Abgeschleppt und übersehen: Schwerbehinderte Frau überlebt neun Tage bei eisiger Kälte im Auto

Eine 28 Jahre alte, schwerbehinderte Frau hat neun schreckliche Tage auf einem Abschlepphof hinter sich: Sie wurde mitsamt Auto abgeschleppt und beim Absetzen schlicht übersehen. Dabei kämpfte sie auch gegen die eisigen Temperaturen.
Abschleppwagen
Ein Abschleppwagen in Amerika macht sich für den nächsten Einsatz bereit. Foto: Shutterstock.com / Jason Sponseller
Abschleppwagen
Ein Abschleppwagen in Amerika macht sich für den nächsten Einsatz bereit. Foto: Shutterstock.com / Jason Sponseller

Eine 28 Jahre alte und schwerbehinderte Frau hat es geschafft: Neun Tage musste sie auf sich allein gestellt in einem verlassenen Auto in eisiger Kälte überleben.

Wie NBC berichtet, meldeten sich am 14. Februar die besorgten Verwandten bei der Polizei von Kent in Washington. Sie würden ihre ältere und „schwer behinderte“ Schwester seit einigen Tagen vermissen. Nach Polizeirecherche war schnell klar: Seit dem 5. Februar, also neun Tage lang, fehlte jede Spur von der Frau. Sie fanden zudem heraus, dass ihre 45-jährige Mutter an eben diesem Tag ihr Auto an einer Tankstelle geparkt und einfach davongelaufen sei – ihre Tochter im Wagen zurücklassend.

Ein Tankstellen-Mitarbeiter rief daraufhin eine Abschleppfirma, damit der Cadillac vom Gelände entfernt wird. Die schrecklichen Ereignisse setzten sich in Gang: Weder der Tankstellen-Mitarbeiter, noch der Fahrer des Abschleppwagens schienen die Frau im Cadillac zu bemerken. Das Problem: Sie lag verdeckt unter Kleidungsstücken auf der Rückbank des Wagens.

Suche nach der Vermissten unter Zeitdruck

Die Polizei verfolgte die Spur des Wagens zurück zum Abschlepphof, wo sie die Frau schließlich fanden. Sie war noch am Leben, aber extrem erschöpft und ausgemergelt. Die Beamten vor Ort forderten sofort medizinische Unterstützung an. Anschließend wurde die 28-Jährige in ein nahes Krankenhaus gebracht – ihr aktueller Gesundheitsstatus ist unbekannt.

„Sie war neun Tage bei eisigen Temperaturen in diesem Wagen auf dem Abschlepphof“, sagte der stellvertretende Polizeichef Jarod Kasner gegenüber den Medien. Die lokalen Temperaturen in Kent waren im Zeitraum ihres Martyriums bis auf 0 Grad hinab gefallen. Die Mitarbeiter der Abschleppfirma seien nach der Benachrichtigung ihres Chefs sofort auf die Suche nach dem Auto gegangen – schließlich fand der Fahrer die Frau noch gerade rechtzeitig. Es sei jedoch keine normale Prozedur die Wagen zu durchsuchen: Beim Blick durch die Fenster war die Frau unter den Kleidungsstücken auf der Rückbank nicht zu erkennen gewesen.

Nun stellt die Polizei in Kent weitere Nachforschungen bezüglich der Mutter an, welche das Auto bei der Tankstelle verlassen haben soll. Es ist noch unklar, ob gegen sie Anklage erhoben wird. „Wir sind extrem glücklich dass wir das Opfer lokalisieren und retten konnten.“ sagte Polizei Chef Rafael Padilla. Ohne die Unterstützung der Polizei wäre „dieser Vorfall wohl in einer Tragödie“ geendet.

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