Jan Plewka MoTrip Sing meinen Song
Foto: Screenshot TVNOW

In der fünften Folge der laufenden „Sing meinen Song“-Staffel hat sich alles um Jan Plewka gedreht. Nach einem Vierteljahrhundert im Musikgeschäft hat der Selig-Frontmann auch offen über Tiefpunkte gesprochen.

Mit 49 Jahren ist Jan Plewka der Methusalem in der siebten Staffel der Vox-Sendung „Sing meinen Song“. Entsprechend viel hatte er auch über seine Zeit als Musiker zu erzählen. In Folge fünf ging es nicht nur um die Neuinterpretation seiner Songs, sondern auch wie das Leben in einer Rockband sein Leben bestimmt hat.

Gerade, als die von Ilse DeLange („Ist es wichtig“) und LEA („Ohne Dich“) gesungenen Songs aus der Anfangsphase der Band Mitte der 90er-Jahre thematisiert wurden, hat Plewka nachdenkliche Töne angeschlagen.

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Nachdem sich Selig zu Beginn pausenlos von Bandprojekt zu Bandprojekt hangelte, fühlte der Frontmann eine „innere Einsamkeit“. Sein Selbstbewusstsein habe geschwankt – während der Musiker auf den großen Bühnen zuhause war, sei der wirkliche Mensch in ihm immer kleiner geworden.

Gastgeber Michael Patrick Kelly berichtete von seiner schlimmsten Zeit, als er für drei Monate „zwischen Leben und Tod“ stand. Plewka gestand da, eine ähnliche Situation erlebt zu haben, die letztlich zum ersten Ende von Selig führte.

Als seine Frau Anna bemerkte, in welch schlechtem Zustand sich Plewka befand, er selbst sprach von „Gesichtsherpes“, habe sie ihn gepackt und gemeinsam sind die beiden dann nach Schweden in eine abgeschottete Holzhütte gefahren.

Dort sei es in erster Linie darum gegangen, die „Dämonen auszuschwitzen“. Nach der Rückkehr gab es Selig nicht mehr – die Gruppe ist „im Unguten auseinander gegangen“. Plewka und Bandkollege Christian Neander haben sich daraufhin zehn Jahre nicht gesehen – wenn sie zufälligerweise auf der Straße aufeinandertrafen, habe sich der Frontmann in Hauseingängen versteckt.

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Erst 2008 hat sich die Band wieder zusammengefunden, nachdem Plewka seine Kollegen mit der „Operation S“ (S für Selig) konfrontierte. Die erste Rückkehr in ein Studio nach einem Jahrzehnt Pause bezeichnete der Frontmann als „Nahtoderlebnis“.

Plewka betont aber, dass er und die anderen Bandmitglieder erkannt haben, wie wichtig Pausen sind. Darum geht es auch im Song „Alles auf einmal“, der von Max Giesinger performt wurde. Giesinger berichtete darüber, nach seinem Durchbruch ebenfalls in ein ähnliches Loch gefallen sein zu sein.

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Als „Tiefpunkt der Selig-Geschichte“ bezeichnete Plewka aber eine Situation nach dem Comeback 2008. Das Video zu „Wir werden uns wiedersehen“, bei „Sing meinen Song“ wurde das Lied von Nico Santos gesungen, führte in doppelter Hinsicht zu Problemen.

Gedreht wurde es in einem Stripclub, Plewka küsst in dem Video unter anderem eine leicht bekleidete Frau. Zum einen erklärt der Musiker, dass dadurch die eigentlich ernste Botschaft hinter dem Song verloren gegangen sei. Zum anderen führten die Szenen zu einem großen Streit mit Frau Anna. „Ich musste drei Nächte auf der Couch schlafen“, erzählt Plewka.

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In den neuen Projekten hat sich Selig auf die Fahne geschrieben, auch eine politische Botschaft – in erster Linie der Umweltschutz – verbreiten zu wollen. Kelly performte eine englische Version des Songs „Feuer und Wasser“ vom bisher letzten veröffentlichten Selig-Album „Kashmir Karma“.

Darum geht es ebenfalls um den Erhalt der Natur wie im neuen Song „Alles ist so“, der nach Aussage von Plewka zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zu „Sing meinen Song“ noch keinen Namen hatte.

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Für die Live-Version von „Alles ist so“ wurde der Frontmann von seinem Bandkollegen Neander überrascht, der Plewka auf der Gitarre unterstützte. Das neue Album „Myriaden“ soll am 16. Oktober erscheinen.

Als seinen Song des Abends wählte Plewka aber „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ in der Version von Rapper MoTrip, der in der Vorwoche mit seinen Songs im Mittelpunkt stand und bei der Performance von Gastgeber Kelly sogar in Tränen ausbrach. In der sechsten Folge der Staffel dreht sich am 9. Juni dann alles um Singer-Songwriterin LEA.