Gepfändeter Mops Tier
Foto: Guido Kirchner/dpa

Eine Ratte verursacht einen Stromausfall, wegen einer Schlange herrscht Hausverbot und ein Mops erregt die Gemüter: So manches Tier hat in den vergangenen Monaten für Gesprächsstoff gesorgt.

Ob niedlich, gefährlich oder raffiniert: Eine Reihe von Tieren aus Nordrhein-Westfalen hat es im Jahr 2019 in die Schlagzeilen geschafft. Eine Auswahl tierischer Geschichten:

Der gepfändete Mops: Ein kleiner Hund bringt es zu internationaler Berühmtheit. Mops „Edda“ wird von der westfälischen Stadt Ahlen bei einer Schuldnerin gepfändet und für 690 Euro über Ebay-Kleinanzeigen verkauft. Doch die neue Besitzerin sieht sich getäuscht, denn der angeblich gesunde Hund entpuppt sich bereits kurz nach dem Kauf als angeschlagen und benötigt mehrere teure Operationen. Die Frau aus Wülfrath fordert Schadenersatz von der Stadt und zieht vor Gericht. Das Verfahren zieht sich mindestens bis in den Frühjahr 2020.

Die ausgebüxte Schlange: Eine verschwundene Giftschlange hält die Ruhrgebietsstadt Herne in Atem. Wegen der gefährlichen Monokelkobra dürfen rund 30 Hausbewohner tagelang nicht in ihre Wohnungen. Eine fieberhafte Suche bleibt zunächst ohne Erfolg, durch Tricks wie Klebe-Fallen und ausgestreutes Mehl lässt das Tier sich nicht überlisten. Erst nach fünf Tagen wird die Schlange eingefangen. NRW bringt als Reaktion ein neues Gefahrtiergesetz auf den Weg.

Die geblitzte Taube: Eine Taube bewahrt einen Temposünder im niederrheinischen Viersen vor einer Strafe. Der Vogel fliegt dem Autofahrer in dem Moment vor das Gesicht, als eine Radarfalle auslöst – das Blitzerfoto ist somit ungültig. Normalerweise wäre für den Fahrer, der mit Tempo 54 durch eine 30er-Zone brauste, ein Bußgeld von 105 Euro fällig gewesen.

Die gewitzte Ratte: Eine Ratte legt das Marler Rathaus lahm. Der Nager verursacht im Keller einen Kurzschluss. Die Folge: Ein Stromausfall im gesamten Gebäude. Das Rathaus und die angeschlossene Familienbibliothek müssen zwei Tage lang geschlossen bleiben. Es war bereits das dritte Mal seit 2016, dass wegen einer Ratte im Marler Rathaus das Licht ausging.

Der problematische Wolf: Am Niederrhein sorgt Wölfin „Gloria“ für Ärger. Sie soll mehrere Schafe gerissen haben. Nach Ansicht von Schäfern ist das Tier ein „Problemwolf“ und muss weg. Doch das NRW-Umweltministerium kommt zu einem anderen Schluss: Die Schafhalter hätten die erforderlichen Schutzmaßnahmen nicht optimal umgesetzt. Somit könne nichts gegen die Wölfin unternommen werden. Sie stehe aber weiter „unter Beobachtung“.

Der grüne Hund: Im bergischen Wermelskirchen wird ein mintgrünes Hundebaby geboren. Nach Ansicht von Experten hat der im Mutterkuchen enthaltene Stoff Biliverdin dem Golden-Retriever-Welpen die seltene Grünfärbung verpasst. „Mojito“ ist der einzige Exot in seiner Familie: Seine acht Geschwister und seine Mutter „Melody“ haben weißes Fell.

Die reiselustige Kröte: Eine Kröte aus Südafrika versteckt sich im Gepäck einer Urlauberin und fliegt als blinder Passagier mit ihr nach Düsseldorf. Dort landet das Tier zusammen mit der Schmutzwäsche unbemerkt in der Waschmaschine der Frau. Nach dem Schleudergang kommt es zwar unversehrt zum Vorschein – wird aber sofort von der Hauskatze geschnappt. Die Besitzerin kann die Kröte retten und bringt sie in den Düsseldorfer Aquazoo.

Tierwelt aus dem Rhythmus: Schmetterlinge in den Parks, Zugvögel ohne Reiselust, gut gelaunte Kühe auf den Weiden: Die frühlingshaften Temperaturen kurz vor Weihnachten bringen die Tierwelt in NRW durcheinander. So freuen sich Bauern über besonders fleißige Milchgeber.

Quelle: dpa