Fallen NRW-Weihnachtsmärkte wegen der Energiekrise aus? Die Sorge ist groß

Drittes Jahr in Folge ohne "normales" Weihnachtsfest? Wegen des Energiesparens wird darüber diskutiert, ob Weihnachtsmärkte stattfinden sollen.
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Der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom Foto: Shutterstock/picturetom
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Der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom Foto: Shutterstock/picturetom

NRDie vergangenen beiden Winter wurden geprägt von Corona-Einschränkungen. Ob die Pandemie auch im dritten Winter in Folge ein so großes Thema wird, können wir noch nicht abschätzen. Macht nun aber ohnehin schon die Energiekrise vielen Plänen einen Strich durch die Rechnung? Aktuell wird diskutiert, inwieweit Weihnachtsmärkte überhaupt durchführbar sind.

Keine ausgelassenen Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern häufig nur mit Video-Konferenzen und die Weihnachtstage aus Infektionsschutzgründen nur im engen Familienkreis – zwei schwierige Winter liegen hinter uns. Die Hoffnung war eigentlich da, dass sich das Ganze 2022 wieder normalisieren könnte. Stellt die Energiekrise nun aber vieles auf den Kopf?

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Wenn wir den Blick darauf werfen, wie etwa die Situation rund um die Weihnachtsmärkte in Nordrhein-Westfalen steht, kam das Zitat, das vielen die größte Sorge bereitet hat, wohl vom Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen. Er sagte dem „WDR“, er könne sich „nicht vorstellen, dass dann so große Events wie Weihnachtsmärkte überhaupt noch in Deutschland stattfinden.“ Das betrifft den Fall, dass sich die energiepolitische Lage noch weiter zuspitzt.

Weihnachtsmärkte in NRW: Komplette Absage, mit weniger Beleuchtung oder „Augen zu und durch“?

Das Extremszenario hat damit also ein wichtiger Lokalpolitiker schon an die Wand gemalt. Wie die „Rheinische Post“ von der Stadt Leverkusen erfahren hat, wird sich da auch schon mit möglichen Szenarien auseinandergesetzt. Hier geht es aber nicht um eine komplette Absage, sondern um die Weihnachtsbeleuchtung: „Wir haben im Rahmen der Arbeitsgruppe Gasmangellage eine Abschaltung oder Reduktion der Weihnachtbeleuchtung bereits auf der Agenda.“

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Wer an prunkvolle Beleuchtung auf Weihnachtsmärkten in Nordrhein-Westfalen denkt, landet schnell in Dortmund. Immerhin hat dort der größte Weihnachtsbaum der Welt seine Heimat gefunden. In normalen Jahren ist dieser natürlich auch prächtig beleuchtet. Wie Schausteller Patrick Arens dem Portal „Der Westen“ berichtet, wurde hier aber schon vor Jahren energiesparend gedacht: „Statt eines 125-Ampere-Steckers brauchen wir nur noch einen 32-Ampere-Stecker.“ Seit dieser Umstellung vor fünf Jahren laufe die Beleuchtung über LED.

Weihnachtsmärkte in NRW: Düsseldorfs Oberbürgermeister setzt auf Prinzip Hoffnung

Gerade nach zwei einigermaßen verkorksten Weihnachtsfesten geht es nun auch darum, den Menschen Besinnlichkeit zu bieten. Diesen Aspekt will Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller nicht zu kurz kommen lassen. „Da werden wir abwägen müssen: Schalten wir ab, weil das nun Luxus ist, oder sagen wir: Wir möchten gerne noch etwas Schönes erhalten, weil wir den Menschen nicht jede Hoffnung und Freude wegnehmen wollen?“, sagte er im Rahmen des „Campfire-Festival“ der „Rheinischen Post“. Aktuell dürfte bei vielen Menschen in erster Linie die Sorge dominieren – die Sorge, auch im dritten Jahr in Folge, mit harten Einschränkungen an Weihnachten leben zu müssen.

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Rund drei Monate vor Start der Weihnachtsmärkte ist in keiner der NRW-Städte schon eine endgültige Entscheidung getroffen worden. Vielmehr befinden sich Städte, Gemeinden und Kommunen augenscheinlich in einer Phase der Evaluierens und Beratens. Wie das Weihnachtsfest 2022 letztlich aussieht, werden wir dann in wenigen Monaten wissen. Zuvor werden die Entscheidungsträger ihre Entscheidungen aber auch schon verkünden.