Die 20 besten Lieder im Düsseldorfer Karneval: legendäre Hits der Toten Hosen, Alt Schuss und Kokolores

Was sind eigentlich die besten Karnevalslieder aus Düsseldorf? Wir stellen euch die wichtigsten Bands vor, listen stolze 20 Tracks auf und servieren alle Infos zur Entstehungsgeschichte der Lieder. Gönnt euch ein kühles Altbier, zieht die Pappnasen auf und holt das Konfetti aus den Ohren: Das sind unsere Highlights!
Karnevalsauftakt - Düsseldorf
Diese Mädels hatten sichtbar viel Spaß beim Hoppeditz-Erwachen - trotz frostiger Temperaturen. Foto: Federico Gambarini/dpa
Karnevalsauftakt - Düsseldorf
Diese Mädels hatten sichtbar viel Spaß beim Hoppeditz-Erwachen - trotz frostiger Temperaturen. Foto: Federico Gambarini/dpa

Zugegeben: Düsseldorfer Bands führen nur selten die Hitlisten an, wenn es um jecke Songs geht. Dabei sollte man jedoch nicht dem fehlerhaften Umkehrschluss erliegen, dass die längsten Theke der Welt nicht auch einen ganz eigenen Soundtrack abfeiern könne – ganz im Gegenteil! Wir stellen euch einige waschechte Karnevals-Hits aus Düsseldorf näher vor.

Wer stumpf die Zahlen auf Spotify, YouTube und Co. vergleicht, kommt schnell zu einem ernüchternden Ergebnis: Demnach gaben zuletzt selbst in Düsseldorf die Kölner den Ton an, wenn es um jecke Lieder geht. Und natürlich würden wir auch an dieser Stelle niemals abstreiten, dass Bands wie die Höhner, Bläck Fööss, Brings und Co. nicht auch einen gewissen Einfluss auf die Düsseldorfer Narren und Närrinnen hätten.

>> Die 20 besten Lieder im Kölner Karneval: legendäre Hits von „Mer losse d’r Dom en Kölle“ bis zu „Viva Colonia“ <<

Dennoch geht das einzigartige Düsseldorfer Lebensgefühl vielen kölschen Karnevals-Hits einfach komplett ab. Und das ist um einiges rockiger aufgelegt, zelebriert rotzfreche Trinklieder genauso gerne wie von Ska geküsste Schunkel-Songs. Zu den bekanntesten Bands zählen natürlich Die Toten Hosen, deren Trinklieder immer wieder im Düsseldorfer Karneval aufgelegt werden. Aber auch kleinere Bands wie Kokolores, die Swinging Funfares, Alt Schuss oder Band ohne Bart gehören dazu.

Zusätzlich springen viele bekannte Cover-Bands auf die Düsseldorfer Bühnen: Insbesondere von Fresh Music Live hat man mittlerweile  weit über die Stadtgrenzen hinaus gehört, aber auch Porno al Forno und Zauberlehrling sorgen seit Jahren für gute Stimmung unter den Narren. Wir haben die Highlights für euch nach Bandname von A bis Z geordnet:

Alt Schuss: An d’r längsten Theke der Welt

2003 gegründet stehen „Alt Schuss“ bereits seit etlichen Jahren auf der Bühne. In der Session 2015/2016 lieferte die Band das Mottolied „Scharf wie Mostert“, am bekanntesten dürfte aber ihr Hit „An d’r längsten Theke der Welt“ sein. Obwohl sich mit Gründungsmitglied Rainer kürzlich einer der letzten „Alten mit Schuss“ aus der Band verabschiedet hat, blickt diese noch immer optimistisch in die Zukunft: „Et is noch lang nitt Schluss!“ schreibt die Band auf ihrer Homepage.

Alt Schuss: Die Sterne funkele

Noch ein weiterer Klassiker aus der „Alt Schuss“-Playlist: Ob mit oder ohne Alt im Kopp, wenn dieses Lied durch die Boxen in der Altstadt wummert, schunkelt selbst der letzte Jeck. Und jetzt alle:

„Die Sterne funkele mir Düsseldorfer schunkele,
Hütt es ons alles ejal, mer fiere Karneval,
Die Sterne funkele mir Düsseldorfer schunkele,
Hütt es ons alles ejal, mer fiere Karneval.“

Auch Keine Lösung: Am Alten Schlossturm

Eine gehörige Prise Punk, etwas Brass, fertig ist das muntere „Auch keine Lösung“-Ensemble, welches die Düsseldorfer Szene seit 2013 aufmischt. Mittlerweile haben die Jungs rund um Sänger Florian Black auch den Karneval für sich entdeckt – und verpacken beispielsweise den Klassiker „Am alten Schlossturm“ im neuen Rockgewand. Abriss-Stimmung garantiert!

BOB – Band ohne Bart: Rot-Weiss

Die „Band ohne Bart“, oder kurz BOB, hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2008 bereits auch einen Namen außerhalb von Düsseldorf machen können, ist jedoch weiterhin fest verbunden mit der Landeshauptstadt. Seit 2010 sind sie traditioneller Gast in der ARD-Fernsehsitzung „Düsseldorf Helau“ und schauen immer wieder auch gerne beim WDR („Alles unter einer Kappe“) vorbei.

Bei der Frage, welcher Track von BOB auf diese Liste gehört, fällt die Antwort recht leicht: „Wat sind die Farben der schönsten Stadt am Rhein? Rot-Weiss! Wat sind die Farben von unserem Verein? Rot-Weiss! Zeigt eure Hände, et wird höchste Zeit, un dann steht auf wenn ihr Düsseldorfer seid!“ – einsteigen, lossingen und ab geht’s!

BOB – Band ohne Bart: Es endet immer mit Sauerei

Und weil es so schön ist, packen wir die BOB’sche „Sauerei“ als Zuckerli on top!

Broilers: Tanzt du noch einmal mit mir?

Neben den Toten Hosen sind auch die Broilers mittlerweile festes Düsseldorfer Kulturgut: Die Punk-Ska-Rocker rund um Frontmann Sammy Amara haben bereits etliche Jahre auf dem Buckel, gegründet wurde die Band im Jahr 1992 im Düsseldorfer Süden. Der Einstieg in die Charts und das große Tohuwabohu um die Band kamen erheblich später, das Album „Santa Muerte“ startete 2011 in die Charts (Platz 3).

In Sachen Karneval stellt Amara immer wieder klar, dass die Band weder Bock auf Karneval noch sogenannten „Lokalfaschismus“ zwischen Düsseldorf und Köln habe: Während die Toten Hosen die Nicklichkeiten zwischen den Städten immer wieder angeheizt haben, lehnen sich die Broilers lieber bequem zurück. Dass sie selbst keine Lust auf Karneval haben, heißt aber nicht, dass ihre Songs nicht aus den Boxen der Stadt hallen würden. Insbesondere ihr Hit „Tanzt du noch einmal mit mir?“ eignet sich hervorragend als Partystampfer erster Güte auf jeder vernünftigen Düsseldorfer Abriss-Party.

Hier könnt ihr „Tanzt du noch einmal mit mir?“ auf Spotify hören!

De Rhingschiffer: Unser Rad schlägt um die Welt

De Rhingschiffer lieferten mit „Unser Rad schlägt um die Welt“ das Mottolied für Session 2019/2020. Und selbst hier zeigt sich wieder: Düsseldorfer Karnevalisten huldigen meist lieber dem Rock, als dem Schlager. Darauf ein Altbier!

Fun Fact: De Rhingschiffer wurden 2014 gegründet, feierten ihren ersten Auftritt in einem kleinen Dorf vor Neuss und singen immer „op platt“.

Düssel Disharmoniker: Da schwimmt ’ne Kölner

Das Katastrophenszenario über ertrinkende Kölner erquickt die Düsseldorfer Jecken jedes Jahr aufs Neue und immer ein Highlight auf jeder Düsseldorfer Party! In Köln sollte man damit eher vorsichtig sein… aber wer oder was ist schon Köln?

„Da schwimmt ’ne Kölner, da schwimmt ’ne Kölner, da schwimmt ’ne Kölner am Schloßturm vorbei! Da schwimmt ’ne Kölner, da schwimmt ’ne Kölner, da schwimmt ’ne Kölner, vielleicht sind es auch zwei!“

Hier könnt ihr „Da schwimmt ’n Kölner“ auf Spotify hören!

Kokolores: Düsseldorfer Mädchen

Knuffiger Akkordeon-Sound, romantisches Schunkeln und eine Prise Rock und Schlager zeichnen die Düsseldorfer Band „Kokolores“ aus, die mit Frontfrau Ursula Strunk für einen einzigartigen Sound sorgt. An ihrer Seite: Jörg Strunk (Bass/Gesang), Rudy Kronenberger (Gitarre/Gesang) und Gunnar Gries (Schlagzeug). Gegründet wurde Kokolores im Jahr 2014, seitdem bringt man die Kneipen, Säle und Hallen der Landeshauptstadt regelmäßig zum Beben. Zum Beispiel mit diesem Lied hier, welches die „Düsseldorfer Mädchen“ ins Visier nimmt.

Kokolores: Tanzen Gehen

Eine weitere Stimmungskanone aus dem Hause Kokolores ist der Song „Tanzen Gehen“.

Linsending: Der Schlossturm

Auch Linsending kommen eher aus der Rock-Ecke und versuchen sich als „etwas andere Karnevalsband“ mit eigenem Stil, allen voran aber mit kreativen Texten zu etablieren. Dabei spielt die absurde Lieder-Manufaktur immer wieder gerne mit den Worten: Hier etwa besingen Frontmann Peter Moslener, Gitarrist Harald Schabbach, Schlagzeuger Dennis Degen und Bassist Dirk Ebel das schwere Schicksal des Schlossturms, der im Schatten seines großen Rheinturm-Bruders stehen muss. Tolles Teil!

Rhythmussportgruppe: Tanzen

Die Gründungsmitglieder der mittlerweile 9-köpfigen „Rhythmussportgruppe“ haben ihren Musikschein auf der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf abgelegt, ihr Markenzeichen ist ihr Sportoutfit. Eingekleidet in türkisfarbene Sporttrikots begeistern sie ihre Fans seit 2015 auf zahlreichen Festivals, darunter auch immer wieder der Jazz-Rally Düsseldorf. Im Düsseldorfer Karneval starteten sie erstmals 2019 durch. Tracks wie „Tanzen“ eignen sich einfach hervorragend, um jede noch so müde Menschenmenge zum Ausflippen zu bringen.

Hier könnt ihr „Tanzen“ auf Spotify hören!

Die Toten Hosen: Eisgekühlter Bommerlunder

Ein wahrer Klassiker der Trink- und Karnevals-Szene ist der Toten-Hosen-Track „Eisgekühlter Bommerlunder“: Bereits 1983 wurde die Single veröffentlicht, seitdem wird der Song vor allem live gespielt und erschien abseits davon lediglich auf der Kompilation „Reich & sexy“ und dem Jubiläumsalbum „All die ganzen Jahre“.  Die zugrundeliegende Melodie reicht sogar noch viel weiter zurück: Das Sambastück „Chiu Chiu“ komponierte der Chilene Nicanor Molinare im Jahr 1937.

Um es kurz zu machen: Dieser Song ist der perfekte Stoff um gemütlich mit besten Freunden einen zu heben – am besten natürlich den titelgebenden Kümmelbranntwein, der eisgekühlt und mit einem Alkoholgehalt von 38 Prozent sicher für einige spaßige Stunden sorgen kann.

Die Toten Hosen: Das Altbierlied

Wenn es um Die Toten Hosen und Alkohol geht, darf ein Song natürlich nicht fehlen: „Das Altbierlied“ ist ein wahrer Düsseldorfer Klassiker, um schunkelnd von einer Brauerei in die nächste zu fallen und voller Glückseligkeit das Fass zu umarmen. Darauf ein dreifaches Düsseldorf Helau, Helau, Helau!

Fun Fact: Das Altbierlied stammt im Original nicht von den Toten Hosen, sondern von Hans Ludwig Lonsdorfer, der den Song erstmals 1978 in einem kleinen Studieo an der Ellerstraße in Düsseldorf einspielte. Karnevalssänger Hans Lötzsch brachte den Track dann über den WDR bei der „Karnevalistischen Hitparade“ ins Fernsehen, wo er zum besten Stück der Session gewählt wurde. Das Cover der Toten Hosen erschien erst acht Jahre später auf dem Album „Damenwahl“ (1986). Und wem das noch nicht genug rockt, der findet eine Metal-Version bei „Sodom“-Sänger Tom Angelripper.

Hier könnt ihr „Das Altbierlied“ auf Spotify hören!

Die Toten Hosen: Zehn kleine Jägermeister

Bommerlunder? Check! Altbier? Doppel-Check! Fehlen noch… ein paar Jägermeister! Damit ihr zu Karneval keine halben Sachen machen müsst, liefern Die Toten Hosen mit „Zehn kleine Jägermeister“ einen weiteren All-Time-Classic zum Treppenschrubben am Burgplatz, knallvollen Kneipengrölen und durch die Altstadt-Pogen. Zehn, neun, … „Acht kleine Jägermeister fuhren gerne schnell, sieben fuhrn nach Düsseldorf, einer fuhr nach Köln.“

Die Toten Hosen: Tage wie dieser

Campinos Hommage an die Heimat treibt nicht nur Düsseldorfern und Fortuna-Fans Tränen der Rührung in die Augen: Genau diesen emotionalen Kick brauchen wir an Karneval auf jeder Party (und dieser Liste).

Peter König & Alena: Mein Herz schlägt für Düsseldorf

Dieser Song darf auf keiner Düsseldorfer Jecken-Party fehlen!

„Mein Herz schlägt für Düsseldorf,
tagein und tagaus!
Sie ist meine Heimatstadt,
dort bin ich zuhaus!
Ich möchte ein Leben lang
in Düsseldorf sein,
denn ich bin verliebt in diese schöne Stadt am Rhein!“

Hier könnt ihr „Mein Herz schlägt für Düsseldorf“ auf Spotify hören!

Prinzenclub Düsseldorf: Ach wär ich nur ein einzig Mal ein stolzer Prinz

Hach, einmal ein Prinz sein, „das wär so wunder-wunderschön!“. Den Wunsch vieler Jecken bedient der Prinzenclub Düsseldorf mit einer weiteren Perle Düsseldorfer Liedkunst. Absolute Schunkel-Garantie!

Hier könnt ihr „Ach wär ich nur ein einzig Mal ein stolzer Prinz“ auf Spotify hören!

Swinging Funfares: Düsseldorfer Nächte

In Düsseldorf sind sie bekannt wie ein bunter Hund, aber auch im Rest der Welt dürfte der eine oder andere bereits über die Swinging Funfares gestolpert sein. Schließlich gibt es die Band bereits seit etlichen Jahren: Der erste öffentliche Auftritt fand 1950 beim Oberkassler „Königs-Freiball“ im Haus Engemann statt. Den wahren Sound fand die Band erst viele Jahre später unter der Leitung von Claus Claassen, der das ursprüngliche Fanfarenkorps musikalisch in eine neue Richtung führen konnte.

Heute präsentieren sich die Swinging Funfares jugendlich frisch und dazu gewillt jeder Party ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen – bei mehr als 200 Auftritten im Jahr im Brauchtum und auf Konzerten sicher keine leichte Aufgabe für die vielen Mitglieder. Songs wie „Düsseldorfer Nächte“ beweisen aber: Es lohnt sich!

Die wichtigsten Infos zum Düsseldorfer Karneval findet ihr hier: