Update zum Rheinpegel: Reicht der neue Regen für den Rhein?

Mit der Ankunft der Gewitter bekommen Teile des Westens endlich dringend benötigten Regen ab. Aber reicht das um den Rhein wieder zu füllen?
16.08.2022, Nordrhein-Westfalen, Bad Honnef: Boote liegen im fast ausgetrockneten Rheinarm zwischen Bad Honnef un der Rheininsel Grafenwerth auf dem Trockenen. Foto: Henning Kaiser/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
16.08.2022, Nordrhein-Westfalen, Bad Honnef: Boote liegen im fast ausgetrockneten Rheinarm zwischen Bad Honnef un der Rheininsel Grafenwerth auf dem Trockenen. Foto: Henning Kaiser/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach der langen Dürre folgen ab Mittwoch (17. August) kräftige Gewitter und Starkregen im Westen – inklusive einem wohl merklich abgekühlten Wochenende. Was sich jetzt viele Menschen fragen: Reicht die Regenmenge, um den Rhein wieder zu füllen? Und wie sehen die nächsten Tage für die Schifffahrt aus? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Wenn es nach den aktuellen Wettervorhersagen geht, dann stehen uns am Mittwoch und Donnerstag teils kräftige Schauer und Gewitter bevor – doch wenn die Böden aktuell etwas gar nicht vertragen können, dann Starkregen. Dieser kann von den vollkommen ausgetrockneten Bodenschichten nicht aufgenommen werden. Es kommt rasend schnell zu Überschwemmungen, welche im schlimmsten Fall ganze Stadtteile fluten können.

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Zum Wochenende soll sich die Wetterlage dann beruhigen: 18 bis 26 Grad werden am Samstag und Sonntag erwartet, ein teils deutlicher Abfall. Schon am Sonntag soll sich Regen nur noch im Norden und Nordwesten blicken lassen. Und zum Start in die neue Arbeitswoche (wie sollte es anders sein!) steigen die Temperaturen dann wieder. Sehr wahrscheinlich geht es dann (passend zur Gamescom in Köln) wieder über die 30-Grad-Marke hinaus.

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Schifffahrt am Rhein: Pegel bei Kaub bei 34 Zentimetern

Der für die Rhein-Schifffahrt wichtige Wasserpegelstand bei Kaub ist am Mittwochmorgen wieder leicht gestiegen, bleibt aber auf einem niedrigen Niveau. Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) zufolge lag er bei 34 Zentimetern und damit einen Zentimeter höher als noch zum gleichen Zeitpunkt am Dienstag. Die WSV prognostiziert bis zum Samstag Pegelstände zwischen 31 und 34 Zentimetern.

Für die Rheinschifffahrt ist Kaub eine wichtige Schnittstelle und Pegelstände von besonderer Bedeutung, da der Fluss an dieser Stelle sehr flach ist. Durch das seit Wochen anhaltende Niedrigwasser müssen Binnenschiffer bei ihrer Ladung den Tiefgang des Schiffes beachten und können weniger Fracht befördern.

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Viele Logistikdienstleister setzen mittlerweile auf die Bahn. Auch in Rheinland-Pfalz sitzt man wortwörtlich auf dem Trockenen: „Es fahren noch vereinzelt Schiffe mit niedrigem Tiefgang“, sagte Marco Speksnijder, Manager bei Contargo Rhein-Neckar im Hafen Ludwigshafen/Mannheim. Die Schiffe könnten aber deutlich weniger Ladung aufnehmen als sonst – derzeit trügen Schiffe je etwa 20 bis 30 Container statt 150 bis 200. „Stand jetzt sind wir noch bis Mitte nächster Woche handlungsfähig […]. Wir hoffen, dass bald ein bisschen Wasser kommt.“

 

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Aktuelle Regenmengen werden nicht reichen

Eines ist bereits klar: Die kurzfristigen Regenschauer am Mittwoch und Donnerstag werden nicht ausreichen, um den Rhein wieder zu füllen – auch wenn die Pegelstände leicht ansteigen. So müsse es laut Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) über Wochen deutlichen Niederschlag über große Bereiche des Rheineinzugsgebietes geben, damit das Defizit wieder ausgeglichen wird.

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Bis dahin ist übrigens nicht nur die Schifffahrt von der Dürre bedroht – auch für die Fauna im Rhein wird die Situation zunehmend kritisch. Da heißt es: Daumen drücken, dass sich die Situation Ende August wieder entspannt – und endlich etwas mehr Regen außerhalb der üblichen Gewitterfronten ins Land ziehen kann.