Streik in Düsseldorf: Erste Protestaktionen jetzt auch im Einzelhandel

Mitarbeiter des Einzelhandels sind am Dienstag auf die Straße gegangen, um für angemessene Lohnerhöhungen zu protestieren.
Warnstreik Verdi
Ein Teilnehmer einer Demonstration zum Warnstreik trägt eine Verdi-Mütze. Foto: Christoph Soeder/dpa
Ein Teilnehmer einer Demonstration zum Warnstreik trägt eine Verdi-Mütze. Foto: Christoph Soeder/dpa

Nachdem es in den letzten Wochen zu Streiks bei der Rheinbahn oder der Stadtreinigung in Düsseldorf gekommen war, kommt es nun auch zu Warnstreiks im Einzelhandel. So haben am Dienstag (2. Mai) Beschäftigte mehrerer großer Einzelhandelsketten in Düsseldorf und der Region ihre Arbeit niedergelegt und an Protestaktionen der Gewerkschaft Verdi teilgenommen. Betroffen von den Warnstreiks waren unter anderem Filialen von Kaufland, Primark, H&M und Saturn. Darüber hinaus traf der Streik auch das Esprit Outlet in Ratingen sowie die H&M-Standorte in Hilden und Remscheid.

Mit den Protestaktionen reagiert Verdi auf das  Angebot der Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlungsrunde für den Einzelhandel. Bei dieser hatte die Arbeitgeberseite eine Lohnsteigerung in zwei Stufen von drei und später noch einmal um zwei Prozent angeboten. Daneben soll den Mitarbeitenden auch eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 750 Euro im ersten Jahr sowie weitere 250 Euro im zweiten Jahr gezahlt werden.

Streik in Düsseldorf: Deswegen wird gestreikt

Doch der Gewerkschaft reicht das nicht. „Wut und Enttäuschung hat das Arbeitgeberangebot bei den Beschäftigten hervorgerufen“, sagt Verdi-Vertreterin Silke Zimmer. „Statt Wertschätzung sollen die Mitarbeiter weitere Reallohnverluste hinnehmen“, ergänzt sie. „Die Menschen brauchen dringend nachhaltige, tabellenwirksame Entgelterhöhungen, damit sie die gestiegenen Lebenshaltungskosten bezahlen können und das Rentenalter finanziell sorgenfrei ist. Da hilft keine Einmalzahlung. Wer das noch nicht versteht, braucht jetzt ein deutliches Zeichen!“, so Zimmer.

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Rund einhundert Beschäftigte versammelten sich laut Angaben des WDR zur Streikkundgebung vor der Primark-Filiale auf der Düsseldorfer Schadowstraße. „Immer mehr Kollegen melden sich krank, weil viele einfach total überlastet sind. Es kommen auch verstärkt psychische Probleme dazu“, erzählt Blegim Ajdari dem Nachrichtensender. Seit der Eröffnung vor 10 Jahren arbeite er in der Filiale in Düsseldorf. Damals hätten noch 600 Mitarbeiter für das Unternehmen gearbeitet. Nach zahlreichen Stellenabbau sei inzwischen jedoch nur noch ein Viertel da. Dies habe zur Folge, dass viele Kassen unbesetzt blieben, was zu langen Wartezeiten und teilweise sehr aggressiven Verhalten der Kunden führe, so Ajardi.

Streik in Düsseldorf: Das fordert die Gewerkschaft Verdi

Aus Sicht der Gewerkschaft waren die Protestaktionen ein voller Erfolg. „Mit der Beteiligung heute sind wir sehr zufrieden, das war ja nur der Auftakt“, sagt Miriam Jürgens von Verdi Düssel-Rhein-Wupper dem WDR. In den kommenden Tagen und Wochen seien weitere Warnstreiks in ganz NRW geplant. „Wir wollen, dass die vereinbarten Tarife allgemeinverbindlich sind, auch für die Unternehmen, die nicht im Arbeitgeberverband sind“, erklärt Jürgens weiter.

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Verdi fordert eine Anhebung des Stundenlohnes um 2,50 Euro. Die Ausbildungsvergütung soll um 250 Euro steigen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge und ein Mindestentgelt von 13,50 Euro pro Stunde.

Am 22. Mai werden die Tarifverhandlungen in Remscheid fortgesetzt.