Ein Toter bei Raubüberfall in Celle in Niedersachsen
Foto: Moritz Frankenberg/dpa

In dem Juweliergeschäft mitten in der Altstadt von Celle stehen plötzlich zwei Bewaffnete- dann fallen Schüsse. Der Inhaber soll die beiden Angreifer tödlich getroffen haben. Die Ermittler hoffen auf Zufalls-Fotos vom Ort des Geschehens.

Nach einem mutmaßlichen Raubüberfall auf einen Altstadt-Juwelier in Celle ist auch ein zweiter Verdächtiger gestorben. Der Juwelier soll am Montag einen mutmaßlichen Täter erschossen und einen weiteren zunächst schwer verletzt haben – dieser starb am Montagabend im Krankenhaus, wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte. Zunächst hatte die „Cellesche Zeitung“ berichtet.

Polizei: Genauer Tatablauf ist unklar

Der genaue Tatablauf sei nach wie vor unklar, erklärte eine Sprecherin. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden. Die Ermittler hoffen vor allem auf touristische Fotos, die zufällig am Ort des Geschehens in der Altstadt entstanden sein könnten.

Nach den bisherigen Erkenntnissen betraten die beiden Männer das Juweliergeschäft in der Fußgängerzone am Montagnachmittag bewaffnet – laut Polizei planten sie einen Überfall. In den Geschäftsräumen befand sich in dem Moment nur das Inhaber-Ehepaar im Alter von 71 und 72 Jahren. Das Geschehen in dem alteingesessenen Geschäft geriet dann offenbar außer Kontrolle, es fielen mehrere Schüsse. Wer genau die beiden mutmaßlichen Täter sind, stand zunächst nicht fest. Es gebe aber erste Hinweise auf deren Identität, erklärten die Ermittler.

Weitere Einzelheiten wollte eine Polizeisprecherin am Tatort aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Mit einem Flatterband wurde ein größerer Bereich der Fußgängerzone abgesperrt, Polizeibeamte waren im Innern des Juweliergeschäfts im Einsatz. Von außen deutete nichts auf den Überfall hin. Die Scheiben des Geschäfts, in dem auch teures Porzellan angeboten wird, wurden von den Schüssen nicht beschädigt.

Kamen die Täter mit einem Rollstuhl?

Am Dienstagmorgen hieß es zudem, es gebe Hinweise darauf, dass sich die mutmaßlichen Täter mit einem Rollstuhl fortbewegt hätten. Ob dieser medizinisch notwendig oder etwa eine Tarnung gewesen sei, stehe noch nicht fest.

Immer wieder werden Juweliere in Deutschland Ziel bewaffneter Überfälle, in einigen Fällen wurden Inhaber oder Mitarbeiter verletzt oder kamen ums Leben. Dass die Inhaber daher zum Schutz auch selber über eine Waffe verfügen, ist nicht ungewöhnlich. So feuerte im niederrheinischen Moers 2014 ein von zwei maskierten Männern überraschter Juwelier auf die Eindringlinge, einer der beiden starb an seinen Verletzungen. Bei einem anderen Überfall 2004 in Siegen war es die Frau des Inhabers, die nach einem Gerangel zwischen einem Räuber und ihrem Mann zur Pistole griff. Der Kriminelle wurde angeschossen.

Quelle: dpa