Frau traurig weint
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Einer Person zwei Jahre lang etwas vormachen geht nicht? Doch, sogar mit zwei Personen! Denn genau so lange hatte Catherine Garrods Ex-Freund noch eine weitere Frau an seiner Seite.

Wie die 38-Jährige „Metro“ erzählte, hatte die andere Frau eine ihrer WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy des Betrügers gefunden und sie daraufhin bei Facebook gesucht. „Als sie mich gefunden hat, dachte sie, ich sei die Affäre“, erzählt Catherine. „Aber als sie sich mein Facebook-Profil ansah, bemerkte sie, dass ich schon lange mit ihm zusammen war. […] Ich glaube, sie dachte dann, dass ich die Freundin wäre und sie die Affäre. Aber ich sagte ihr: ‚Ich sehe das nicht so, wir wurden bei verarscht.'“

Anschließend fanden sie heraus, dass er eineinhalb Jahre mit Catherine zusammen war, ehe er ein Doppelleben begann. Dieses ging sogar so weit, dass er den identischen Brief an beide Frauen schickte, während er angeblich geschäftlich verreiste. „Aber ich fand heraus, dass er ihr erzählte, dass er beruflich unterwegs war, während er mit mir im Urlaub saß“, berichtete Garrod.

Eine Stunde lang telefonierten die Frauen, ehe sie sich kurzerhand dazu entschlossen, zum Haus der Eltern des Betrügers zu fahren. „Ich hatte sie sehr lange nicht gesehen. Ich lebe 45 Minuten entfernt, während die andere Frau quasi um die Ecke wohnt“, sagte sie. Doch statt in Entsetzen auszubrechen, reagierten die Eltern gelassen, denn sie wussten bereits von dem Spielchen, das ihr Sohn spielte. „Ich weiß nicht, ob sie es die ganze Zeit über wussten, aber sie wussten, dass er ein Doppelleben führt und haben es keiner von uns erzählt“, führte Garrod, die in der Nähe von London wohnt, weiter aus. „Ich verstehe nicht, wo ihre Moral war.“

Anschließend arbeiteten die beiden Getäuschten in einem mehrstündigen Gespräch die vergangenen Jahre auf. „Wir fanden heraus, dass jeder Schritt geplant, jede Emotion gespielt war und dass das, was wir für Liebe hielten, eine Besessenheit über die Kontrolle unserer Leben war“, leitete sie die Erzählungen über eine schreckliche Zeit ein. „Wir beide gingen durch eine Phase völliger Angst. Wir kamen nach Hause und kontrollierten, ob etwas bewegt worden war. […] Man stellt alles in Frage, weil die eigene Realität nicht real war.“

Garrod meldete den Fall der Polizei, die jedoch befand, dass der Fall nicht die Bedingungen für eine Ermittlung erfülle. Also rief sie eine Webseite mit den Namen „He Controlled Both of Us“ (zu Deutsch: „Er hat uns beide kontrolliert“) eröffnet, auf der Leidensgenossinnen ihre ganz persönliche Geschichte erzählen können. Zudem hat sie eine Petition ins Leben gerufen und will das Führen eines Doppellebens so als Form von häuslicher Gewalt anerkennen lassen.