Die 20 besten Lieder im Kölner Karneval: legendäre Hits von „Mer losse d’r Dom en Kölle“ bis zu „Viva Colonia“

Bands wie die Bläck Fööss, Höhner und Räuber sind nicht nur untrennbar mit dem Kölner Karneval verbunden, sie geben auch die pure Lebensfreude der kölschen Jecken wieder. Wir haben die bekanntesten und besten Lieder aus dem Kölner Karneval für euch zusammengetragen.
Karneval am Kölner Dom
Karneval am Kölner Dom. Foto: Shutterstock.com / Michael von Aichberger
Karneval am Kölner Dom
Karneval am Kölner Dom. Foto: Shutterstock.com / Michael von Aichberger

Jede Jeck is anders, aber zu Karneval sind sich alle einig: Mit diesen Songs wird bis tief in die Nacht hinein geschunkelt und getanzt, während die roten Nasen durch de Drankgass jage. Ob zum offiziellen Startschuss um 11 Uhr 11 oder über das ganze Jahr hinweg: Mit diesen Karnevals-Klassikern könnt ihr jederzeit schön wat schunkele, danze und fiere.

Bei der Auswahl haben wir uns darauf beschränkt, einige Bands nicht allzu oft zu nennen. Alleine von den Höhnern und den Bläck Fööss hätten wir sicher noch jeweils zehn weitere Songs in die Liste einfließen lassen können. Unsere Übersicht konzentriert sich aber auf die absoluten Klassiker – allen voran gemessen auf ihre regelmäßigen „Auftritte“ bei jeder guten Karnevalsparty, aber auch deren Aufrufzahlen auf YouTube und Spotify. Geordnet sind die Lieder nach dem Bandnamen von A bis Z.

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AnnenMay Kantereit: Tommi (2019)

Wenn AnnenMay Kantereit auf der kölschen Sehnsuchtswelle reiten, dann aber auch richtig: „Tommi“ dürfte auch all diejenigen tief im Herzen berühren, die noch nie in Köln waren, den 1. FC Köln aus voller Inbrunst heraus verachten und Kölsch maximal als Putzmittel benutzen. Oder um es mit der (auch weit abseits vom kölschen Karneval extrem erfolgreichen) Band zu sagen: „Alle Wege führen nach Rom, und irgendwann zurück nach Köln.“ Starkes Stück – und nicht umsonst gern auf jeder Karnevalsparty gespielt.

BAP: Verdamp lang her (1981)

„Verdamp lang her“ von der kultigen Kölschrockband rund um Frontmann Wolfgang Niedecken ist einer der Tracks dieser Auflistung, die kein klassisches Karnevalsthema aufgreifen und dennoch zum Kölner Karneval gehören wie das „Alaaf“ und kühles Kölsch. Textlich ist der Song als Monolog an Niedeckens verstorbenen Vater gestaltet: „Verdammt lange her, dass ich bei dir am Grab war. Verdammt lange her, dass wir gesprochen haben, und dass vom einen auch etwas beim anderen ankam, so lange, dass ich mich kaum erinnern kann.“ so eine der Zeilen, übersetzt ins Hochdeutsche.

Zu düster? Nicht wirklich! Der Groove des Songs ergreift die Jecken immer wieder, vor allem wenn es vom DJ mal wieder spontan auf der Karnevalsparty hervorgekramt wird. Und wenn man mittlerweile auf mehr als 40 Jahre zurückblickt, können einige Karnevalisten mit Fug und Recht lautstark „Verdamp lang her!“ mitsingen. Für BAP war es derweil der erste Song, der ihnen auch überregionale Erfolge bescherte und den Weg zu einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Rockbands ebnete.

Hier könnt ihr „Verdamp lang her“ auf Spotify hören!

Bernd Stelter: Mahatma (2004)

Eine weitere Figur, welche den Kölner Karneval seit 1988 über viele Jahre hinweg prägt, ist der Komiker, Schauspieler und Fernsehmoderator Bernd Stelter. Als „Werbefachmann“ sorgte Stelter für viele Lacher im Kölner Sitzungskarneval, seine großartig getexteten Lieder begleiteten so einige Jecken durch die fünfte Jahreszeit. An dieser Stelle haben wir uns für „Mahatma“ entschieden, ebenso gut hätten hier aber auch „Ober, Zack ein Helles“ und „Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“ stehen können. Allesamt sind zeitlose Klassiker des Kölner Karnevals.

Hier könnt ihr „Mahatma“ auf Spotify hören!

Bläck Fööss: Mer losse d’r Dom en Kölle (1973)

Als eine der erfolgreichsten Kölner Mundart-Musikgruppen haben die Jungs von Bläck Fööss rund um Sänger Thomas „Tommy“ Richard Engel so einige Karnevalsklassiker in ihrer Playlist. Darunter auch eine der größten Kölner Karnevalshymnen: „Mer losse d’r Dom en Kölle“ übersetzt die Redensart „Die Kirche im Dorf lassen“ in charmant-kritischer Art ins Kölsche. Wer darauf kein Kölsch eckst, hat kein Hätz.

Bläck Fööss: En unserem Veedel (1973)

Lokalpatriotismus mit lauschiger Knuddelgarantie: „En unserem Veedel“ lässt Kölner Jecken regelmäßig näher zusammenrücken, dick Kölnisch Wasser auftragen und die ein oder andere Freudenträne verdrücken. Oder um es mit den Bläck Fööss zu sagen: „Wat och passeht, dat eine is doch klar, dat schönste wat m’r hann, schon all die Lange Johr, is unser Veedel…“.

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Bläck Fööss: Bye Bye My Love (1985)

Wenn der Promillegehalt mal wieder durch die Decke geht und der Oberlippenbart feuchtfröhlich im Scheinwerferlicht leuchtet, wird es endlich Zeit für eine Runde „Bye Bye My Love“ auf der Tanzfläche. Der ultimative Rausschmeißer-Song zu Karneval wird auch heute noch immer gerne aufgelegt, um die letzten Jecken aus den Ecken zu schrubben. Also: Rote Nase wieder aufsetzen und ab nach Haus!

Hier könnt ihr „Bye Bye My Love“ auf Spotify hören!

Brings: Superjeilezick (2001)

Egal ob „Superjeilezick“, „Kölsche Jung“ oder „Polka, Polka, Polka“ – an Brings kommt man zu Karneval kaum vorbei. 1991 erschien das Debütalbum „Zwei Zoote Minsche“, karnevalistisch gab man knapp zehn Jahre später (2000) mit „Supergeilezick“ Vollgas. Fun Fact: Eigentlich war der Song nur als Geburtstagsständchen für die Band gedacht, entpuppte sich aber schnell als wahrer Dauerbrenner im Kölner Karneval.

Hier könnt ihr „Superjeilezick“ auf Spotify hören!

Brings: Kölsche Jung (2013)

Wenn Brings inmitten der FC-Fans im Stadion rocken und durch die Gassen der Stadt spazieren, ist gute Stimmung garantiert: „Kölsche Jung“ darf bei der Karnevalsparty einfach nicht fehlen!

Brings: Sünderlein (2019)

Na schau an, „Brings“ wollen einfach nicht alt werden! Mit „Sünderlein“ konnte die Band zuletzt 2019 einen weiteren Evergreen abliefern, der sicher noch in 20 Jahren durch die Straßen von Köln hallen wird. Lustig: Im Video bekommen die Fans von Fortuna Düsseldorf ihr Fett weg.

Apropos Düsseldorf: Hier findet ihr alle Veranstaltungstermine im Düsseldorfer Karneval 2022.

Cat Ballou: Et jitt kei Wood (2012)

Die Kölschrock-Band „Cat Ballou“ wurde bereits 1999 in Bergisch Gladbach gegründet, ihren endgültigen Durchbruch feierten sie jedoch erst 2012 mit dem Song „Et jitt kei Wood“ („Es gibt kein Wort“). Und eben dieses findet auch im Kölner Karneval immer wieder Verwendung als hervorragende Untermalung des kölschen „Way of Leeve“.

Höhner: Ich ben ne Räuber (1982)

Hach, die Höhner: Ohne diese Kölner Truppe würde nicht nur dem Karneval ganz gewaltig etwas fehlen. Ursprünglich 1972 gegründet, hat die Band über die Jahre hinweg so einige Mitglieder ausgetauscht, so einige Highlights an den Tag gebracht und wurde ganz nebenbei noch zum Hymnen-Lieferanten des 1. FC Köln („Mir stonn zu dir, FC Kölle“). In Sachen Karneval ganz weit vorne dabei sind „de  Räuber“: Hier warnen die Jungs die leev Mädche eindringlich davor, zu Karneval ernst zu machen.

Hier könnt ihr „Ich ben ne Räuber“ auf Spotify hören!

Höhner: Viva Colonia (2003)

Abseits von „Ich ben ne Räuber“ noch eine ganze Ecke bekannter und wichtiger für den Kölner Karneval ist die Höhner-Hymne „Viva Colonia“. Hier verpackt die Band so ziemlich alles zu einem Gute-Laune-Song erster Güte, was Kölle für seine Fans so beliebt macht: Vom 1. FC Köln bis zum CSD, vom kölschen Klüngel bis zum „Henkelmännche – Millowitsch“. Erstaunlich ist das noch recht „junge“ Alter des Liedes, welches im Januar 2003 veröffentlicht wurde und sich stolze 53 Wochen in der deutschen Hitparade halten konnte. Für die Höhner gab es neben Ruhm und kölscher Ehre auch eine Goldene Schallplatte dafür.

Hier könnt ihr „Viva Colonia“ auf Spotify hören!

Kasalla: Pirate (2011)

Mitte 2011 von Gitarrist und Songwriter Flo Peil und Sänger Bastian Campmann gegründet, gehört die Kölner Band „Kasalla“ zur neuen Garde von echten Karnevals-Freibeutern unter Regentschaft von Captain Jeck. In mehr als zehn Jahren haben die Jungs bereits unzählige Karnevalshits veröffentlicht, darunter auch das extrem populäre „Pirate“, das mit seinem einschlägigen Refrain „Heyyo! Hey hey Ho“ zum Mitsingen animiert. Da auch das Piraten-Kostüm seit Jahren ein Dauerbrenner bei den Karnevalisten ist, können zu diesem Hit besonders viele Jecken schunkeln.

Klüngelköpp: Stääne (2011)

Seit der Veröffentlichung von „Stääne“  wird die 2003 gegründete Mundart-Band Klüngelköpp in einem Atemzug mit den Bläck Fööss, Höhnern, Brings, Räubern und den Paveiern genannt. „Stääne“ (oder auf hochdeutsch „Sterne“) ist ein weiteres dieser Sehnsuchtslieder, bis zur Oberkante gefüllt mit Lokalpatriotismus. Süffisant, entspannt und auf der Karnevalsparty am Abend eher für die ruhige Kuschelpause geeignet. Dazu noch ein wenig Saxophon und schon haben wir das „most säxy“ Kölsche Karnevalslied aller Zeit.

Hier könnt ihr „Stääne“ auf Spotify hören!

Kolibris: Hände zum Himmel (1999)

Kölsche Sproch, Brauchtum, Fastelovend fiere, Jeck sin laache Musik maache… auch die Kolibris sind ein wahres Urgestein des Kölner Karnevals und blicken bereits auf über 30 Jahre Musikgeschichte zurück. Eines der größten Highlights der Band: „Hände zum Himmel“ kommt komplett auf hochdeutsch daher und ist ein herrlich simples Partylied, bei dem wirklich jeder mitschunkeln kann. Und jetzt alle: „Und dann die Hände zum Himmel, komm lasst uns fröhlich sein!“ Karneval ohne die Kolibris? Never ever!

Hier könnt ihr „Hände zum Himmel“ auf Spotify hören!

Paveier: Leev Marie (2014)

Das YouTube-Video zu „Leev Marie“ hat mittlerweile die zehn Millionen Aufrufe geknackt, auf Spotify kommt man immer näher dran: Die bereits 1983 gegründete Band „Paveier“ beweist sich damit auch weit abseits der Jahrtausendwende als essentieller Bestandteil der Kölner Karnevals. Weiteres Paveier-Pflichtprogramm für kölsche Jecken: „Ich han de Musik bestellt (1984)“ und der urige Ohrwurm „Buenos dias Mathias (1987)“.

Querbeat: Nie mehr Fastelovend (2014)

Im gesamten Rheinland – ob in Köln oder Düsseldorf: Mit über 16 Millionen Aufrufen auf Spotify ist „Nie mehr Fastelovend“ von der Bonner Band Querbeat eines der am häufigsten gestreamten Karnevalslieder. Obwohl der Hit bereits 2014 veröffentlicht wurde, haben die Karnevalisten an dem rhythmischen Sound scheinbar besonders Gefallen gefunden. In dem Lied geht es um die große Liebe, die im Karneval gefunden wurde und jedes Jahr aufs Neue mit der dicken Trommel gesucht wird.

Hier könnt ihr „Nie mehr Fastelovend“ auf Spotify hören!

Räuber: Denn wenn et Trömmelche jeht (1993)

„Jedes Johr em Winter, wenn et widder schneit, kütt dr Fastelovend un mir sin all bereit…“ so der Start zum lauschigen „Kölle Alaaf!“-Song, der seit Anfang der 90er Jahren zu den Standardwerken im Kölner Straßenkarneval gehört. Abseits davon, dass es heutzutage zu Karneval nur noch extrem selten schneit, hat sich sonst nicht viel geändert. Ok, zugegeben: Solche Oberlippenschnäuzer wie die Räuber auf diesem Cover zeigen, sind heutzutage nicht mehr wirklich angesagt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 haben es die Räuber auf stolze zehn Alben gebracht.

Willy Millowitsch: Schnaps, das war sein letztes Wort (1961)

Willy ist bereits 1999 von uns gegangen, stolze 90 Jahre alt wurde die Kölner Legende. Bekannt war Millowitsch nicht nur als Schauspiellegende und Leiter des privaten Kölner Millowitsch-Theaters, sondern auch für seine zahlreichen Schlager-Hits. Ganz weit vorne dabei: „Schnaps, das war sein letztes Wort“ gilt bis heute als eines der populärsten Karnevals- und Stimmungsliedern. Zugleich ist es mit 900.000 verkauften Exemplaren auch sein erfolgreichster Song.

Hier könnt ihr „Schnaps, das war sein letztes Wort“ auf Spotify hören!

Willy Millowitsch: Der treue Husar (1988)

„Der treue Husar“ dürfte eines der Lieder dieser Liste sein, dessen Wurzeln am weitesten in der Zeit zurück liegen. Populär wurde es 1988 endgültig durch den lieben Willy, das zugrunde liegende (und ziemlich düstere) Volkslied geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Als Hymne des Kölner Karnevals ist es seit den 1920er Jahren im Umlauf. Sad Fact: Im klassischen Volkslied muss der Husar zu seiner Liebsten nach Hause – sie liegt im Sterben.

Hier könnt ihr „Der treue Husar“ auf Spotify hören!

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