Schütze in Texas eröffnet Feuer - Fünf Tote
Foto: Tim Fischer/Midland Daily News/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wieder erschießt ein
Mann in den USA mehrere Menschen – wieder macht sich Empörung über das laxe
Waffenrecht breit. Präsident Trump lässt sich über den Fall informieren – und
sieht sich aufs Neue mit der politischen Forderung nach Reformen konfrontiert.

Nach einer Verkehrskontrolle im US-Bundesstaat Texas hat ein Schütze scheinbar wahllos das Feuer eröffnet. Sieben Menschen wurden getötet und rund 20 Personen verletzt, wie der örtliche Fernsehsender Kosa am Sonntag berichtete.

Unter den Verletzten war auch ein 17 Monate altes Baby, dem der Täter ins Gesicht geschossen hatte. Der Schütze, ein etwa Mitte 30 Jahre alter Weißer, wurde am Samstag (Ortszeit) von Polizisten erschossen. Die Polizei hatte zunächst von fünf Todesopfern gesprochen. Der Vorfall erneuerte in den USA auch wieder die Debatte um schärfere Waffengesetze.

Der Angriff hatte laut Polizei mit einer normalen Verkehrskontrolle zwischen den Orten Midland und Odessa begonnen, bei der der Verdächtige plötzlich das Feuer auf einen Polizisten eröffnete. Danach sei er nach Odessa gefahren, habe weiter um sich geschossen, sein Auto abgestellt und einen Lieferwagen der Post gekapert. Die Polizei stellte ihn auf dem Parkplatz eines großen Kinos. Das Tatmotiv war auch Stunden nach dem Verbrechen unklar. Auch drei Polizisten wurden verletzt.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, Justizminister William Barr habe ihn über den Vorfall informiert. Auch die Bundespolizei FBI befasse sich mit dem Fall. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, verurteilte den Zwischenfall als „sinnlosen und feigen Angriff“. Er werde nicht zulassen, dass Texas von „Hass und Gewalt“ überzogen werde, erklärte er.

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In den USA, wo Waffen in der Regel sehr leicht zu kaufen sind, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Schützen in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten auf Passanten feuern. Tausende Menschen sterben jedes Jahr infolge von Schusswaffengebrauch. Erst Anfang August hatten zwei Schützen in El Paso (Texas) und in Dayton (Ohio) mit Sturmgewehren Blutbäder angerichtet – insgesamt wurden damals 31 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Eine detaillierte Statistik findet ihr hier.

Die Gewaltverbrechen in
El Paso und Dayton führten zu neuen Debatten über das Waffenrecht in den USA
und dessen Reform. Zahlreiche Politiker fordern eine drastische Verschärfung
der Regeln für den Verkauf von Schusswaffen – darunter mehrere
Präsidentschaftsbewerber der Demokraten.

Der Republikaner Trump,
dessen Partei enge Beziehungen zur mächtigen US-Waffenlobby pflegt, äußerte sich
zunächst nicht zu der Tat in Texas. „Genug. Wir müssen dieser Epidemie ein Ende
setzen“, forderte hingegen der wohl aussichtsreichste Präsidentschaftsbewerber
der Demokraten, Joe Biden. Ähnliche Worte wählte seine parteiinterne
Konkurrentin Kamala Harris: „Ich habe es satt. Amerika hat es satt. Wir müssen
handeln.“

Die politischen
Reaktionen verliefen dabei ziemlich exakt entlang der Parteilinien: Während
viele Demokraten ihre Mitleidsbekundungen mit der Forderung nach einer Reform
des Waffenrechts verknüpften, beschränkten sich republikanische Politiker
zumeist aufs Kondolieren.

Im republikanisch
regierten Texas sind die Waffenregeln noch lockerer als in den meisten anderen
Bundesstaaten. Auf Twitter wurde Gouverneur Abbott prompt mit einem Tweet vom
Oktober 2015 konfrontiert. Damals hatte er auf seinem persönlichen Account
geschrieben, er sei „beschämt“ darüber, dass Texas bei der Statistik zu neuen
Waffenkäufen USA-weit Platz zwei hinter Kalifornien belege. Seine
Schlussfolgerung damals: „Lasst uns einen Zahn zulegen, Texaner.“

Quelle: dpa