NRW-Polizei bekommt das Schlafen „beigebracht“ – das steckt hinter der kuriosen Initiative

Essen, schlafen, Verbrecher jagen – der Alltag eines Polizisten. In NRW soll gerade nun das Schlafen verbessert werden.
Polizeiwache
Eine Polizeiwache (Symbolbild). Foto: Bjoern Wylezich/Shutterstock.com
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Eine Polizeiwache (Symbolbild). Foto: Bjoern Wylezich/Shutterstock.com

Auf dem ersten Blick eine kuriose Idee in Nordrhein-Westfalen. Aufgeweckt auf Verbrecherjagd: Die Polizei in NRW will ihren Bediensteten erstmals Schlafseminare anbieten. Was launig klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Da viele Polizisten – zum Beispiel der Kriminalpolizei – durch die Corona-Pandemie im Homeoffice arbeiten, verschwimmen die Grenzen zwischen Job und Freizeit.

Dadurch – so die zuständige Fortbildungsbehörde der Polizei – leide die „Schlafqualität“ der Beamten. Daher sollen von Oktober an bis zu 5000 Interessierte geschult werden. Ziel des Projekts ist es laut dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), „alle Mitarbeitende der Polizei NRW, die im Homeoffice arbeiten für eine gesunde Work-Life-Sleep-Balance zu sensibilisieren.“

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Dabei gehe es vor allem um „Hilfe zur Selbsthilfe bei Ein- und Durchschlafstörungen“. Für drei Monate soll eine Online-Plattform bereit gestellt werden, auf der man sich selbst bedienen kann. Zudem sind mehrere Online-Seminare („Webinare“) geplant. Ein Dienstleister dafür wird gerade noch gesucht. Konkretere Angaben könne man daher noch nicht machen, hieß es beim LAFP.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW befürwortet die Besser-Schlafen-Initiative, erinnert aber auch an die Kollegen auf der Straße: „Die Einführung der Homeoffice-Regelungen haben wir ausdrücklich begrüßt – dass es direkt nach Einführung schon Maßnahmen wie das besagte Seminar gibt, ist gut“, so GdP-NRW-Vize Michael Maatz.

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„Aber für den Schichtdienst muss auch etwas getan werden“, so der Gewerkschafter. So sei Schichtdienst „nachgewiesenermaßen gesundheitsschädlich“. Auch der sei mit Schlafstörungen verbunden, so Maatz. Die GdP wünsche sich von der Landesregierung unter anderem eine Reduzierung der 41-Stunden-Woche.

dpa