„Age Of Empires 4“ – bald auch im kompetitiven Turniermodus?

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von „Age Of Empires 4“ finden bereits erste Turniere statt. Ein Ausblick in die Zukunft, oder nur der aktuelle Hype? Ein Erklärungsversuch.
Foto: Microsoft/dpa-tmn

Keine zwei Wochen ist es her, da wurde „Age Of Empires 4“ veröffentlicht. Seither ist die Welt der Strategiefetischisten und Echtzeiteroberer wie im Fieber. Quasi im Stundentakt werden für den vierten Teil der Reihe Turniere angekündigt und Preisgelder ausgegraben.

So fand am 7. November bereits das „Forest Everything“-Turnier statt, wo sich das Duo Dmitriy „Vinchester“ Smirnov aus Russland und Joshua Fabian Briel aus Deutschland, besser bekannt als „FlyLikeDjango“, über insgesamt 2000 Dollar Preisgeld freuen durften.

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Am kommenden Wochenende findet der „GENESIS“-Cup statt. Hierzu fanden bereits am vergangenen Wochenende Qualifikationsturniere statt, das Finale ist für Sonntag, den 14. November angesetzt. Auch hier gibt es wieder Preisgelder zu gewinnen, insgesamt 16.000 Dollar sind ausgeschrieben. Der Gewinner darf sich über 7000 Dollar freuen.

Unter anderem sind unter den acht verbliebenen Teilnehmern die beiden besten Spieler der Welt noch im Bracket: Hamzah „Hera“ El-Baher aus Kanada und Ørjan „TheViper“ Larsen aus Norwegen. Das zeigt, dass dies durchaus mehr als nur ein Marketinggag ist, um das Spiel aktuell weiter im Gespräch zu halten. Denn auch die Streamingzahlen der vergangenen Tage deuten darauf hin, dass es wahrscheinlich mehr als nur eine Eintagsfliege sein wird.

Weitere Turniere sind bereits angekündigt und in Planung. Wenn auch nicht unbedingt in der Premium-Klasse, was auch dem Terminplan der übrigen Turniere und dem damit anstehenden „King Of The Desert 4“ geschuldet ist, welches ab Mitte November ebenfalls mit der Hauptrunde startet.

Deutlicher Fingerzeig in Richtung kompetitive Szene

Zudem gibt es bereits ein Ranking-System, was den Langzeitspaß für alle Spieler hochhalten soll. Denn so eine Ladder will schließlich durchgegrindet werden. Und verbessern kann man sich schließlich auch immer. Zwar gibt es auch in diesem Bereich noch Probleme, wie das die Ladder im Spiel nicht einsehbar ist, und das auch der entsprechende Ranked-Modus noch nicht wirklich ausgearbeitet ist.

Doch der Fingerzeig ist deutlich. „Age Of Empires 4“ möchte mehr sein als nur ein Nachfolger in der Reihe, der im kompetitiven Bereich aber keine Rolle spielt. Dieses Schicksal ereilte bereits den dritten Teil. Dort gibt es zwar vereinzelt Turniere, diese sind aber von den Preisgeldern und den Teilnehmern her nicht zu vergleichen mit den Wettbewerben der Weltspitze.

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Die Frage ist daher, ob es einen gezielten sowie geschlossenen Wechsel vom zweiten hin zum vierten Teil geben wird. Grundsätzlich dürfte dies vor allem auch von der Spielbarkeit abhängen. Das Lob allerorten war zu Beginn groß für den vierten Teil. Doch inzwischen werden auch Fragen laut, wann denn erste Patches durchgeführt werden. Denn fehlerfrei ist „Age Of Empires 4“ nicht.

Solange die Kinderkrankheiten nicht behoben und auch sonst keinerlei Anstalten unternommen werden, an den aufgezählten Verbesserungsmöglichkeiten zu arbeiten, wird es wohl nur ein Hype zu Beginn bleiben. Möchten die Macher die Szene wirklich dazu bewegen, sich der neuen Variante zu öffnen, sollte man schleunigst daran arbeiten, die Fehler zu beheben und das Spielerlebnis eben durch eine funktionierende Ladder oder Mechaniken zu steigern. Andernfalls dürfte sich der Hype bis Ende des Jahres wahrscheinlich erledigt haben.