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Foto: Quibi

Eine neue App soll nicht weniger als die gesamte Welt des Streamings auf den Kopf stellen. Quibi heißt sie – und wir verraten euch, was dahinter steckt.

Zuletzt ist Disneys hauseigener Streaming-Dienst Disney+ erschienen, im April bringt schon der nächste Anbieter sein Groß-Projekt auf den Markt. Hinter Quibi steckt Jeffrey Katzenberg, der Mann, der einst Disney zu neuem Glanz verhalf und DreamWorks aufbaute.

Am 6. April 2020 erscheint Quibi und die Verantwortlichen haben nicht weniger vor, als mit ihrem Produkt die Welt des Streamings zu revolutionieren. Was die Struktur betrifft, haben sie sich zumindest schon einmal etwas komplett Neues ausgedacht.

In einem Gespräch mit dem US-Portal „The Verge“ hat Gründer Jeffrey Katzenberg schon einmal verbildlicht, was seine Plattform von den anderen unterscheiden soll. Er zeigte auf einen Fernseher und sagte: „Sie kämpfen alle darum“. Anschließend zeigte Katzenberg auf sein Smartphone: „Und wir haben es darauf abgesehen.“

Quibi hofft also, die Leute mit einem auf den Smartphone-Gebrauch spezialisiertes Konzept zu begeistern. Wir gehen euch die Informationen zu dem Streaming-Dienst und beantworten die wichtigsten Fragen!

Wann kommt Quibi auf den Markt?

In Nordamerika geht das US-Unternehmen Quibi erwartungsgemäß als erstes an den Start – dort erscheint die App am 6. April 2020.

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Kommt Quibi auch nach Deutschland?

Dazu haben sich die Gründer bisher öffentlich noch nicht geäußert – ein Launch in Europa gilt aber als sehr wahrscheinlich.

Wofür steht Quibi?

Quibi ist die Kurzform für „Quick Bites“, also frei übersetzt schnelle Häppchen.

Was unterscheidet Quibi von anderen Streaming-Diensten wie Netflix, Disney+ und Amazon Prime?

Der markanteste Unterschied ist, dass Quibi nur im App Store und im Google Play Store erhältlich sein wird. Die Plattform wird es nur auf Smartphones geben, auf Möglichkeiten des Streamings über Laptop, Smart TV etc. wird verzichtet.

Auf welche Konzepte setzt Quibi?

Was die Produkte betrifft, orientiert sich der Streaming-Dienst eher an Social Media. Gerade auf Instagram, YouTube und Facebook ist es üblich, dass kürzere Videos verbreitet werden. Währenddessen sind bei Streaming-Marktführer Netflix oder auch Newcomer Disney+ bei Serien immer noch Episodenlängen von über 20 Minuten die Norm, was im Grunde von der TV-Produktion übernommen wurde.

Bei Quibi sollen stattdessen die Folgen nur höchstens zehn Minuten dauern. Wie bereits im Namen angedeutet wird, soll sich dabei vermehrt an die zunehmende Schnelllebigkeit der Gesellschaft orientiert werden – den Zuschauern werden kleinere Teile in schnelleren Abfolgen geboten.

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Wie will der Streaming-Dienst das Smartphone-Konzept ausnutzen?

Dadurch, dass die Produktionen nur für eine Art Endgerät entwickelt werden müssen, soll dieses auch konsequent ausgenutzt werden. So sollen bei vielen Programmen unterschiedliche Ansichten zu sehen sein, je nachdem ob man das Smartphone hochkant oder im Drehformat hält.

Auf solche Effekte scheint das Unternehmen großen Wert legen zu wollen – so soll eine Horror-Show, die von Steven Spielberg entwickelt wird, nur im Dunklen abrufbar sein, damit die Atmosphäre noch gespenstiger wirkt.

Welche Stars werden auf Quibi zu sehen sein?

Neben Spielberg wird auch Dwayne „The Rock“ Johnson eine Serie für die Plattform entwerfen. Zudem wurde unter anderem schon die Zusammenarbeit mit Stars wie Sophie Turner, Kevin Hart, Kendall Jenner, Liam Hemsworth und Jennifer Lopez bekanntgegeben.

Hier könnt ihr euch den Trailer für „Survive“ mit Sophie Turner anschauen:

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Wie viel wird Quibi kosten?

Es wurden zwei Abo-Modelle für den US-Start von Quibi vorgestellt. 4,99 US-Dollar pro Monat bezahlt man für eine Version mit Werbeeinblendungen, für 7,99 US-Dollar gibt es alle Inhalte werbefrei.

Was kann man auf Quibi sehen?

Ihre Inhalte haben die Quibi-Gründer in drei Bereiche unterteilt. Zum einen gibt es Geschichten, die sich über einen längeren Zeitraum erschrecken – diese werden aber in Videos zwischen sieben und zehn Minuten als Folgenlänge wiedergegeben.

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Ein weiterer Fokus soll auf Dokus und ungescripteten Reality-Formaten liegen, die auf ähnliche Art und Weise produziert werden. Darüber gibt es unter der Rubrik „Daily Essentials“ Nachrichten- und Promi-Formate mit einer Länge bis zu fünf Minuten.

Wer steckt hinter Quibi?

Der entscheidende Mann hinter Quibi ist Jeffrey Katzenberg, der zumindest was sein Alter betrifft, nicht in die Start-Up-Generation passt. Katzenberg wird im Dezember 2020 70 Jahre alt.

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Katzenberg arbeitete von 1984 bis 1994 für Disney und produzierte in dieser Zeit „Arielle, die Meerjungfrau“, „Die Schöne und das Biest“ und „Der König der Löwen“. Danach schloss er sich mit Steven Spielberg und David Geffen zusammen, das Trio gründete DreamWorks und konzipierte unter anderem „Shrek“ und „Madagaskar“.

Sein Vermögen wird von „Forbes“ auf rund 700 Millionen geschätzt – für eine Unternehmensgründung nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Als Vorstandsvorsitzende hat Katzenberg Meg Whitman eingesetzt – den Posten hatte sie bereits zehn Jahre lang bei eBay inne.