Rapper Azad
Foto: Instagram/azadoffiziell

Azad hat die Geschichte des Deutschraps schon in den frühen 2000ern mitgestaltet. 2019 veröffentlichte er ein neues Album unter dem Titel „Der Bozz 2“.

Wer ist Azad?

Eine Größe im Deutschrap: In den frühen 2000ern war der Rapper Azad maßgeblich an der Verbreitung des deutschen Battle-Raps und später Gangsta-Raps beteiligt. Er war der erste deutsche Rapper, der es mit einem Rapsong auf Platz eins der Charts schaffte.

Der Sohn kurdischer Eltern rappte bereits seit den späten 80ern, bekannt wurde er jedoch in den frühen 2000ern, als der Deutschrap einen Aufschwung erlebte. So richtig ins Rollen kam seine Karriere mit dem ersten Album „Leben“, das 2001 erschien. Es stieg auf den 46. Platz der Albumcharts ein und hielt sich dort drei Wochen lang.

Das Album ist heute ein wichtiger Meilenstein der deutschen Rapszene. Jonesmann, Naser Razzazi und „King of Rap“ Kool Savas wirkten an dem Album mit. Es folgt einfachen, selbst produzierten Beats, witzigen Wortspielen und Reimen und bedient sich der harten Sprache des Streetraps.

Die ersten beiden Alben veröffentlichte er unter dem Label „Pelham Power Productions“ (3P), ab dem dritten Album produzierte und veröffentlichte er seine Werke unter dem eigenen Label „Bozz Music“.

Dem Mainstream bekannt wurde er 2007 durch seinen Nummer-eins-Hit „Prison Break Anthem“. Der Song hielt sich 18. Wochen auf Platz eins der deutschen Charts und war der erste Rap, der einen solch großen Erfolg feierte. Er verkaufte sich über 150.000 Mal und erreichte damit Goldstatus.

In seiner Karriere hat der Rapper bisher neun Soloalben und ein Kollaboalbum mit Kool Savas veröffentlicht. Das Album „Leben II“ schaffte es auf den ersten Platz der Albumcharts, fünf weitere unter die Top 10. Die Single „All 4 One“ mit Kool Savas schaffte es ebenfalls unter die Top 10 auf Platz vier. 2019 erschien nach nach längerer Pause am 16. August zudem sein neues Album mit dem Titel „Der Bozz 2“.

Wie heißt der Rapper mit bürgerlichem Namen?

Azad ist der echte Vorname des Rappers. Sein voller Name lautet Azad Azadpour. Der muslimische Vorname hat persische Wurzeln und bedeutet soviel wie „Freiheit“. Am Anfang seiner Rap-Karriere nannte er sich noch Azazin. Der Rapper wuchs in Frankfurt am Main auf.

Geboren wurde er am 24. November 1973 in der Stadt Sanandadsch in der iranischen Provinz Kordestān. Azads Eltern beantragten Asyl in Deutschland, als Azad neun Monate alt war. Der primäre Grund für die Einreise nach Deutschland war jedoch der Wunsch der Eltern, dort studieren zu können. Sie erhofften sich ein besseres Leben. Das verriet der Rapper in einem Interview mit HipHop.de. In Frankfurt am Main fand die junge Familie ein neues Zuhause. Seine Kindheit hat der Rapper in guter Erinnerung. Seine Familie war nicht reich, kam aber über die Runden.

Eine Ausbildung begann Azad nie. Er wusste schon seit seiner frühen Jugend, dass er von der Musik leben wollte. Mit Jobs verdiente er Geld für Equipment, nebenher schrieb er Texte und rappte. Der Glaube an die Musik und sein Talent retteten ihn vor einer kriminellen Zukunft, die in seinem damaligen sozialen Umfeld in der Frankfurter Siedlung Nordweststadt Alltag war.

Mit welchen Musikern hat Azad schon zusammengearbeitet?

Von Kool Savas bis Xavier Naidoo: Als alter Hase im Musikgeschäft hat Azad schon mit fast allen bekannten Musikern der Szene zusammengearbeitet. Jonesmann, J-Luv und Kool Savas tauchen über die Jahre hinweg immer wieder als Gastmusiker in den Songs seiner Alben auf.

Gemeinsam mit Jonesmann, Jeyz und Chan rappte Azad im Song „Nordwestschlagzeilen“ über die Frankfurter Großsiedlung Nordweststadt. In diesem Ort florierte in den 80ern die lokale Hip-Hop-Szene. D-Flame, Jeyz und Azad stammen aus diesem Stadtteil.

Gemeinsam mit Adel Tawil nahm er den Nummer-eins-Hit „Prison Break Anthem“ auf. Xavier Naidoo war auf Tracks wie „Weisse Taube“ im Album „Game Over“ und „Liebe & Hass“ des Albums „Leben II“ zu hören. Mit Bushido hat er 2004 den Song „Feuersturm“ aufgenommen.

Sogar mit US-Sänger Akon machte Azad Musik. 2005 erschien die Single „Locked up“ mit der die beiden Musiker den 15. Platz der deutschen Charts erreichten. Im gleichen Jahr platzierten sich Azad und Kool Savas mit dem gemeinsamen Song „All 4 One“ auf dem vierten Platz der Charts.

Da er sich allerdings nicht nur zum Straßenrap, sondern auch zum Battle-Rap zählt, veröffentlichte Azad auch den ein oder anderen Disstrack gegen andere Rapperkollegen. Darunter der Song „Samy de Bitch“ gegen Samy Deluxe und „MC U Reen“ gegen MC René.

Wann hat Azad mit dem Rappen begonnen?

Als knapp 10-jähriger Junge kam er zum ersten Mal mit Hip-Hop in Berührung. „Break Sensation 84“ war das erste Tape, das er hörte. Die Breakdance-Beats faszinierten ihn. Er begann mit Breakdance, kam dann zu Graffiti, Beatboxen, DJ und schließlich zum Rappen.

In der Schule war er nur mit Walkman unterwegs, die Zeit nach der Schule verbrachte er viel im Plattenladen. Dort kaufte oder klaute er auch Mal CDs seiner Lieblingsmusiker. Die Musik seiner Helden hörte er nicht nur, er analysierte auch die Beats, den Flow, die Texte und den Style der Rapper. Nach eigenen Aussagen hat Azad den Rap studiert.

Als 17-jähriger war er bereits Teil der Rap-Gruppe „Asiatic Warriors“, die sich vor Azads Teilnahme noch „Cold-N-Locco“ nannte. „Asiatic Warriors“ bestand neben Azad aus D-Flame, A-Bomb und Combad. Seine erste Veröffentlichung hatte er 1995 als Solo-Künstler auf dem Sampler „Raw & Uncut“ von Produzent Roey Marquis II.

Mit „Asiatic Warriors“ erlangte er erste Bekanntheit in der Szene. 1998 kam es doch zum Streit zwischen den Mitgliedern der Rap-Formation und die Wege der Rapper trennten sich. Kurz darauf unterschrieb Azad einen Vertrag bei „Palham Power Productions“, auch „3p“ genannt. Unter diesem Label erschien 2001 sein erstes Album „Leben“.

Hat Azad eine Freundin?

Azad hat schon lange eine Freundin. Und die hat er im Juni 2017 auch geheiratet. Ein Bild der schönen Frau hat er zur Feier des Tages auf Facebook veröffentlicht.

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Im September 2017 kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Das süße Mädchen nennt er seinen Engel, in Wirklichkeit heißt sie Nila. Er hat jedoch noch eine zweite Tochter namens Lea aus einer früheren Beziehung. Dieser hat er schon 2003 den Track „Mein Licht“ gewidmet.

Welche sind die erfolgreichsten Songs und Alben von Azad?

Mit „Napalm“ erreichte Azad 2000 über die Grenzen seiner Frankfurter Undergroundszene Bekanntheit. Im Musikvideo tritt der Rapper mit Maske und Fahnen mit seinem Logo auf. Im darauffolgenden Jahr wurde das erste Album „Leben“ veröffentlicht, das auf dem 46. Platz der Albumcharts einstieg.

In den frühen 2000ern war das ein riesiger Erfolg. Kaum ein Rapper schaffte es zu dieser Zeit unter die Top 50 der Charts. Sein zweites Album, welches zwei Jahre später erschien, war sogar noch erfolgreicher. Es hielt sich vier Wochen auf dem 24. Platz.

Dann überrollte die „Aggro Berlin“-Welle ganz Deutschland und spätestens mit Sidos „Mein Block“ wurde Straßenrap plötzlich zum Mainstream. Obwohl sich Azads Musik stark vom Stil der Berliner unterschied, gleiteten auch seine Raps immer mehr ins Rampenlicht.

Mit seinem dritten Album „Der Bozz“ erreichte er – trotz Indizierung – im Juni 2004 zum ersten Mal die Top 10 der Albumcharts. Das 2006 Album „Game Over“ schaffte es auf Platz acht. In den Singlecharts war der Track „All 4 One“ mit Kool Savas der bis dato erfolgreichste Song Azads. Er schaffte es auf den vierten Platz der Charts.

Bis zu seinem ersten Nummer-eins-Hit dauerte es allerdings noch zwei weitere Jahre. Im Juli 2007 war es soweit: Die „Prison Break Anthem“ aus dem Album Blockschrift stieg auf Platz eins der Singlecharts und hielt sich dort 18 Wochen. Den Song hatte der Rapper mit dem Sänger Adel Tawil aufgenommen. Es war der Soundtrack der US-Serie „Prison Break“.

Nach seinem sechsten Album „Assasin“ (2009) folgten lange keinen neuen Alben und Singles mehr. Erst 2016 meldete sich der Rapper mit „Leben II“ zurück und erreichte prompt den ersten Platz der Albumcharts. Das im Jahr 2017 folgende Album „NXTLVL“ erreichte den dritten Platz, das 2019 erschienene Album schaffte es auf den zweiten Platz.

Azad – 10 Zitate aus den Interviews und Rapsongs

Rapper Azad macht Musik mit viel Liebe zu den Details. Diese 10 Zitate sagen etwas über den Rapper und seine Kunst aus.

  1. Ich mache die Musik, die mir gefällt und trage die Klamotten, die mir gefallen. Ich glaube, Menschen mit dieser Einstellung sind wahre Künstler. (Juice Interview vom 05.11.2010)
  2. Wieso kritisiert man mich, den King des Streetrap, und erzählt mir, „Assassin“ wäre nicht das beste Streetrap-Album, das jemals in Deutschland gemacht wurde? Die nächsten zehn bis 20 Jahre toppt diese Platte niemand. (Juice Interview vom 05.11.2010)
  3. Ich hab‘ studiert – nur halt kein staatlich anerkanntes Fach. Ich hab‘ Rap studiert. Über 25 Jahre hab‘ ich das wirklich extrem fanatisch studiert, mit sehr viel Hingabe, und hab‘ es meiner Meinung nach mindestens zum Professorenlevel gebracht. (HipHop.de Interview vom 27.11.2015 – Minute 11:30)
  4. Wenn ich was mache, dann bin ich ein Freak. Egal was es ist, so banal das auch ist, ich werd dann ein Freak. (HipHop.de Interview vom 27.11.2015 – Minute 18:40)
  5. Ich mach‘ aus der beknacktesten Scheiße ‘ne Wissenschaft. (HipHop.de Interview vom 27.11.2015 – Minute 19:10)
  6. Ich hab immer das gemacht, auf das ich Bock habe. (HipHop.de Interview vom 04.07.2017 – Minute 4:30)
  7. Generell ist Musik bei mir meistens ‘ne Momentaufnahme. (HipHop.de Interview vom 04.07.2017 – Minute 6:55)
  8. Hör nicht drauf was sie sagen / Geh in dich und du wirst Wahrheit finden (Songtext: Alles Lügen)
  9. Eines Tages zeig ich allen, dass ein Kurde es geschafft hat / Ich steh an der Spitze und sag: „Bruder, es ist machbar“ (Songtext: Eines Tages)
  10. Mein Logo ist nicht fundamentalistisch / Gucks dir an du Spastmat, da steht einfach nur Azad man das wars (Songtext: Merkst Du Was?)