Farid Bang setzt auf Tabubrüche – und kassiert dafür immer wieder heftige Kritik. Empörung löste eine Zeile im Song „0815“ aus, indem er seinen Körper als „definierter als von Auschwitz-Insassen“ bezeichnet. Diese Zeile führte zu Antisemitismus-Vorwürfen und wurde stark kritisiert.

Farid selbst erklärt den Text als eine Stilform des Battle-Raps. Bei diesem Rap-Stil geht es neben aggressiven Lines auch um Tabubrüche. Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Gewaltverherrlichung stehen an der Tagesordnung.

So richtig entschuldigt haben sich weder Kollegah noch Farid Bang für die kontroversen Zeilen ihres gemeinsamen Albums. Einsehen hatten die beiden Rapper auch nicht, als sie den Echo für das Album erhielten und bei der Echo-Verleihung ausgebuht wurden. Der Echo-Skandal führte zum Ende der Verleihung des Echo-Musikpreises.

Warum machte das Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ Schlagzeilen?

Das Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“, dass Kollegah und Farid Bang gemeinsam aufnahmen und veröffentlichten, stand aufgrund der frauenverachtenden und gewaltverherrlichenden Zeilen immer wieder in der Kritik. Als das Album für den Echo nominiert wurde, kam es zu einer bundesweiten Empörung.

Besonders die Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“, gerappt von Farid im Song „0815“, führte zu Antisemitismus-Vorwürfen und einer Anzeige wegen Volksverhetzung. Das Verfahren gegen die beiden Rapper wurde jedoch eingestellt.

Bei der Echo-Preisverleihung wurden Kollegah und Farid Bang ausgebuht. Im Nachruf des Echo-Eklats gaben einige ehemalige Echo-Gewinner ihren Preis zurück. Der Skandal führte dazu, dass der Musikpreis in dieser Form abgeschafft wurde.

Reumütig zeigten sich die Rapper nicht, relativierten die krassen Texte immer wieder als Kunstform. Allerdings kamen sie der Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees nach und besuchten die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz.

Bei Kollegah führte dies zu einem Umdenken. In einem Spiegel Interview beteuerte der Rapper, nicht mehr über den Holocaust zu rappen. Farid Bang entschuldigte sich über Facebook für seinen Vergleich mit Auschwitz-Insassen bei der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano.

Im September 2018 wurde das Album von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien im Index aufgenommen und darf seitdem Kindern und Jugendlichen nicht mehr frei zugänglich gemacht werden.

Was sind die erfolgreichsten Alben und Songs von Farid Bang?

Sein erstes Album „Asphalt Massaka“ war ein Flop. Bis zu einer Erstplatzierung musste sich der Rapper gedulden: Erst 2014 schaffte es das Album „Killa“ auf den ersten Platz der Albumcharts. Das folgende Album „Asphalt Massaka 3“ erreichte ebenfalls Platz eins.

Große Erfolge feierte Farid Bang auch mit seinen Kollaboalben mit Kollegah: „Jung Brutal Gutaussehend“ zwei und drei erreichten jeweils den ersten Platz der Albumcharts im deutschsprachigen Raum. Die dritte Version des Albums verkaufte sich insgesamt über 200.000 Mal.

Für dieses Album musste Farid Bang aber gleichzeitig auch die größte Kritik einstecken. Trotz guter Verkaufszahlen störten sich viele an einer antisemitistischen Zeile und den frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Texten.

Platz eins in den Single Charts erreichte der Song „Sturmmaske auf“ des gleichen Kollaboalbums. Das gemeinsame Studioalbum „Platin war gestern“ von Farid und Kollegah schaffte es 2018 ebenfalls auf den ersten Platz und die Single „International Gangstas“ auf Platz fünf der Charts.

Mit welchen Rappern hat der Düsseldorfer Farid Bang schon Musik gemacht?

Am liebsten macht Farid Bang Musik mit seinem Rapper-Kollegen Kollegah. Gemeinsam nahm das Hip-Hop-Duo vier Studioalben auf. Zwei davon landeten nach einer Prüfung durch die Bundesprüfstelle im Index. Neben Kollegah machte Farid Bang in Vergangenheit auch mit Capo, 6ix9ine und SCH Musik.

Sogar mit Fler nahm der Rapper einen Track auf. Nach dem langjährigen „Beef“ mit dem Rapper-Kollegen und unzähligen Disstracks hatte Farid Bang einen Gastauftritt in Flers 2018 Album „Flizzy“. Im Song „AMG“ rappen Fler und Farid ausnahmsweise nicht gegeneinander, sondern miteinander.

Seit Jahren haben Farid Bang und Fler Stress miteinander, wie ist der Stand?

2018 veröffentlichten Farid Bang und Fler den gemeinsamen Rap „AMG“ und beendeten damit ihre jahrelange Feindschaft. Zuvor hatten sie seit 2009 Streit und beleidigten sich immer wieder in Disstracks. Bereits 2009 disste Farid den Rapper Fler in „Westdeutschlands Kings“.

Auch in „Stress ohne Grund“ beleidigt er den konkurrierenden Rapper. Fler antwortete mit Songs wie „Südberlin auf Bewährung“ und „Geh beiseite“, in denen auch Kollegah beleidigt wurde. Der „Beef“ zog sich über verschiedene Disstracks und auch auf Facebook und Instagram bedrohten sich die beiden Rapper.

Anfang 2014 wurde der Streit beigelegt, im Sommer des gleichen Jahres jedoch wieder aufgenommen. Farid Bang hatte auf Facebook Flers Freundin beleidigt. 2017 veröffentlichte Farid Bang ein Foto mit Fler. Gerüchte kursierten, der jahrelange Streit sei nun beendet. Bestätigt wurde das mit der Veröffentlichung des gemeinsamen Songs „AMG“ auf Flers Album „Flizzy“.

Farid Bang und seine Punchlines – die 10 besten Zitate des Deutsch-Rappers

Farid Bang liefert krasse Texte und bricht Tabus. Manchmal zeigt er sich im Interview aber auch von einer netten Seite. Diese Zitate sagen etwas über den Rapper aus.

  1. Ich bin niemand, der Frauen abwertend behandeln würde, dafür hat mich meine Mutter zu gut erzogen. Ich behandel Frauen immer sehr respektvoll – außer natürlich in der Öffentlichkeit. (Noisey Vice-Interview vom 27.05.2016)
  2. Ich bin wie ein Glatzkopf, keiner kann mir ein Haar krümmen (Songtext: Intro, Album: Asphalt Massaka)
  3. So bin ich nun mal. Mal lieb und dann wieder so. Two Face – ich bin ja auch Zwilling vom Sternzeichen. (Noisey Vice-Interview vom 27.05.2016)
  4. Meine stärkste Waffe ist meine Zunge. (Planet-Interview vom 6.6.2011)
  5. Es geht um die Provokation, das gehört dazu, darüber wird auch gerappt. Ich bin Gangster-Rapper. Andere Leute provozieren anders, bei Rap ist das halt so. Das hier ist Battle-Rap, da geht es auch um verrückte Wortspiele, das ist eine Art von Entertainment. (Planet-Interview vom 6.6.2011)
  6. Ich bin ohne meinen Vater in einem Haushalt nur unter Frauen aufgewachsen, mit meiner Mutter, meiner Großmutter und Tanten. Von daher habe ich sehr großen Respekt vor Frauen und natürlich kann ich nicht sagen: „Super, ich schlage Frauen“, das würde ich niemals sagen – und ich verurteile so etwas. (Planet-Interview vom 6.6.2011)
  7. Deutschrap, jetzt will jeder Clown Gangster werden / Ich bin wie Minen und lass Draufgänger sterben (Songtext: Stiernackenkommando)
  8. Wenn du irgendwas machst, willst du ja auch der Beste sein. Du willst ja auch nicht der dritte Mann sein. (Rap.de-Interview vom 30.06.2008)
  9. Das erste Hip-Hop-Album, das ich überhaupt gehört habe, war wirklich „Get Rich Or Die Tryin“. Sonst habe ich immer mal nur so Singles gehört wie „Gangsta’s Paradise“. (Rap.de-Interview vom 30.06.2008)
  10. Messer geht sowieso nicht. Wir sind Männer, wir haben Hände, wir können auch mit den Fäusten kämpfen. Wenn du Eier hast, wenn du ein Herz hast, dann brauchst du auch kein Messer. (Rap.de-Interview vom 30.06.2008)

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