Age of Empires – der König unter den Strategiespielen

Seit über 20 Jahren zieht das Echtzeit-Strategiespiel „Age of Empires“ Gamer und eSportler in seinen Bann. Mit der Definitive Edition 2019 gab es noch mal einen Schub, seither steigt das Interesse gerade an der kompetitiven Szene immer mehr. Wir zeigen euch alles, was ihr zu dem Spiel wissen müsst.
Age of Empires
Foto: Microsoft/dpa-tmn

In der Welt der Echtzeit-Strategiespiele, auch RTS – englisch für „real time strategy“ – genannt, kommt man als Fan dieses Genres nicht an „Age of Empires“ vorbei. Kein anderes Spiel verbindet kriegerische Handlungen gepaart mit der klassischen Funktionsweise eines Aufbaustrategiespiels. Worum es im Spiel geht, wie lange es den Spielehit schon gibt und welche Wettkämpfe es gibt, all das erfahrt ihr hier.

Wann ist „Age of Empires“ entstanden?

Die Spielreihe „Age of Empires“ existiert bereits seit 1997. Bereits kurz danach folgte mit „The Rise of Rome“ das erste Add-on, zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung erschien der zweite Teil mit dem Zusatz: „The Age of Kings“. 2005 folgte der dritte Teil der Reihe, auch hier gab es in den folgenden Monaten und Jahren Add-ons.

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Allerdings konnte der Nachfolger nie an den zweiten Teil anknüpfen, „Age of Empires 2“ aber begeistert Spieler und Fans inzwischen über 20 Jahre. So kam es, dass 2013 eine überarbeitete Version des zweiten Teils namens „Age of Empires 2: HD Edition“ erschien. Fortan folgten auch für die HD-Version Erweiterungen mit neuen Völkern und Spielmechaniken. Aufgrund der hohen Nachfrage und der vielen Fans entschied man sich 2019, auch die HD-Version einer Sanierung zu unterziehen.

So wurde schließlich die „Definitive Edition“ veröffentlicht. Diese ist, was Grafik und und Gameplay angeht, auf dem neuesten Stand. Vor allem wurden Tipps und Anregungen aus der Community aufgenommen und hat diese Vorschläge schließlich mit einfließen lassen. Für 2021 ist der vierte Teil der Reihe inzwischen angekündigt.

Worum geht es in „Age of Empires“?

Das Spielziel lautet, den Gegner zu besiegen. Auf einer Karte können bis zu acht Spieler gleichzeitig spielen. Entweder in Teams mit bis zu vier Mitstreitern, oder einzeln jeder gegen jeden. Entscheidend ist vor allem die Balance zwischen militärischer Stärke und ökonomischer Kraft. Man muss immer entscheiden, ob man seine Rohstoffe für Entwicklungen und arbeitende Bauern, oder in militärische Einheiten und deren schlagkräftige Verbesserungen investiert. Hat man zu wenig Militär, läuft man Gefahr, vom Gegner überrannt zu werden. Hat man zu wenige Arbeiter, fehlt die ökonomische Basis, eine schlagkräftige Armee aufzubauen.

Wann spielt Age of Empires“?

Die Zeitalter der verschiedenen Teile sind völlig unterschiedlich. Der erste Teil von 1997 spielt ungefähr in der Zeit von 8000 vor Christus bis 500 vor Christus. Das erste Zusatzpaket „The Rise of Rome“ spielte wiederum zeitgemäß von 500 vor Christus bis 500 nach Christus.

„Age of Empires 2“ wiederum bewegt sich vor allem im Mittelalter. Man startet ca. 450 vor Christus und endet ungefähr mit dem Beginn der Neuzeit um 1600, was die Entwicklungen der einzelnen Stufen im Spiel angeht. Aus jener Zeit sind auch die einzelnen Völker, die man sich dort aussuchen kann.

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Der dritte Teil schließt wiederum genau dort an. Hier befindet man sich zu Beginn im Jahr 1500 und endet 1860. Entsprechend sind auch hier Erweiterungen auf genau jene geschichtlichen Ereignisse abgestimmt, wie beispielsweise das Add-on „The WarChiefs“, das in der amerikanischen Revolution (1760–1785) oder der Indianerkrieg (1870) stattfindet. Mit „The Asian Dynasties“ befindet man sich im Jahr 1450, 1600 oder 1860.

Der vierte Teil der Reihe aber soll sich nicht in der späten Neuzeit abspielen. Stattdessen nimmt man das Erfolgskonstrukt aus dem zweiten Teil und befindet sich wieder in der Zeitspanne von 400 bis 1650.

Diese Maps gibt es in „Age of Empires“

Die Menge der Karten erschlägt neue Spieler auf den ersten Blick. Vieles davon aber ist inzwischen nicht mehr in der normalen Rotation. Alles in allem findet man in „Age of Empires 2“ aber insgesamt 211 verschiedene Karten. Unterschiedliche Vegetationen erfordern unterschiedliche Taktiken, Herangehensweisen oder Völker. Denn auch die einzelnen Völker haben alle ihre Vor- und Nachteile, mit denen es umzugehen gilt. Daher kommt es auch bei den Karten darauf an, wo man sich befindet.

Die beliebteste und einsteigerfreundlichste Karte ist „Arabia“. Eine Karte ohne Wasservegetation mit klaren Strukturen. Es gibt Schafe und Wildschweine sowie Beeren für Nahrung, Wälder für Holz, Stein für den Burgenbau und Gold, um das auch alles zu finanzieren.

Andere Karten wiederum setzen auf Schiffbau, oder man muss sich erstmal durch einen Wald sägen, um überhaupt weitere Gebäude bauen zu können. Und auch hier gibt es natürlich wieder Völker, die Vor- oder Nachteile auf diesen Kartentypen haben.

So funktioniert das Gameplay bei „Age of Empires“

„Age of Empires 2“ umfasst vier Spielphasen. Zu Beginn starten alle Spieler im sogenannten dunklen Zeitalter, wo es vor allem erst mal darum geht, eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen. Natürlich kann auch hier schon der Gegner angegriffen werden, allerdings sind die Möglichkeiten meist begrenzt und gerade in diesem Zeitalter hat der verteidigende Spieler noch gute Möglichkeiten, Angriffe auf seine Ökonomie zu verteidigen.

Das zweite Zeitalter, die Feudalzeit, schafft hier schon größere Möglichkeiten für den Angreifer, die Wirtschaft des Gegners nachhaltig zu schädigen. Daher ist die gängigste Taktik natürlich, die Ökonomie des Gegners so früh und so lange es geht, zu stören. Denn weniger Rohstoffeinnahmen für den Kontrahenten bedeuten auch immer einen Nachteil. Der Gegner schreitet langsamer in neue Zeitalter vor, kann sich weniger militärische Stärke leisten und wird so nach und nach übermannt. Doch Vorsicht, auch der Gegner kennt diese Taktik natürlich.

Das dritte Zeitalter, die Ritterzeit, ist der Punkt, wo dann Burgen und Eliteeinheiten gebaut werden können. Hier können Duelle schon vorentschieden oder noch mal ganz entscheidend gedreht werden.

Zuletzt geht es dann in die imperiale Zeit, wo man auch gern vom „late game“ spricht. Hier treffen dann meist große Armeen, die entsprechend entwickelt wurden, aufeinander. Es kommt zu großen Schlachtfeldern und auch Materialschlachten. Nicht selten verliert diese Duelle der Spieler, dessen Rohstoffe in der Ökonomie als erstes zur Neige gehen.

Das sind die bekanntesten Spieler

Über die Jahre hat sich eine eigene Community um dieses Spiel entwickelt. Durch die vielen Verbesserungen und Erweiterungen über die Jahre wurde diese auch immer bei Laune gehalten, konnte sich vergrößern und neue Fans gewinnen.

Die bekanntesten Namen sind wahrscheinlich der Norweger Ørjan „The Viper“ Larsen und der Serbe Darko „DauT“ Dautovic. Larsen hat bereits insgesamt knapp 187.000 $ Preisgeld in seiner Karriere gewonnen und führt dieses Ranking mit weitem Abstand vor dem zweitplatzierten Kai „Liereyy“ Kallinger aus Österreich (110.000 $) an. Dautovic kommt als Dritter auf 120.000 $. Mit Marco „JorDan_AoE“ Bloch ist auf Platz 8 auch ein deutscher Spieler mit einem Preisgeld von insgesamt 57.000 $ in den Top Ten.

Weitere große Namen sind Hamzah „Hera“ El-Baher aus Kanada, Yangfan „_TheYo_“ Gan aus Vietnam oder Roberto „TaToH“ Jimenez aus Spanien.

Bei diesen Streamern siehst du „Age of Empires“

Neben der großen Spielercommunity gibt es auch Streamer, die dem Spiel immer wieder zu großer Beliebtheit verholfen haben. Da wäre an erster Stelle Tristan „T90Official“ Berry aus den USA zu nennen. Der Kommentator ist seit Jahren fester Bestandteil und hat mitunter selbst große Turniere wie den „Hidden Cup“ ins Leben gerufen.

Am Beispiel des „Hidden Cup“ lässt sich auch sehr gut veranschaulichen, wie beliebt das Spiel selbst auch nach 20 Jahren noch ist. Waren es im ersten Cup Ende September 2018 noch 1500 $, die der Gewinner mitnehmen durfte, ist der Preispool im März 2021 bis auf knapp 90.000 $ angewachsen.

Neben „T90“ ist auch Dave Burchett aus Kanada viel als Kommentator bei Events dieser Größe, die Finalspiele werden meist von beiden zusammen kommentiert. Mit dem Spanier Daniel „MembTV“ Molina und Sven „Nili_AoE“ Reichardt aus Deutschland sind auch zwei Kommentatoren aus Europa ganz vorn dabei. Sowohl Molina als auch Reichardt sind auch selbst als Spieler viel auf Twitch und bei Turnieren dabei.

Die größten Turniere zu „Age of Empires“

Wer wissen möchte, wie sehr sich der eSport in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt hat, für den bietet „Age of Empires 2“ perfektes Anschauungsmaterial. Preisgelder von 5000 Euro waren vor 15 bis 20 Jahren noch völlig normal. Auch die Tatsache, dass die 5000 Euro meist auf vier bis acht Spieler aufgeteilt wurden, anteilig ihrer Positionierung am Ende eines Wettkampfes.

Viel zu verdienen war seinerzeit damit nicht. Inzwischen aber haben sich die Preisgelder ebenso entwickelt, wie der eSport selbst. Das kürzlich ausgetragene Event „Red Bull Wololo 5“, veranstaltet von der österreichischen Getränkemarke Red Bull, für das eigens das Heidelberger Schloss für zwei Wochen angemietet wurde, lobte ein Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro aus. Der Gewinner Ørjan „The Viper“ Larsen durfte sich am Ende über 26.750 Euro freuen, der Zweitplatzierte Kai „Liereyy“ Kallinger konnte immerhin noch 17.000 Euro für sich verbuchen.

Hier seht ihr eine Liste der bekanntesten und größten Turniere in der Welt von „Age of Empires 2“:

S-Tier

A-Tier

Das ist „Age of Empires 4“

Nicht zuletzt wegen des großen Erfolgs, den die „Age of Empires“-Reihe nach über 20 Jahren aktuell wieder erfährt, ist die Nachfrage nach neuem Content entsprechend groß. So überrascht es dann auch wenig, dass die Spielewelt derzeit gebannt auf die Veröffentlichung des vierten Teils der Serie wartet. Dieser soll am Donnerstag, den 28. Oktober, endlich für alle veröffentlicht werden.

Zuvor wurde das Spiel erst in einem streng limitierten Alphatest, dann in einem Betatest angespielt. Dies hat den Entwicklern von Studio Relic Entertainment noch mal gezeigt, wo diverse Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten liegen.

Allerdings, und das muss vielleicht noch erwähnt werden, handelt es sich bei „Age of Empires 4“ nicht um ein komplett neues Spiel. Vielmehr hat man sich vor allem am zweiten Teil orientiert und diesen grafisch aufgewertet und um einige Annehmlichkeiten aufgewertet, die so im zweiten Teil nicht umsetzbar wären
So gibt es beispielsweise im vierten Teil freie Marktplätze, die von allen Spielern angesteuert werden können. Umsonst bekommt man die Marktplätze aber auch nicht. Vielmehr muss man diese Kartenpunkte „besetzen“. Dafür ergeben sich neue Dynamiken auf dem Feld, es entstehen neue und vor allem mehr Schlachtfelder. Euer Multitasking ist somit noch mehr gefragt.

Nicht alles Gold, was glänzt

Eine weitere Neuerung ist die Tatsache, dass Häuser nicht länger als Mauern genutzt werden können. Möchte man zwei Häuser nebeneinander platzieren, bleibt immer eine Lücke zwischen den Gebäuden bestehen, wo Einheiten durchschlüpfen können. Man muss sich also mehr auf richtige Mauern verlassen und kann nicht mehr bloß Gebäude platzieren.
Auch weitere Mechaniken wurden überarbeitet, die das Spiel insgesamt vielschichtiger und tiefsinniger werden lassen. Dabei hat man vor allem bereits funktionierende Strukturen beibehalten und erweitert bzw. einzelne Aspekte variiert oder hinzugefügt.

Neben mancher Kritik, die sich neben dem Gameplay auch an einigen Animationen auslässt, wird aber vor allem auch der Sound hervorgehoben. So sollen die Soundanimationen ein sehr naturgetreues und reales Spielerlebnis vermitteln. So ist auch die Sprachausgabe der einzelnen Völker den Zeitaltern angepasst. Es ist vor allem die Liebe zum Detail, die erste Kritiker schwärmen lässt.

Doch neben all den gut umgesetzten Anforderungen gibt es auch Dinge, die noch Wünsche übriglassen. So lassen sich zum Beispiel die Hotkeys nicht ganz optimal einstellen. Hier hat man es leider von Herstellerseite (bislang) versäumt, das Erfolgsrezept aus dem zweiten Teil einfach zu kopieren.

Auch einige Interface-Elemente sind nicht immer glücklich gewählt. So sieht man zwar Aufgabenanforderungen für Siegbedingungen eingeblendet, ob aber gerade etwas erforscht wird, oder welche Einheit, welches Gebäude aktuell im Bau ist, erkennt man nicht auf Anhieb. Auch dies war im zweiten Teil bereits vorhanden.