Joaquin Phoenix Renee Zellweger Brad Pitt Oscars 2020
Foto: Jordan Strauss/Invision/dpa

Die Oscars, die begehrtesten Filmpreise der Welt, sind am 9. Februar 2020 in Los Angeles zum 92. Mal vergeben worden.

Wer zu den Favoriten gehörte und was ihr sonst noch wissen solltet – wir haben Informationen zum Mega-Event der Hollywood-Elite für euch zusammengetragen.

+++ Update: Hier seht ihr alle Gewinner in der Übersicht +++

Oscars 2020: Das sind die Gewinner der Nacht

Wann und wo fanden die Oscars 2020 statt?

Die Oscars wurden am 9. Februar 2020 im Dolby Theatre in Los Angeles verliehen. Die Veranstaltung fand in der Nacht von Sonntag auf Montag deutscher Zeit statt. Der Saal in Hollywood ist seit 2002 Austragungsort der Academy Awards.

Wurden die Oscars im TV und Stream übertragen?

Ja! Bereits seit 1974 überträgt ABC die Oscars in den USA. Die deutsche Übertragung übernimmt seit Ende der 1990er-Jahre ProSieben. Neben der TV-Übertragung gab es auch einen Live-Stream oder die Möglichkeit, sich die Verleihung in der sendereigenen ProSieben-App anzusehen.

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Schon ab 23 Uhr berichteten auf ProSieben Steven Gätjen, Annemarie Carpendale und Viviane Geppert vom roten Teppich des Dolby Theatre. Um 2 Uhr begann dann die Oscar-Verleihung. Für diejenigen, die nicht wach bleiben wollten, gibt’s am Montag auf ProSieben die Highlights in der Zusammenfassung um 17 Uhr in „red. Die OSCAR®-Highlights 2020“.

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Wer moderierte die Oscars 2020?

2019 fand die Verleihung erstmals seit drei Jahrzehnten ohne Moderator statt. Das war auch in diesem Jahr wieder so. Karey Burke, die neue Chefin des Senders ABC, der die Gala übertrug, sagte dem „Hollywood Reporter“ schon vor der Entscheidung: „Wir sind extrem glücklich darüber, wie die Show verlaufen ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir wiederholen, was wir für eine Erfolgsformel halten.“

Wer waren die Oscar-Favoriten 2020?

Bei den Oscars 2020 kommen Filme aus dem Kinojahr 2019 zum Zuge, entscheidend ist hierbei der US-Start. Ein Großteil der potenziellen Oscarfilme kommt recht spät in die deutschen Kinos.

Der Film „Joker“ ging mit elf Nominierungen als Favorit ins Rennen um die diesjährigen Oscars. Die düstere Charakterstudie um den psychisch kranken Batman-Gegenspieler Joker konnte bei der Gala am 9. Februar unter anderem den Spitzen-Oscar als bester Film, für Regie (Todd Phillips) und den Hauptdarsteller holen. Joaquin Phoenix, abgemagert, mit schrillem Lachen und wahnsinnigem Blick, gewann schon den Golden Globe als bester Drama-Darsteller.

Oscars 2020: „Joker“ ist mit elf Nominierungen der große Favorit

Neben Phoenix hielten auch Brad Pitt, Laura Dern und Renée Zellweger eine Dankesrede parat haben. In der laufenden Trophäensaison haben sie als Haupt- und Nebendarsteller schon wichtige Preise abgeräumt: Zellweger mit ihrer singenden und anrührenden Verkörperung von Judy Garland in „Judy“, Dern als gerissene Anwältin in dem Scheidungsdrama „Marriage Story“, Pitt mit seinem lässigen Auftritt in Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“, als Kumpel und Stuntman, der einem abgehalfterten Westernstar (Leonardo DiCaprio) zur Seite steht.

Die Nominierungen in den wichtigsten Kategorien

BESTER FILM

– Le Mans 66 – Gegen jede Chance
– The Irishman
– Jojo Rabbit
– Joker
– Little Women
– Marriage Story
– 1917
– Once Upon a Time in Hollywood
– Parasite

BESTE REGIE

– Martin Scorsese (The Irishman)
– Todd Phillips (Joker)
– Sam Mendes (1917)
– Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)
– Bong Joon Ho (Parasite)

BESTE HAUPTDARSTELLERIN

– Cynthia Erivo (Harriet)
– Scarlett Johansson (Marriage Story)
– Saoirse Ronan (Little Women)
– Charlize Theron (Bombshell)
– Renée Zellweger (Judy)

BESTER HAUPTDARSTELLER

– Antonio Banderas (Leid und Herrlichkeit)
– Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)
– Adam Driver (Marriage Story)
– Joaquin Phoenix (Joker)
– Jonathan Pryce (Die zwei Päpste)

BESTE NEBENDARSTELLERIN

– Kathy Bates (Richard Jewell)
– Laura Dern (Marriage Story)
– Scarlett Johansson (Jojo Rabbit)
– Florence Pugh (Little Women)
– Margot Robbie (Bombshell)

BESTER NEBENDARSTELLER

– Tom Hanks (Der wunderbare Mr. Rogers)
– Anthony Hopkins (Die zwei Päpste)
– Al Pacino (The Irishman)
– Joe Pesci (The Irishman)
– Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood)

BESTER INTERNATIONALER SPIELFILM (sogenannter Auslands-Oscar)

– Corpus Christi (Polen)
– Honeyland (Nordmazedonien)
– Les Misérables (Frankreich)
– Leid und Herrlichkeit (Spanien)
– Parasite (Südkorea)

Wer ist Rekord-Gewinner bei den Oscars?

Der beste Filme aller Zeiten ist „Titanic“, der elf Oscars bei 14 Nominierungen einheimste. Auch „Ben Hur“ und „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ holten je elf Oscars, waren jedoch nur zwölf- und elfmal nominiert.

Rekord-Haupdarstellerin bei den Oscars ist Katharine Hepburn. Für die Filme „Morgenrot des Ruhms“, „Rat mal, wer zum Essen kommt“, „Der Löwe im Winter“ und „Am goldenen See“ wurde die Schauspielerin prämiert. Meryl Streep hält mit 21 Oscar-Nominierungen zudem den Rekord als meistnominierte Schauspielerin aller Zeiten.

Welche Deutsche haben bereits einen Oscar gewonnen?

Für Deutsche waren die Oscars zu Beginn ein gutes Pflaster. Emil Jannings gewann bereits bei der ersten Verleihung 1929, er war ein deutscher Staatsbürger – geboren wurde der Preisträger für den „Besten Hauptdarsteller“ aber in der Schweiz. Weitere Preisträger sind Hans Zimmer („Beste Filmmusik“ für „Der König der Löwen“), Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“) und Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“). Jochen Alexander Freydank holte 2009 den Oscar für den besten Kurzfilm („Spielzeugland“) nach Deutschland. 2015 gewann in Dirk Wilutzky (Bester Dokumentarfilm, „Citizenfour“) zuletzt ein Deutscher. Eine Liste deutscher Oscarpreisträger bekommt ihr hier.

Wie viele Zuschauer haben die Oscars?

„Rekordtief bei Oscar-Zuschauerzahlen“ – mit Schlagzeilen wie dieser, ließen viele Berichterstatter 2018 aufhorchen. Bei der 90. Verleihung der Academy Awards fiel die Zahl der Zuschauer in den USA erstmals unter die 30 Millionen-Marke. Insgesamt sahen „nur“ 26,5 Millionen Zuschauer zu. Zum Vergleich: Als das Drama „Titanic“ der große Abräumer bei der Verleihung 1998 war, schauten noch 55 Millionen Amerikaner zu. Im Vorjahr waren es immerhin wieder 29,6 Millionen TV-Zuschauer.

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Wer verleiht die Oscars und wie groß ist die Jury?

Dafür ist die Academy of Motion Picture Arts and Sciences zuständig, eine ehrenamtlich arbeitende Organisation. Rund 8000 Künstler sind Mitglieder der Jury. Der Präsident der Akademie ist John Bailey. In den vergangenen Jahren wurde die einstigen Hollywood-Größen Roman Polanski, Harvey Weinstein und Bill Cosby wegen ihrer Sex-Skandale ausgeschlossen.

Welche Oscar-Kategorien sind die Wichtigsten? 

Zu den wichtigsten Kategorien gehören traditionell die des „Besten Hauptdarsteller“ und das weibliche Pendant für die „Beste Hauptdarstellerin“ und natürlich der „Beste Film“. Darüber hinaus legen Fans und Medien den Fokus auf die „Beste Regie“, „Bestes Originaldrehbuch“ und „Beste Nebendarsteller“. Insgesamt gibt es 24 Kategorien.

Was muss man über die Geschichte der Oscars wissen?

Der damalige Präsident der MGM Studios, Louis B. Mayer, hat sich in den 1920er-Jahren für die Einführung eines Preises starkgemacht und die Einführung der Oscars 1929 initiiert. Die erste TV-Übertragung fand 1953 statt. Die Oscar-Statue wurde bereits 1928 von Cedric Gibbons gestaltet und wiegt rund vier Kilogramm. Der Materialwert liegt übrigens nur bei rund 300 US-Dollar.

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Welche Oscar-Skandale gab es?

Mehrfach wurden Statuen im Rahmen der Verleihung geklaut: Den ersten Versuch unternahm ein Betrüger 1938, als er Alice Bradys Preis auf der Bühne entgegennehmen wollte. Erst 2018 gab es den bisher letzten Versuch. Frances McDormands Trophäe wurde gestohlen, der Übeltäter konnte aber wenig später von der Polizei gefasst werden. 2017 wurde zudem der Preis in der Kategorie „Bester Film“ erst an „La La Land“ vergeben. Das Problem war, dass der eigentliche Sieger aber „Moonlight“ war.

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So liefen die Oscars 2019

Eine Oscar-Nacht der Modeüberraschungen: Pink als Top-Farbe. Weniger Karl Lagerfeld als gedacht. Und die Männer drehten beim Styling auf. Das am meisten diskutierte Oscar-Outfit stammte in diesem Jahr von einem Mann: Billy Porter trug ein Smokingkleid! Und als dann auch noch eine Frau – Elsie Fisher – in einem dreiteiligen Anzug erschien, ist die Irritation perfekt. Was ist männlich, was weiblich – das wurde gerade ohnehin in der Mode neu verhandelt, jetzt in Ansätzen auch auf dem roten Teppich.

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Wie verliefen die Oscars 2018?

2018 war „Shape of Water“ der große Abräumer. Der Film setzte sich unter anderem gegen „Lady Bird“ und „Die dunkelste Stunde“ in der Kategorie „Bester Film“ durch. Auch in der „Bester Regie“-Kategorie ging der Oscar an den Film – Guillermo del Toro machte das Rennen. Gary Oldman („Die dunkelste Stunde“) wurde „Bester Hauptdarsteller“ und Frances McDormand („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) setzte sich im Rennen um den Preis für die „Beste Hauptdarstellerin“ durch.

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa